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HANDBALL: Zweifel führen zu Bavieras Karriereende

Fabio Baviera (26) war sechs Jahre lang eine Stammkraft beim HC Kriens-Luzern. Jetzt tritt der talentierte Kreisläufer per sofort zurück. «Es gibt auch anderes im Leben», sagt er.
Roland Bucher
HC Kriens-Luzerns Fabio Baviera. (Bild: Philipp Schmidli)

HC Kriens-Luzerns Fabio Baviera. (Bild: Philipp Schmidli)

Nein, im Groll gehe er nicht. Und der eher floskelhaft verwendete Ausdruck «Motivationsprobleme» in der offiziellen Erklärung des HC Kriens-Luzern treffe es auch nicht exakt auf den Punkt, betont Fabio Baviera (Bild). Eigentlich beabsichtigte der Kreisläufer, stets ein Leistungsträger im Team der Krienser, diese Meisterschaft fertig zu spielen, «weil ich die Mannschaft nicht im Stich lassen wollte». Doch als Baviera mit der Absichtserklärung, die HCK-Zukunft ab Sommer 2018 nicht mehr mitgestalten zu wollen, an Nick Christen trat, machte der CEO Nägel mit Köpfen: «Wer Leistungssport betreibt und mitten in der Saison solche Gedanken im Kopf hat, der ist nicht mehr bereit für unsere Philosophie. Daher ist die sofortige Trennung das Beste. Für Fabio, das Team, den Verein.»

Das ist ein ehrliches Statement von Christen. Baviera respektiert den Entscheid seines Chefs, fügt indes an: «Ich habe am Mittwochabend vor dem Training den Kollegen gesagt, dass ich diese Saison gerne mit ihnen noch zu Ende gekämpft hätte. Die Jungs müssen wissen, dass ich ihnen helfen wollte, diese Meisterschaft stark zu Ende zu führen.» Doch im Innersten hatten sich in den letzten Monaten Zweifel bei Baviera eingeschlichen, ob die hohe zeitliche und emotionale Anforderung für den Spitzensport seinen Ideen gerecht wird: «Der Prozess war schleichend. Aber irgendwie habe ich gespürt, dass es auch anderes im Leben gibt.» Einfach mal durchatmen, das Studium in Wirtschaftsinformatik vorantreiben, nicht immer den Handball im Hinterkopf haben. «Es war eine sehr schöne Zeit bei Kriens», sagt Baviera, «ich wünsche dem Team nur das Beste. Ich werde auch mal an einem Spiel auf der Tribüne sitzen und zeigen, dass ich immer ein Fan des HCK bleiben werde.»

Ein klarer Substanzverlust

Mit Baviera verlässt ein ausserordentlich talentierter Kreisläufer die Handballszene, die letzte Konsequenz für den Spitzensport, vermutet Christen, habe ihm vielleicht aber gefehlt: «So ist die Trennung logisch.» Logisch ist nicht, dass sich Kriens den auch defensiv sehr starken Zürcher nicht als Notnagel bis Ende dieser Saison, die im Moment alles andere als in sportlicher Minne verläuft, gesichert hat: Bavieras Ausscheiden ist ein klarer Substanzverlust. «Das Leben geht weiter», so Christen, «wir haben mit Fellmann, Wipf und Delchiappo fähige Leute auf dieser Position.» Stimmt. Bavieras Kampfkraft wird Kriens trotzdem fehlen.

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

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