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HCK-Captain Tom Hofstetter: «Playoff-Final – das ist nicht utopisch»

Kriens startet am Samstag in die neue Handball-Saison. Captain Tom Hofstetter verrät, was anders geworden ist und wie das Team den Trainer kennenlernen musste.
Roland Bucher

Zugespitzt gefragt: Ist der HC Kriens-Luzern in dieser neuen Saison eher ein Meisterkandidat oder ein Abstiegsanwärter?

Tom Hofstetter: Eher ein Meisteranwärter.

Tönt ja recht forsch…

Ich habe nicht behauptet, dass wir Meister werden. Aber wir sind ein bisschen stärker als vor einem Jahr – und deshalb orientieren wir uns nach vorne.

Konkret: Wie lautet die Zielvorgabe für diese Meisterschaft, welche für Kriens am Samstag mit einem nicht ganz leichten Auswärtsspiel gegen Aufsteiger Endingen startet?

Wir wollen nach 27 Qualifikationspartien unter den ersten vier Teams installiert sein. Und mindestens die Playoff-Viertelfinals überstehen. Es wäre schön, wenn wir wieder einmal einen Playoff-Final spielen könnten. Ich bin überzeugt davon: Das ist nicht utopisch.

Was regt Sie zu dieser doch erstaunlichen Zuversicht an?

Die Tatsache, dass wir uns gut verstärkt haben. Papez ist als Linkshänder auf der rechten Aufbauerposition eine deutliche Verstärkung, dort hatten wir letzte Saison Defizite. Und Lavric wird in der Abwehr den Lead übernehmen. Er macht uns defensiv wesentlich stabiler. Die beiden Slowenen haben sich bereits unglaublich gut integriert, Respekt, wie sie vom ersten Tag an gezeigt haben, dass sie unsere Mannschaft weiterbringen wollen. Sie sind wertvolle Handballer – und gute Kumpels. Und das will ich noch beifügen: Die Stimmung im Team ist unerhört gut. Wir sind parat.

Weiss jetzt, was der Trainer will: Kriens-Captain Tom Hofstetter. Bild: Eveline Beerkircher (12. September 2018)

Weiss jetzt, was der Trainer will: Kriens-Captain Tom Hofstetter. Bild: Eveline Beerkircher (12. September 2018)

Sie selber haben vor zwei Jahren eine schwere Knieverletzung erlitten. Hie und da hatte man das Gefühl, dass Sie nach wie vor der Form ganz grosser Tage hinten nachhinken. Ist Captain Tom Hofstetter, designierter Torjäger und Regisseur in Personalunion, in dieser Meisterschaft wieder der Chef auf dem Platz? Welche Aufgabe hat Trainer Goran Perkovac Ihnen vordringlichst übertragen?

Torgefährlicher zu werden, vermehrt in den Abschluss zu gehen. Das passt mir. Ich persönlich habe mir vorgenommen, verbissener, giftiger in die Zweikämpfe zu steigen, in dieser ­Beziehung ein Vorbild zu sein. Ich will der Mannschaft helfen, dass wir einen deutlichen Schritt nach vorne machen.

Was bedeute Ihnen das Amt des Captains?

Verantwortung zu übernehmen. Aber wir haben im Team eine flache Hierarchie. Das Wort von altgedienten Routiniers wie ­Severin Ramseier oder Paul Bar hat gleich viel Gewicht wie meines.

Ein offenes Geheimnis ist: Letzte Saison hatten sich die Spieler und Trainer Goran Perkovac alles andere als lieb. Ist die Annäherung gelungen?

Ja. Wir wissen jetzt alle, wie unser Trainer tickt. Das hat Zeit gebraucht. Gorans direkte Art kann durchaus unangenehm sein, er ist unerhört ehrgeizig und fordert enorm. Wir haben lernen müssen, damit umzugehen. Unser Trainer hat nichts anderes im Sinn, als jeden Spieler besser zu machen: Wenn kleinste seiner Detailforderungen nicht befolgt werden, kann er das ziemlich unverblümt ausdrücken. Das hat einige Leute erschreckt.

Problem behoben?

Ja. Wir haben gemerkt, dass der Trainer das nicht persönlich meint, sondern rein sportlich. Wir haben die Spielphilosophie von Goran erkannt. Das ist entscheidend für eine gute neue Saison. Dass wir auf Kurs sind und die Rädchen langsam ineinandergreifen, haben wir in mehreren starken Testspielen bewiesen.

Themawechsel: Die Fluktuation im Fanionkader des HC Kriens-Luzern ist aussergewöhnlich gross, fast 20 Spieler haben in den letzten vier Jahren den Verein verlassen. Ist etwas faul im Lande HCK?

Jeder Wechsel hat eine eigene Geschichte, aber es ist schon so: Kontinuität ist das A und O beim Vorhaben, ein Team an die Spitze zu bringen. Wir müssen in dieser Saison wieder einige neue Spieler integrieren, das benötigt Zeit. Die einem halt dann beim Meisterschaftsstart schnell mal davonspringt. Da geht es um Kleinigkeiten, um Finessen, die wichtig und entscheidend sind. Auch wir arbeiten noch an den Automatismen, aber wir sind auf gutem Weg.

Böse Zungen behaupten, dass HCK-Manager Nick Christen den «besten und stärksten HCK» erst 2022 zur Eröffnung der Pilatus-­Arena präsentieren will.

Dazu äussere ich mich nicht. Aber meine Gegenfrage: Jeder Teamverantwortliche hat doch jeden Tag den Versuch im Kopf, das beste Kader aus den vorhandenen Möglichkeiten zu zimmern, oder nicht?

Sie sind jetzt 29 Jahre alt, mittlerweile auch privat fest in Kriens verwurzelt. Werden Sie 2022, wenn der HC Kriens-Luzern in der neuen Halle den Grossangriff plant, noch dabei sein?

(überlegt lange)

Ich weiss es nicht, bis dahin verstreicht noch eine lange Zeit. Aber: Sag niemals nie! Doch viel wichtiger ist das Tagesgeschäft: Ich freue mich sehr auf diese Meisterschaft und bin sicher, dass unsere Mannschaft viel Freude bereiten wird.

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