HC KRIENS-LUZERN - FORTITUDO GOSSAU 27:19: Krienser Handballer bezwingen Fortitudo Gossau sicher

Zwei Punkte - und zwei Comebacks: Das bleibt in Erinnerung vom Samstagsspiel des HC Kriens-Luzern gegen Fortitudo Gossau. Ans Limit musste das NLA-Team des HC Kriens-Luzern dabei nie gehen.

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Michael Schlegel feierte ein Comeback. (Archivbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Michael Schlegel feierte ein Comeback. (Archivbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Gegen einen bescheidenen Gegner sicherte sich der HCK mit einem 27:19-Sieg zwei wertvolle Punkte. Dass er sich trotzdem eine reichlich fehlerhafte Leistung erlauben konnte, zeigt den Niveauunterschied zwischen den beiden Teams. Erfreulichste Tatsache war das Comeback von Kreisläufer Michael Schlegel.

Das Positive vorneweg: Mit den zwei Punkten hat der HC Kriens-Luzern seine Pflicht erfüllt und den Tabellenvorletzten Gossau innerhalb von drei Tagen zum zweiten Mal klar besiegt. Allerdings fehlte dem Sieg erneut der spielerische Glanz. Zu viele Fehler schlichen sich ins HCK-Spiel: Allein 11 Mal sprang der Ball vom Pfosten zurück, 3 Mal scheiterten Spieler des HCK beim Penalty, und auch aus dem Spiel gab es ein gutes Dutzend Fehler.

Wenn der HCK trotzdem als klarer Sieger vom Platz ging, dann lag das daran, dass auch eine wenig phasenweise unkonzentrierte Leistung dazu genügte, weil Gegner Fortitudo Gossau ohne seinen verletzten Topskorer Daniel Stahl (er kam nur für zwei Penalties auf den Platz) zu beschränkt war in seinen Möglichkeiten. Zu einer Reaktion war der Gast aus der Ostschweiz schlicht nicht in der Lage.

Dass der HCK «nur» 27:19 siegte (und nicht 40:19, was durchaus auch möglich gewesen wäre), hängt mit den veränderten Ansprüchen des HC Kriens-Luzern zusammen. Bis zum 5:1 lief der Schnellzug HCK nach Plan. Allerdings: Gerade mal ein Tor hatten die Krienser aus dem gebundenen Spiel bis dahin erzielt. Alle anderen resultierten aus Gegenstössen nach Gossauer Angriffsfehlern. Mit seinem Team-Timeout nach gerade mal 4 Minuten zeigte Gossaus Trainer Borkovic, dass er von seinem Team bei allem Understatement als Tabellenvorletzter mehr erwartete.

Auf 6-7 Tore ging Kriens in der ersten Hälfte weg. An ein ernsthaftes Aufbäumen dachte bei Gossau schon damals niemand mehr. Schadenbegrenzung war angesagt. Und das gelang – weil der Gastgeber angesichts eines klaren Führung zu zaubern begann. Ein «Fliegertor» direkt vor der Pause war der Höhepunkt, sechs Fehler in sieben Angriffen nach der Pause aber die Kehrseite der Medaille. Daraus aber vermochte der Gast keinen Profit zu schlagen.

So blieben am Schluss zwei Comebacks die eigentlichen Highlights des Abends:

? Vor Spielbeginn legten die HCK Cheerleader-Girls ein vielumjubeltes Comeback hin.
? Nach 23 Minuten kehrte mit Michi Schlegel einer der zwei Langzeitverletzten des HCK ins Team zurück. Und seine Teamkollegen taten alles, dass der Sympathieträger schnell zu einem Erfolgserlebnis kam. Im dritten Anspiel an den Kreis oder nach 65 Sekunden war «Schlegi» wieder dabei - er hatte das 14:7 erzielt - vielumjubelt nach einem Jahr Verletzungspause. Damit bleibt noch Dani Schmid, der gestern beim Warmup erneut mitmachte. Auch auf sein Comeback kann man sich freuen - der Trainer wird letztlich in Absprache mit dem Spieler und der medizinischen Abteilung entscheiden, ob ein Coemback noch vor Weihnachten möglich ist.

HC Kriens-Luzern - Fortitudo Gossau 27:19 (16:9)

Krauerhalle Kriens, 650 Zuschauer. SR Brianza/Lämmler.

Strafen: Kriens 3, Gossau 2x2 Minuten.

Spielverlauf: 2:0, 2:1, 5:1, 6:3, 9:4, 12:4, 13:5, 14:7, 16:9; 17:10, 19:11, 20:13, 23:13, 24:14, 24:16, 26:16, 27:17, 27:19.

HC Kriens-Luzern: Hodel/Schelbert (ab 26.); Mitrovic (n.e.), Steiger (7), Schlegel (3), Nyffenegger (2), Stankovic (4), Yalciner 2/1), Bislimi, Willisch (2), Zimmermann (n.e.), Podvrsic (4), Hofstetter (3).

Fortitudo Gossau: Hug/Fasciati; Krapf (2), Misteli (1), Engeler 3), Oertig, Dedaj, Lieberherr (1), Guntli (1), Tataraga (3), Würth (4), Ihtijarevic (2), Stahl (1).

Bemerkungen: Comeback von Schlegel in der 26. Minute nach 1 Jahr Absenz. Kriens-Luzern ohne Schmid (rekonvaleszent) und Portmann (überzählig). Stahl bei Gossau nur bei Penalties eingesetzt (Adduktorenverletzung). Penalties: Bei Kriens verschiessen Yalciner (23., 13:6 sowie 57., 26:16) sowie Stankovic (59., 27:18, neben das
Tor) Penalties. Schebert wehrt Penalties ab von Stahl (27., 14:8 und 41., 19:12, verwertet im Nachschuss

J.P. Chenet Best Player Award:
HC Kriens-Luzern: Beni Steiger
Fortitudo Gossau: Holger Hug


Benedikt Anderes