HANDBALL: Zug gewinnt Handballkrimi

Der LK Zug gewinnt den ersten Playoff-Final in Nottwil erst nach Penaltyschiessen mit 33:32. Dramatischer hätte der Spielverlauf nicht sein können.

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Musste das Spielfeld trotz 12 Toren als Verliererin verlassen: Rahel Furrer, hier beim Sprungwurf, die beste Spielerin von Spono Nottwil. (Bild: Nadia Schärli)

Musste das Spielfeld trotz 12 Toren als Verliererin verlassen: Rahel Furrer, hier beim Sprungwurf, die beste Spielerin von Spono Nottwil. (Bild: Nadia Schärli)

Stephan Santschi

Fassungslose Gesichter nach dem Spielschluss. Egal, ob Gewinnerin oder Verliererin, glauben konnte gestern niemand, was kurz vor 22 Uhr zu Ende gegangen war. Der LK Zug hatte das erste Spiel des Playoff-Finals (Best of 3) in Nottwil mit 33:32 gewonnen. Und zwar nach Penaltyschiessen. «Es war geil und der Horror zugleich», kommentierte Zugs Goalie Laura Innes, die in der Kurzentscheidung zwei Penaltys pariert hatte. Oben auf der Tribüne liess sich Lynn Schwander, die Zuger Abwehrchefin, von Krämpfen geplagt zum Sieg gratulieren. «So etwas habe ich noch nie erlebt. Was wir mental geleistet haben, war unglaublich. Wir hatten Spono doch dreimal bereits besiegt, und immer ist es wieder zurückgekommen. Wahnsinn», resümierte Schwander.

Nach 80 Minuten kein Sieger

Bevor die Duelle vom Siebenmeterpunkt Aufschluss über den Spielausgang bringen mussten, wurde 80 Minuten Handball gespielt. Nach den 60 Minuten der regulären Spielzeit stand es 24:24 unentschieden, weil Rahel Furrer mit der Schlusssirene den Ausgleich erzielt hatte. Dieses dramatische Szenario sollte sich in der Overtime noch zweimal wiederholen. Im Handball wird zunächst während zweimal fünf Minuten verlängert. Fällt dann keine Entscheidung, kommen nochmals zweimal fünf Minuten obendrauf. Gestern gingen die beiden Teams über die volle Länge. In der letzten Sekunde der ersten Verlängerung traf Sponos Lisa Frey vom Penaltypunkt zum 27:27. Und zwei Sekunden vor dem Ablauf der zweiten Verlängerung reüssierte Sponos Nives Fatkic aus dem Rückraum zum 30:30.

40-minütiger Abnützungskampf

Anschliessend standen jedem Team fünf Penaltys zu. Zug entschied diese Serie mit 3:2 für sich, weil bei Nottwil mit Smitran, Kottmann und Fatkic gleich drei Akteurinnen scheiterten. Nur Frey und Matter trafen. Bei Zug sah Ganz ihren Versuch pariert, Scherer, Gwerder und Cavallari verwerteten alle sicher.

So dramatisch und hart umstritten die Partie endete, so einseitig hatte sie begonnen. Spono gelang ein Blitzstart, führte nach fünf Minuten mit 4:0 und baute die Führung bis zur 24. Minute sogar auf sechs Tore Differenz aus (11:5). In dieser Phase gefielen die Luzernerinnen mit ihrem geduldigen und variablen Angriffsspiel. Doch der Titelverteidiger aus Zug kämpfte sich in gewohnter Manier in die Partie zurück, verteidigte immer besser und hatte die Partie in der 37. Minute wieder ausgeglichen (13:13). Es war der Beginn des eigentlichen Abnützungskampfs, zwischen der 40. und der 80. Minute war der Spielstand entweder unentschieden, oder eines der beiden Teams lag mit nur einem Tor im Vorsprung.

Furrer und Scherer überragend

Das Duell der beiden besten Schweizer Teams war dabei auch ein Kräftemessen der beiden Topskorerinnen. Nottwils Rahel Furrer hatte am Ende 12, Zugs Sibylle Scherer 15 Treffer auf dem Konto. «Leider haben wir uns zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht mehr an den Matchplan gehalten. Insgesamt haben wir uns mit Zug aber auf Augenhöhe bewegt. Das war letztes Jahr noch nicht der Fall», sagte Sponos Trainer Urs Mühlethaler. Noch hat sein Team die Möglichkeit, die Wende zu schaffen. Nächsten Samstag steht in Zug die zweite Partie auf dem Programm. Ein Sieg reicht dem LK Zug zum vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Frauen, SPL 1, Playoff-Final

Best-of-3-Serie. 1. Spiel: Spono Nottwil - LK Zug 32:33 (30:30, 27:27, 24:24, 12:8). Stand: 0:1. 2. Spiel. Samstag: LK Zug - Spono Nottwil (18.00, Sporthalle).

Nottwil - Zug 32:33 (30:30, 27:27, 24:24, 12:8)

SPZ. 800 Zuschauer. – SR Boskoski/Stalder. – Strafen: Je 5-mal 2 Minuten. Spono Nottwil: Huber/Troxler; Egli (2), Furrer (12), Matter (5/1), Frey (8/5), Kottmann (2), Smitran (2), Ramseier; Fatkic (1), Arnet. LK Zug: Innes/Krstic; Cavallari (4/1), Schwander (1), Estermann (1), Scherer (15/1), Ganz (3/1), Geissmann (3), Javet; Gwerder (5/5), Traber, Müller (1). Bemerkungen: Scherer wirft Penalty über das Tor (9./4:1), Huber pariert Penalty von Gwerder (53./20:20).

Frauen, Auf-/Abstieg SLP 2/SLP 1

Best-of-3-Serie. 3. Spiel: Stans - Uster 34:22 (16:10). Stand 2:1. Stans bleibt in der SPL 1.

Stans - Uster 34:22 (16:10)

Eichli. 260 Zuschauer. – SR Oswald/Oswald. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Stans; 7-mal 2 Minuten gegen Uster. Stans: Kaiser/Knüsel; Achermann (4), Faden (2/1), Furger (4), Kretz (1), Kuster (6), Lussti (1), Helena Odermatt, Perlangeli (6), Pless (1), Rickli, Rosengreen (4), Schiffmann (5/1).

Abschluss von Rahel Furrer von Spono Nottwil. (Bild: Nadia Schärli)

Abschluss von Rahel Furrer von Spono Nottwil. (Bild: Nadia Schärli)

Lisa Frey von Spono Nottwil bucht einen Treffer. (Bild: Nadia Schärli)

Lisa Frey von Spono Nottwil bucht einen Treffer. (Bild: Nadia Schärli)

Jubel bei Spono Nottwil nach einem Tor. (Bild: Nadia Schärli)

Jubel bei Spono Nottwil nach einem Tor. (Bild: Nadia Schärli)