20 starke Minuten genügen dem HC Kriens-Luzern zum Sieg

Die Handballer des HC Kriens-Luzern bezwingen Wacker Thun im Auftaktspiel der NLA-Meisterschaft 30:21. Einiges war nicht gut – vieles dafür sehr.

Roland Bucher
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Erfolgreichster Krienser Torschütze ist Janus Lapajne mit acht Treffern.
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Der Krienser Filip Gavranovic beim Abschluss, Thuns Dario Lüthi kommt zu spät.
HCK-Trainer Goran Perkovac in Aktion.
Der Krienser Hleb Harbuz (hier gegen Thuns Max Dannmeyer) verwandelte zwei von drei Penaltys.
Hleb Harbuz beim Abschluss.
HCK-Trainer Goran Perkovac in Aktion.
Der Krienser Janus Lapajne setzt sich gegen Thuns Max Dannmeyer durch.
Der HC Kriens Luzern spielt gegen Wacker Thun. Fotografiert am 02. HCK-Trainer Goran Perkovac in Aktion.

Erfolgreichster Krienser Torschütze ist Janus Lapajne mit acht Treffern.

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 2. September 2020)

Alles passt beim HC Kriens-Luzern noch nicht zusammen, längst nicht. 40 Minuten lang holperte er in diese und jene Ungeschicklichkeit, summierte das Team in der Offensive sage und schreibe 16 unerzwungene Fehler. «Zu viel», gestand Trainer Goran Perkovac, «das darf uns nicht mehr passieren. Nie mehr.» In der Pause des ersten Spiels der NLA-Meisterschaft habe er seinen Leuten ins Gewissen geredet: «Wenn wir uns so dämlich benehmen, dann bringen wir uns um die Früchte.» Zehn Minuten lang brauchten seine Leute, um die Predigt zu verarbeiten, dann platzte der Knoten: Ab Minute 40 hatte Kriens den Gegner in der Hand, brauchte bald nicht mehr um den Sieg zu fürchten. «Ich bin in der Gesamtbeurteilung zufrieden, sehr sogar», hofierte Perkovac,

«es war Pfeffer im Spiel, wir haben die Zuschauer überzeugt und die beiden Startpunkte, die tun nichts als gut.»

Dass Kriens schliesslich mit geschwellter Brust vom Felde zog, hatte vier Hauptgründe:

Die Defensive: «Wir waren im Abwehrverhalten hervorragend», sagte Perkovac, «wir haben in dieser Beziehung dort weitergemacht, wo wir letzte Saison aufgehört haben. Unsere Muskeln in der Defensive, das ist unser Prunkstück. Und dafür haben wir auch hart gearbeitet.»

Paul Bar: Der Goalie war nichts als gut, fast 40 Abwehrprozente deuten darauf hin. Viel wichtiger: Er stand seinen Mann vor allem dann, wenn das Spiel zu kippen drohte. «Paul war sensationell stark», lobte Perkovac.

Janus Lapajne: Der Slowene machte den Unterschied aus. Wenn der nicht kräftig gebaute, aber unerhört wendige Regisseur tänzelt, dann taumelt jede Abwehr. Lapajne traf acht Mal, trieb nach der Pause das Tempo in der Offensive an – Thun war seiner individuellen Klasse nicht gewachsen.

Die Flügelzange: Alle vier Aussenleute (Adrian Blättler, Ammar Idrizi, Ramon Schlumpf, Levin Wanner) waren stark, Schlumpf war diesmal der Beste: sechs Abschlüsse – sechs schön versenkte Würfe.

«Ja», lachte Lapajne, «mit solchen Flügelspielern lässt sich leben.» Mit ihm als Nachfolger von Tom Hofstetter in der Rolle des Mittelmannes auch. «Ich war heute weniger nervös als am Samstag bei der Europacup-Premiere und ich bin glücklich, dass mir ein gutes Spiel gelungen ist. Aber wir haben als Mannschaft überzeugt. Ich hatte keinen Moment Angst, dieses Spiel zu verlieren: Wir waren doch schlicht und einfach die bessere Equipe.» Darf man so stehen lassen.

20 Minuten im Stile eines Titelanwärters

In der finalen Konsequenz liess Kriens-Luzern den resignierenden Thunern nicht mehr den Hauch einer Chance, zelebrierte die Mannschaft unter der Regie von Lapajne und mit den Kunststückchen von Schlumpf ein Schaulaufen. Es war ein versöhnlicher Abschluss einer Partie, welche zumindest eine Halbzeit lang wenig Vielversprechendes offeriert hatte. Nimmt man das letzte Spieldrittel als Massstab für diese Saison: Dann ist der HCKL tatsächlich dem Kreise der Titelanwärter zuzuordnen. Nimmt man die ersten 40 Minuten zum Nominalwert – nun: Schwamm drüber. «Wir konzentrieren uns jetzt aufs Europacup-Rückspiel gegen Dubrava», betonte Perkovac, «die Leistung, die wir heute geboten haben: Die stimmt mich zuversichtlich.»

Kriens-Luzern – Thun 30:21 (11:10)

Krauerhalle – 350 Zuschauer – SR Castiñeiras/Zwahlen – Strafen:4-mal 2 Minuten gegen Kriens, 3-mal 2 Minuten gegen Thun.

Kriens: Bar/Eicher; Harbuz (3/2), Wanner (3), Blättler (2), Piroch, Papez (2), Rellstab (2), Gavranovic (2), Oertli, Schlumpf (6), Stadelmann, Lavric, Idrizi (2), Lapajne (8).

Thun: Winkler/Wick; Bouilloux (1), Felder (1), Raemy (5), Dähler (2), Sorgen, Lüthi, Dannmeyer (4), Wyttenbach (2), Friedli, Guignet, Schwab (1), Huwyler (1), Gruber (4).

Die weiteren Spiele der 1. Runde: Kadetten Schaffhausen - GC Amicitia Zürich 27:18 (10:9). Pfadi Winterthur - BSV Bern 31:27 ((19:12). St. Otmar St. Gallen - Suhr Aarau 29:26 (14:15). Endingen - RTV Basel 23:23 (9:9).

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