HCK besiegt Tabellenführer

Mit einer blitzsauberen taktischen Leistung, mit viel Herzblut und Leistungswille schrieb der HC Kriens-Luzern in der Gümliger Mooshalle ein weiteres Kapitel dieser Saison der Sensationen. Nach einem 13:17 zur Pause drehte der HCK ein Spiel, das an sich bereits verloren war.

Merken
Drucken
Teilen
Der HC Kriens-Luzern hat gegen den Leader mit 26:24 gewonnen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der HC Kriens-Luzern hat gegen den Leader mit 26:24 gewonnen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Mit bis zu 5 Toren lag der HCK in der ersten Hälfte gegen den BSV Bern Muri hinten. Und es waren lange Zeit zwei Ex-Krienser, die ganz schön für Wirbel sorgten: Tom Hofstetter schoss und traf aus fast allen Lagen, und auch David Nyffenegger zeigte verschiedene gute Aktionen. Und weil der HCK im Abschluss bös sündigte und Berns serbischen Nationaltorhüter Marjanac warm schoss, musste einem Angst und Bange werden. Insbesondere ein superseriös spielender Boris Stankovic war es, der den HCK trotz allem weiter im Spiel hielt.

Es kam der Pausenpfiff. Und bei 17:13 begann das Berner Publikum bereits zu rechnen, wie gross denn nun der Abstand auf die Konkurrenz sein würde.

Dann aber legte der HCK erst so richtig los. Er befreite sich förmlich von den Fesseln der ersten Halbzeit. Tom Hofstetter, Berns Edeltorschütze der ersten Hälfte, wurde mitten auf dem Platz kalt gestellt (0 Tore in Halbzeit 2, nach deren 8 in Halbzeit 1...). Und das erschütterte den BSV in seinen Grundfesten. Was einmal klappte, war jetzt plötzlich weg. Vorbei war die Selbstsicherheit, die Selbstverständlichkeit der ersten Spielhälfte. Und damit verlor auch Torhüter Marjanac seine Linie.

Denn jetzt trumpfte plötzlich der HCK gross auf. Nach 35 Minuten war der einst komfortable Vorsprung der Berner weg, der HCK wieder dran. Und plötzlich begannen beim Leader die Nerven sicht- und hörbar zu flattern. Der HCK aber hatte mit der plötzlich wieder realistisch scheinenden Wende in diesem Spiel zur Selbstsicherheit zurückgefunden. «Na also, geht doch!» Vom 13:18 gleich nach der Pause gings zum 19:19, das Willisch erzielte. Dann erzielte wenige Sekunden später Beni Steiger die erste HCK-Führung, und der Gastgeber wusste noch immer nicht so recht, wie ihm geschah.

Doch Meister Hitchkock schreibt seine Stories immer auf die volle Länge. Deshalb war diese Partie auch nach einer 23:20-Führung des HCK noch nicht entschieden. In einer kleinen Baisse des HCK glichen die Berner plötzlich wieder aus und gingen ihrerseits wieder mit 24:23 in Front. War das die Wende nach der Wende 4 Minuten vor Schluss? Wozu auch – der HCK raffte sich zur grossen Finalissima auf und schaffte das alles entscheidende Mini-Break in den letzten vier Minuten. Routinier Fellmann glich aus, dann schlug die grosse Stunde des Benjamin Steiger, der eine an sich gute Leistung mit einem Doppelschlag in den Schlussminuten krönte und den eigentlichen Anlass bot für den Schlussjubel. Ein Jubel, den sich der Gastgeber wohl in der Pause etwas zu fest schon für sich selber ausgemalt hatte.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern

BSV Bern Muri – HC Kriens-Luzern 24:26 (17:13)

Mooshalle Gümligen, 300 Zuschauer. SR Bernet/Wick.
Spielverlauf: 1:0, 2:2, 4:2, 5:4, 7:4, 7:7, 10:7, 11:9, 13:9, 14:10, 15:11, 16:12, 17:13; 18:13, 18:17 (35.), 19:17, 19:21, 20:23, 21:23, 23:23, 24:23 (56.), 24:26.
BSV Bern Muri: Marianac/Portner (ab 43.); Reber (4), Prachar (2), Dacevic (2), Striffeler (2), Bovey, Tarhai, Mühlemann, Nyffeneger (3), Räz (1), Hofstetter (8), Ramseier (2/2).
HC Kriens-Luzern: Schelbert/Aleksejev (ab 31.); Fellmann (4), Mühlebach, Willisch (1), Båverud (1), Steiger (6), Raemy (1), Baviera, Hess, Stankovic (10/2), Baumgartner (3).
Bemerkungen: Kriens ohne Jeremias, Baviera und Mühlebach wieder auf dem Matchblatt. BSV Bern Muri ohne Cvijetic und Kauffmann, erstmals mit Neuzugang Dacevic. Penalties: 40. Striffeler verschiesst Penalty (19:19). Strafen: BSV Bern 4, HC Kriens-Luzern 1 x 2 Minuten.