HC Kriens-Luzern: Krasser Fehlstart knickt Hoffnungen

Der HC Kriens-Luzern war im Spitzenkampf klar überfordert: 21:29-Niederlage bei Kadetten Schaffhausen.

Roland Bucher
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Nach exakt fünf Minuten lag der HC Kriens-Luzern 0:5 hinten, hatte in der Defensive stets unbeholfen danebengegriffen, in der Offensive fahrlässig danebengetroffen. Nicht schön anzusehen sei das gewesen, ärgerte sich Trainer Goran Perkovac: «Wir haben den Start völlig verschlafen, das hat alles kaputtgemacht.» Von diesem kapitalen Fehlstart erholte sich sein Team nie mehr. Es gab Phasen des Trötzelns, in welchen man dem in fast allen Belangen überlegenen Leader ein bisschen näher rückte, ja, der HCK fing sich, hatte den Stolz, ein Debakel zu vermeiden: aber an eine reelle Aufholjagd war schlicht und einfach nie zu denen.

Wenn Perkovacs Truppe den Gegner zu ärgern drohte, dreht Schaffhausens Leader Gabor Csaszar mit Eleganz den Spiess, zelebrierte hohe Handballkunst und sichere Chancenauswertung. Da mangelte es bei den Kriensern schon recht beträchtlich. Tomas Piroch beispielsweise nahm neun Mal Anlauf, und traf nur zwei Mal. Die Krienser Ungenauigkeiten im Abschluss liessen Schaffhausens Goalies Garcia Biosca (48 Abwehrprozente) und den 46-jährigen Altmeister Arunas Vaskevicius (39 Prozent) einen höchst erfolgreichen Abend zu. HCK-Torsteher Paul Bar, von seinen Vorderleuten sträflich alleine gelassen, blieb bei 27 Prozent stecken.

Die Absenz des Captains

In die Nähe der individuellen Schaffhauser Übergrössen gelangte bei Kriens einmal mehr nur Hleb Harbuz, seine Efforts waren schön anzusehen, indes zu wenig, um dem Widersacher wirklich gefährlich werden zu können. Tom Hofstetter, der am Ellbogen verletzte Mittelaufbauer mit Qualitäten als Regisseur und Torschütze, fehlte an allen Ecken und Enden. Youngster Moritz Oertli (19) gab sich jede Mühe, bekam aber gegen den nationalen Klassenprimus seine aktuellen Grenzen aufgedeckt. Es wird Aufgabe der sportlichen Führung sein, Hof­stetter, der seinen Rücktritt per Sommer 2020 in Stein gemeisselt hat, adäquat zu ersetzen. «Wir würden Moritz keinen Dienst erweisen», erklärt Perkovac, «wenn wir ihn nächste Saison alleine auf dieser Position stehen lassen würden.» Man suche im Ausland einen routinierten Mann, der in die breiten Stapfen Hofstetters tritt, Führungsqualitäten besitzt und, eben, einen wie Oertli ausbilden und näher ans hohe Niveau heranbringen kann.

So reist Kriens ohne Punkte in die Innerschweiz zurück, aber mit der Gewissheit, 50 Minuten lang schier ebenbürtig gewesen zu sein. Ein schwacher Trost. «Wenn man Schaffhausen qualitative und quantitative Kaderbreite betrachtet», relativierte Perkovac, «dann müssen wir uns nicht schämen. Ich bin mit 45 Minuten dieser 60 Minuten zufrieden.» Es war zu wenig. Und: 45 Minuten guten Handball werden auch am Samstag in Spitzenkampf Nummer zwei gegen Pfadi Winterthur nicht reichen.