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HC KRIENS-LUZERN: Handball-Saisonstart mit Fragezeichen

Kriens-Luzern startet heute auswärts bei GC Amicitia Zürich in die neue NLA-Saison. Wegen der vielen Verletzungen müsse man sich zuerst ein wenig «durchmogeln», sagt Trainer Heiko Grimm.
Stephan Santschi
Viele seiner Spieler sind verletzt, er selbst kämpft mit den Folgen einer Schulteroperation: HCK-Trainer Heiko Grimm. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 29. August 2017))

Viele seiner Spieler sind verletzt, er selbst kämpft mit den Folgen einer Schulteroperation: HCK-Trainer Heiko Grimm. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 29. August 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Am Spieltag, wenn der Ernstkampf näherrückt, zieht sich Heiko Grimm mit seinem Yorkshire Terrier Taigo gerne zurück, geht im Wald spazieren oder joggen. «Auf diese Weise bekomme ich den Kopf frei, man kann sich vor einem Spiel ja auch zu viele Gedanken machen. Oft gibt es dann den Moment, wo ich sage: Genau so machen wir es heute!» Los geht es für den Trainer und seinen HC Kriens-Luzern in Zürich. Zum NLA-Auftakt steht heute das Auswärtsspiel bei GC Amicitia auf dem Programm (19.30 Uhr, Saalsporthalle).

Reibungslos läuft es bei den Kriensern noch nicht. Davon zeugte der Auftritt im Cup-Sechzehntelfinal bei 1.-Ligist Fides St. Gallen, der letztlich zwar klar gewonnen (31:18), in der ersten Hälfte allerdings halbherzig bestritten worden war. Die Vorbereitung war geprägt von Verletzungssorgen. Zu den langzeitrekonvaleszenten Tom Hofstetter (Kreuzbandriss), David Nyffengger (Knorpel-OP im Knie), Jost Brücker (Schulter, siehe Kasten) und Severin Ramseier (Haarriss im Schienbein) gesellten sich Daniel Fellmann (angebrochene Rippe) und Fabio Baviera (Entzündung im Sprunggelenk). «In den ersten Wochen werden wir uns etwas durchmogeln müssen», vermutet Grimm, in einem Monat werde sein Team dann gewiss schlagkräftiger daherkommen. Als Ziel setzt sich der Verein eine Steigerung gegenüber letztem Jahr. Sowohl im Cup als auch in der Meisterschaft wird der Final anvisiert.

Lame Duck? «Ich kenne den Begriff»

Auch der Trainer selbst zählte im letzten halben Jahr zu den Angeschlagenen, nachdem ihm auf der rechten Seite ein künstliches Schultergelenk implantiert worden war. «Es war ein grosser Eingriff, allmählich kann ich die Physiotherapie abklingen lassen. Es ist zwar nicht wie vorher, alles, was ich über Kopf machen muss, ist mühsam. Doch es geht.» Handball oder Tennis werde er aber nie mehr spielen können. Es ist ein Tribut an die Aktivkarriere des ehemaligen Bundesligaspielers (Grosswallstadt, Hamburg), die Belastung des Spitzensports haben an der Schulter seines Wurfarms zu einer Arthrose geführt.

In der Saison 2018/19 wird Heiko Grimm in die Bundesliga zurückkehren, bekanntlich hat er bei einem ambitionierten Klub einen Vertrag als Trainer unterschrieben. Welcher es ist, verrät er noch nicht, «ich möchte meinen zukünftigen Arbeitgeber nicht schon neun Monate vor Stellenantritt verärgern», sagt er schmunzelnd. Läuft er damit Gefahr, in seiner Funktion zu einer Lame Duck, einer lahmen Ente zu werden? In Sport und Politik werden so Amtsträger bezeichnet, die aufgrund des bevorstehenden Abgangs an Einfluss verlieren. «Ich kenne den Begriff und werde bei allfälligen Anzeichen natürlich entgegenwirken.» Da er noch ein Jahr in Kriens unter Vertrag stehe, würde sich letztlich jeder Spieler selber schaden, wenn er nicht Leistung bringen würde. «Es kann ja auch in die andere Richtung gehen. Mit vielen Spielern arbeite ich das fünfte Jahr zusammen. Vielleicht rufen sie zum Abschluss unserer Zusammenarbeit sogar ein paar Prozent mehr ab und geben nochmals richtig Gas.»

Zuversichtlich stimmen Grimm die Neuzuzüge. Torhüter André Willimann – von Wacker Thun gekommen – bezeichnet er als «gestandenen Mann. Er strahlt Ruhe aus, gibt der Abwehr Sicherheit, die Verteidiger haben ein unheimliches Vertrauen in ihn». Luca Engler verstärkt den rechten Rückraum, «er ist spielerisch stark, sucht gerne den Zweikampf und ist damit ein anderer Spielertyp als Spengler und Schramm, die aus elf Metern über den Block abziehen können».

Trotz der Personalprobleme hat Grimm also genug Gründe, um sich auf den Saisonstart heute Abend zu freuen. «Mit einer starken Abwehr und anschliessendem schnellen Konterspiel können wir da bereits sehr viel erreichen. Die Zürcher sind noch nicht eingespielt», sagt der HCK-Trainer. Damit spricht Grimm die Problematik bei GC Amicitia auf der Position des Regisseurs an. Nicolas Suter hat den Verein verlassen, der designierte Nachfolger Sergio Muggli fiel vor kurzem mit einem Kreuzbandriss aus, auch Simon Schild wird aufgrund der gleichen Verletzung längere Zeit nicht verfügbar sein. Im Cup sind die Zürcher derweil bereits ausgeschieden, sie unterlagen B-Ligist Möhlin letzten Sonntag mit 19:23.

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