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HANDBALL: Xenia Hodel: «Wir wollen Revanche»

Xenia Hodel trifft heute (20 Uhr, SPZ Nottwil) mit den Spono Eagles im Cup-Halbfinal auf Thun. Die 19-Jährige aus Oberkirch spricht über den Gegner, den Exploit mit der Schweiz und ihren Wechsel nach Leverkusen.
Interview Stephan Santschi
Aufstrebende Spono-Spielerin: die 19-jährige Xenia Hodel (am Ball). (Bild: Boris Bürgisser (Nottwil, 8. Oktober 2017))

Aufstrebende Spono-Spielerin: die 19-jährige Xenia Hodel (am Ball). (Bild: Boris Bürgisser (Nottwil, 8. Oktober 2017))

Interview Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Xenia Hodel, Sie sind gerade aus der Ukraine zurück­gekehrt, wo Sie mit der Schweiz in der EM-Qualifikation sensationell die Ukraine 22:21 bezwangen. Wie kam es zu diesem Exploit?

Xenia Hodel: Wir haben mit Martin Albertsen einen neuen Trainer. Jede Spielerin war voll motiviert, jede hatte den Glauben, dass wir es können. Nachdem wir die ­Ukraine am Mittwoch bereits im Heimspiel bezwungen hatten (21:15, Anm. d. Red.), wussten wir im Rückspiel erst recht: Wir sind nicht nur die kleine Schweiz, wir können auch etwas.

Was hat Albertsen gemacht? Das Rad neu erfunden?

Nein, das nicht. Er sagt nichts, was wir nicht auch schon gehört hätten. Er sagt die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt, er bringt es richtig rüber. Damit trifft er uns. Auch im Training weist er uns immer wieder daraufhin, dass wir an unser Potenzial glauben sollen.

Wie haben die favorisierten Ukrainerinnen auf die ­überraschend starke Schweiz reagiert?

Sie haben das nicht erwartet, wir waren ja wie ein umgekehrter Handschuh. Symptomatisch war die Ukrainerin auf Rückraum Mitte, die dreimal hintereinander genau gleich in eine 1:1-Situation ging und jedes Mal in unserer Abwehr hängenblieb. Die Ukraine wirkte ideenlos.

Das Prunkstück war denn auch die Schweizer Abwehr. Wie sah Ihre Rolle darin aus?

(lacht) Ich war sehr überrascht, wie gut ich mich fühlte. Mir sagt man ja nach, dass ich nicht die Verteidigerin bin. Ich habe mich in den letzten Jahren aber auch in diesem Bereich weiterentwickelt.

Im Angriff trafen Sie derweil in beiden Spielen jeweils fünf Mal gegen die Ukraine ins Netz.

In der Offensive war ich mit mir in den ersten Halbzeiten nicht zu­frieden. Ich konnte das aber abhaken und mich nach dem Seitenwechsel jeweils steigern.

Nun kann sich die Schweiz am 30. Mai im entscheidenden Heimspiel in Sursee gegen Kroatien mit einem Sieg erstmals für eine Endrunde qualifizieren. Sie können fast vor Ihrer Haustür Historisches schaffen.

Ja, das ist ein cooles Gefühl. Wir haben uns eine tolle Vorlage geschaffen, und in Sursee können wir es vollenden. Wir glauben auf jeden Fall, dass es möglich ist. Die Ukraine war vor Kroatien gesetzt, und auswärts in Kroatien haben wir trotz eines schwachen Spiels nur mir vier Toren Differenz verloren. Wenn wir alles in die Waagschale werfen, können wir uns für die Europameisterschaft qualifizieren.

Auch dank Ihrer Auftritte mit dem Schweizer Nationalteam ist man im Ausland auf Sie aufmerksam geworden. Im Sommer werden Sie mit einem Zweijahresvertrag zu Bayer Leverkusen wechseln. Weshalb?

Ich habe mir lange überlegt, in welche Richtung es gehen soll. Deutschland, Frankreich oder sonst wohin? Ich entschied mich dann für einen möglichst ein­fachen ersten Schritt. Zu einem Mittelfeldklub in der Bundesliga, bei dem die Sprache keine Bar­riere sein wird. Darüber hinaus stimmt in Leverkusen die Infrastruktur, die Löhne werden dank Bayer zuverlässig gezahlt, was in der Bundesliga zuletzt nicht immer der Fall war. Und ich kann parallel zum Handball eine KV-Ausbildung absolvieren. Wohnen werde ich in einer WG, gemeinsam mit einer jungen Spielerin, die von den A-Juniorinnen raufkommen wird.

Nun zu Nottwil. Mit den Spono Eagles empfangen Sie im Cup-Halbfinal RW Thun. Welche Erinnerungen haben Sie an das letzte Jahr, als Sie mit Nottwil gegen den gleichen Gegner in der Vorschluss­runde überraschenderweise scheiterten?

Ich erinnere mich, dass vieles oder alles schiefging. Wir taten das nicht mit Absicht, doch wir waren nicht auf den Punkt bereit. Lag es an unserer Ein­stellung? Am Feueralarm in der Halle vor dem Spiel? Ich weiss es nicht.

Wie sehen Sie die Ausgangslage vor der Neuauflage?

Die Thunerinnen können in der Meisterschaft nicht mehr in den Playoff-Final vorstossen. Das heisst, dass sie ihrer Saison nur noch im Cup einen Glanzpunkt aufsetzen können. Doch wir ­wollen Revanche nehmen. Thun ist ein Team, das nie aufgibt und immer weiter wirft. Wir wollen deren Kampfgeist von Beginn weg unterbinden und den Heimvorteil ausnutzen.

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