Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HANDBALL: «Wir wollen uns als Respektadresse bekannt machen»

Kriens-Luzern hat sich in diesem Herbst definitiv in der Schweizer Spitze eingenistet. Was fehlt noch, um reif für den ersten Titel zu sein? Trainer Heiko Grimm (38) sucht nach der Antwort.
Interview Roland Bucher
Kriens-Spieler Boris Stankovic (in Blau, im Oktober gegen Wacker Thun): Muss er Ende Saison gehen, oder darf er noch eine Saison anhängen)? (Bild Nadia Schärli)

Kriens-Spieler Boris Stankovic (in Blau, im Oktober gegen Wacker Thun): Muss er Ende Saison gehen, oder darf er noch eine Saison anhängen)? (Bild Nadia Schärli)

Heiko Grimm, sehr, einigermassen oder eher nicht zufrieden mit dem Qualifikations-Paket, das Ihr Team in diesem Herbst abgeliefert hat?

Heiko Grimm: Sicher mehr als «einigermassen zufrieden». Sagen wir es mal so: ganz knapp unter «Sehr gut». Wir haben konstant auf hohem Niveau gespielt, Leidenschaft gezeigt, auch in heiklen Spielsituationen meistens mentale Stärke bewiesen. Wir haben im Vergleich zum Vorjahr einen tüchtigen Schritt nach vorne gemacht. Kurzum: Wir haben gute Arbeit geleistet.

Der Tolggen in dieser Qualifikation…

Grimm: … ja, einmal hat mich das Team wirklich enttäuscht. Nach der 20:26-Niederlage vor zwei Wochen gegen Otmar in St. Gallen war ich völlig perplex. Wir haben uns so gut auf dieses Schlüsselspiel vorbereitet – und dann dieser lustlose Auftritt ohne echte Gegenwehr. Im Nachhinein relativiere ich es ein bisschen: Solche Abstürze gehören wohl auch zu einem Reifeprozess, prägen ihn lehrreich.

Welches war der Höhepunkt in diesem Herbst?

Grimm: Vielleicht die beiden Siege gegen Wacker Thun, gegen ein starkes Team mit Meisterambitionen. Das hat mir Freude bereitet, weil wir in beiden Partien sehr hart schuften mussten. Aber sehen Sie: Ich will mit Kriens so weit kommen, dass nicht die ganze Schweiz in ein Überraschungs-Hallo ausbricht, wenn wir Thun, Winterthur oder Schaffhausen schlagen – solche Ereignisse sollen in Zukunft zur Tagesordnung werden.

Tönt ziemlich angriffig.

Grimm: Ist es auch. Ich möchte mit meiner Mannschaft so weit kommen, dass meine Spieler denken: «Hey, interessiert mich nicht, wie der Gegner heisst. Wir sind Kriens – und wir sind gut. Oder andersrum: Thun soll zittern, wenn Kriens aufkreuzt. Wir wollen uns als Respektadresse bekannt machen. Wir sind auf gutem Weg dazu.

Sie strotzen vor Überzeugungskraft und Selbstbewusstsein. Geht nicht alles fast ein bisschen zu rasant?

Grimm: Ich bin jetzt seit zweieinhalb Jahren als Cheftrainer bei Kriens-Luzern angestellt. In meiner mittelfristigen Planung sind wir jetzt genau dort angelangt, wie es meinem Planmodell entspricht. Aber Stillstand ist Rückschritt. Eines verspreche ich: Wir lassen in unserem Arbeits- und Trainingseifer keinen Millimeter nach. Kriens muss eine fixe Grösse im Schweizer Handball werden – also sich grundsätzlich jedes Jahr unter den ersten vier profilieren. Wir wollen im Konzert der Grossen mitspielen, da mache ich kein Geheimnis draus. Die Strukturen sind vorhanden, um diese Perspektive nicht im Bereiche des Über- oder Hochmuts anzusiedeln.

Die ewige, aber aus Ihrer Warte auch diesmal nicht minder nervige Frage: Was fehlt dem HC Kriens-Luzern noch zur Titelreife?

Grimm: Vielleicht nichts ... (überlegt lange) Wir müssen uns noch die Mentalität einer Titelgewinner-Equipe aneignen. Noch selbstbewusster sein, noch mehr Vertrauen in unsere Möglichkeiten haben.

Zugespitzt gefragt: Kann Kriens schon diese Saison in Pokalnähe kommen?

Grimm: Ich weiss es nicht. Wir wollen eine gute Finalrunde spielen. Wenn wir dann die Saison auf Rang fünf beenden, dann würde dies nicht unseren Ansprüchen entsprechen. Denn wir wollen in die Playoffs und dort für Furore sorgen. Wenn es nicht reicht, dann drehe ich keinem einen Strick daraus – wenn ich spüre, dass jeder in jedem Spiel sein Bestes gegeben hat.

Understatement?

Grimm: Alle sechs Teams, die jetzt in der Finalrunde Platz genommen haben, wollen in die Playoffs. Nicht jeder kann sein Ziel erreichen.

Wie lange gewähren Sie Ihrem Personal Weihnachtsurlaub?

Grimm: Zwei Wochen. Und ich habe mich entschieden: Es gibt keine Trainingspläne mit auf den Weg. Alle meine Spieler, die vor drei Jahren quasi noch Jünglinge waren, sind erwachsen geworden. Die wissen, was sie tun und lassen sollen.

Eine wesentliche Personalie ist noch offen: Darf Boris Stankovic noch eine Saison anhängen?

Grimm: Wir haben Gespräche geführt, der Entscheid fällt spätestens im Januar. Die Idee ist, uns auf der rechten Rückraumposition zu verstärken, aber Boris die Möglichkeit zu geben, weiter für uns spielen zu können. Wir wollen für ihn und für uns eine vernünftige Lösung finden.

Frühestens 2019 könnte die neue, grosszügig konzipierte Pilatus-Arena parat stehen und ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Sind Sie dannzumal noch im HCK-Sold?

Grimm: Dieses Zeitfenster ist ziemlich luftig. Mein Vertrag läuft bis 2018, was dann kommt, darüber macht es zum heutigen Zeitpunkt wenig Sinn, zu spekulieren. Die neue Halle wird allerdings eine unmittelbare Aufbruchstimmung im Verein bewirken. 2019: Dann sind unsere Leitfiguren wie Hofstetter, wie Baumgartner, Schramm, Baviera oder Spengler im besten Handballeralter. Also: Es wäre für mich unvernünftig, eine entsprechende Option auszuschliessen.

Noch etwas auf dem Herzen, Heiko Grimm?

Grimm: Ja, schreiben Sie, dass ich als Handballpapa unerhört stolz auf mein Team bin. Irgendwie sind wir eine grosse Familie, und als Oberhaupt freut man sich mit, wenn du siehst, wie die Jungs erwachsen werden. Und das sind sie spätestens diese Saison geworden.

«Wir lassen in unserem Arbeits- und Trainingseifer keinen Millimeter nach.» Heiko Grimm, Trainer HC Kriens-Luzern (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

«Wir lassen in unserem Arbeits- und Trainingseifer keinen Millimeter nach.» Heiko Grimm, Trainer HC Kriens-Luzern (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.