Hleb Harbuz schiesst die Krienser Handballer nach der Quarantäne zum Sieg

31:27-Erfolg bei GC Amicitia Zürich: Den NLA-Handballern von Kriens-Luzern gelingt der Schritt aus dem Homeoffice wunschgemäss.

Stephan Santschi
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Der Krienser Hleb Harbuz bestätigte seine steigende Formkurve.

Der Krienser Hleb Harbuz bestätigte seine steigende Formkurve.

Pius Amrein (lz) / Luzerner Zeitung

«Ich bin ein riesiger Fan von Goran, er war mein Nationaltrainer. Er ist mit allen Wassern gewaschen.» Thomas Heer, der Sportchef von GC Amicitia Zürich, schwärmte vor dem Heimspiel gegen Kriens-Luzern von Gästetrainer Goran Perkovac, zu Aktivzeiten spielte er unter ihm für die Schweiz.

Geschenke allerdings wollten die ambitionierten Zürcher keine verteilen, nach dem verpatzten Saisonauftakt mit nur einem Punkt aus elf Partien brauchten sie dringend den ersten Sieg. Hoffnung machte die Tatsache, dass die Krienser gerade eben erst aus der zehntägigen Coronaquarantäne zurückgekehrt waren. Und dass der bisher einzige Punktgewinn in Kriens gelang. Am Ende der NLA-Partie am Donnerstagabend war es für die Zürcher aber so wie fast immer in dieser Saison. Phasenweise hatten sie gut gespielt und den Gegner gefordert, Zählbares aber resultierte nicht. Der Favorit aus Kriens fand erfolgreich aus dem Homeoffice und siegte mit 31:27. «Es war eine schwere Geburt, die Moral und die Motivation aber stimmten», konstatierte Perkovac.

GC Amicitia startet mit viel Schwung

Zäh war es in der Tat, das Geschehen in der praktisch leeren Saalsporthalle. GC Amicitia trat nicht wie ein typischer Tabellenletzter auf, scheint gegenwärtig tatsächlich unter Wert geschlagen zu sein. Immer wieder fand der agile Gastgeber mit den Ex-Kriensern Jost Brücker und Albin Alili Freiräume in der 5:1-Defensive des Gegners, nach einer Viertelstunde führte Zürich mit 9:7. Perkovac reagierte, stellte die Abwehr auf ein 6:0-System um. Mit Erfolg: Die Lücken wurden kleiner, die Fehlerquote von GC Amicitia stieg. Kurz vor Ablauf der ersten Halbzeit wusste Zürich sogar in Überzahl keinen Rat mehr, kassierte zwei Gegentore und war mit dem Skore von 14:17 zur Pause denkbar schlecht bedient.

Nach dem Seitenwechsel liess Kriens-Luzern den Kontrahenten zwar nochmals auf einen Treffer herankommen (41./21:20), zehn Minuten später hatten die Gäste die Sache mit einer 26:21-Führung aber wieder fest im Griff. Besonderen Eindruck hinterliessen dabei vor allem zwei Akteure im Kollektiv der Zentralschweizer. Vorne bestätigte der Weissrusse Hleb Harbuz seine steigende Form, traf zehn Mal ins Netz und erinnerte dabei in vielen Momenten an jenen Akteur, der sich in der vergangenen Saison zum Torschützenkönig und MVP der NLA schoss. «Ich hoffe, dass dies nun die Initialzündung für ihn war», merkte Perkovac an.

Champions-League-Sieger krümmt sich vor Schmerz

Sein kongenialer Kollege in der Defensive war derweil der Slowene Aljaz Lavric, der den Laden zusammenhielt, Bälle blockte und kräftig austeilte. Selbst Martin Popovski, seines Zeichens im Jahr 2019 Champions-League-Sieger mit Vardar Skopje, krümmte sich nach einem Schlag von Lavric vor Schmerzen. «Unser Mittelblock hat solide gearbeitet», lobte Perkovac – auch wenn Lavric’ Nebenmann Filip Gavranovic in der 56. Minute nach drei Zweiminutenstrafen mit einer roten Karte vorzeitig vom Feld gehen musste. Das Comeback ist den Kriensern damit geglückt, dank dem neunten Sieg im zwölften Spiel stossen sie wieder auf den zweiten Platz vor.

Nun haben sie über eine Woche Zeit, um sich auf den Spitzenkampf am Samstag, 5. Dezember, gegen Pfadi Winterthur vorzubereiten. Wieder in der Halle, nicht im Homeoffice.

GC Amicitia – Kriens-Luzern 27:31 (14:17)
Saalsporthalle. – SR Keiser/Rottmeier. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia, 3-mal 2 Minuten plus rote Karte gegen Gavranovic (56./3-mal 2 Minuten) gegen Kriens-Luzern.
GC Amicitia: Marinovic/Bachmann; Popovski (2), Pabán (4), Kaletsch (4), Alili (2), Brücker (6/5), Quni (2), Szymanski (1); Schild (2), Reznicek (4), Bamert, Fröhlich.
Kriens-Luzern: Bar/Eicher; Wanner, Piroch (3), Oertli (1), Harbuz (10), Schlumpf (3), Gavranovic (4), Lavric; Lapajne (4/2), Delchiappo (1), Blättler, Idrizi (3), Papez (2).
Bemerkungen: Bachmann pariert Penalty von Harbuz, der im Nachschuss trifft (26./13:13)