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HC KRIENS-LUZERN: Heiko Grimm wechselt schon im Januar in die deutsche Bundesliga

Heiko Grimm kehrt Kriens-Luzern früher als geplant den Rücken: Statt im Sommer 2018 steigt er bereits im Januar bei Melsungen in der Bundesliga ein. Nun braucht es eine Übergangslösung.
«Unser Fokus liegt seit einer Woche beim Spiel gegen Bern-Muri», sagt Heiko Grimm, Trainer des HC Kriens-Luzern. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 7. Oktober 2017))

«Unser Fokus liegt seit einer Woche beim Spiel gegen Bern-Muri», sagt Heiko Grimm, Trainer des HC Kriens-Luzern. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 7. Oktober 2017))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Die Geschichte trägt ein bisschen den Touch einer Fahnenflucht. «Mir liegt nichts mehr am Herzen, als diese Saison mit Kriens nach bestem Wissen und Gewissen zu Ende zu führen», hatte Heiko Grimm im August dieses Jahres, als sein Wegzug per Sommer 2018 zum deutschen Bundesligisten Melsungen publik wurde, geschworen. Nichts anderes habe er im Sinn, als dem HCK den «ersten Pokal in der Vereinsgeschichte» zu schenken.

Jetzt ist alles anders. Melsungen weibelte, machte Grimm im Sinne «aktueller Personalplanung und -entscheide» den frühzeitigen Wechsel schmackhaft. Der Cheftrainer, fünf Jahre inzwischen bei Kriens im Amt, sagte ohne grössere Umschweife Ja, Kriens willigte ein. «Es ist ein Zeichen unserer Wertschätzung, dass wir Heiko keine Steine in den Weg legen», sagt Hans-Peter Würmli, der Präsident des Verwaltungsrats des HC Kriens-Luzern, «er hat unerhört viel für unseren Verein geleistet, und wir gönnen es ihm, dass er schon jetzt den grossen Schritt in die Bundesliga machen kann.»

Perkovac – oder sogar Christen?

So ist das letzte Qualifikationsspiel am Samstag gegen Winterthur (Krauerhalle, 18 Uhr) gleichzeitig auch die Grimm-Dernière. Der Deutsche hatte nach einer grossartigen Spielerkarriere (Europameister, Vize-Weltmeister) und Gastspielen in der Schweiz (Amicitia, Winterthur) 2013 bei Kriens angeheuert. Nun wird er sich mit seinem Entscheid, schon jetzt beim aktuellen Bundesliga-Fünften in den Staff eingegliedert zu werden, nicht nur Freunde schaffen. Kriens sitzt ab Sonntag quasi auf dem Trockenen, was die Cheftrainer-Position anbetrifft. «Das ist keine angenehme Situation», gesteht Kriens-CEO Nick Christen, «aber das ist ein Teil des Business». Kommen und gehen. Wann es beliebt. Damit müsse ein Verein wie Kriens leben können, betont Christen. «Am 8. Januar 2018, wenn die Vorbereitung für die Finalrunde startet, wird eine gute Übergangslösung bereitstehen.»

Wer im Frühjahr sportlicher HCK-General sein wird, das steht im Moment noch in den Sternen. Logisch wäre, wenn Goran Perkovac – vor zwei Wochen als Grimms Nachfolger ab Juni 2018 präsentiert – die Geschickte beim HC Kriens früher, also am 8. Januar, übernimmt. Der kroatische Olympiasieger und Meister mit Borba, Suhr, Winterthur und Schaffhausen äusserst sich verhalten: «Im Moment kann ich mir das eher nicht vorstellen.» Einerseits wäre es reizvoll, so früh die Mannschaft im Hinblick auf die nächste Saison feinschleifen zu können, andererseits beständen Terminkollisionen: «Ich bin in der Ausbildung zum Master-Coach, das würde mit der Arbeit als Trainer bei Kriens in dieser Finalrunde sehr eng.» Aber: «Wenn alle Stricke reissen, werde ich dem Verein sicher helfen», verspricht Perkovac. Eine weitere Variante: Christen, der frühere Internationale und auch schon Interimscoach beim HCK, springt selber in die Bresche. «Kein Kommentar», sagt er, was immerhin kein ultimatives Nein ist.

Heiko Grimms Entschluss, Kriens vorzeitig den Rücken zu kehren, wirft im Zusammenhang mit der Vertragsbrüchigkeit auch die Frage nach einer finanziellen Entschädigung für den HC Kriens-Luzern auf. Nick Christen windet sich: «Wir haben mit Melsungen eine Vereinbarung getroffen.» Mehr gebe es nicht zu sagen. Ausser: dass nach ­Fabio Baviera, dem hochtalentierten Kreisläufer, wieder ein Ankermann vorzeitig Tschüss sagt. Wie auch immer das zu werten ist.

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