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HCK-CEO Nick Christen: «Wir sind keine Topadresse»

Kriens-Luzern startet in Endingen in die NLA-Saison. Geschäftsführer Nick Christen kämpft gegen das Mittelmass.
Stephan Santschi
Nick Christen, CEO des HC Kriens-Luzern in der Krauer Halle. (Bild: Nadia Schärli, Kriens, 29. August 2019)

Nick Christen, CEO des HC Kriens-Luzern in der Krauer Halle.
(Bild: Nadia Schärli, Kriens, 29. August 2019)

«Das war eine ganz triste Sache.» An die Abstiegsrunde der letzten Saison erinnert sich Nick Christen nur ungern. Zwar gewann sie der HC Kriens-Luzern souverän und schaffte so den Einzug in die Playoff-Viertel­finals. Sich während zweier Monate nur mit Gossau oder Basel anstatt mit Schaffhausen oder Winterthur zu beschäftigen, war aber gar nicht nach dem Geschmack der Zentralschweizer.

Damit sich dies nicht wiederholt, lancierte der Krienser Geschäftsführer gleich zwei Gegenmassnahmen. Erstens: Im Rahmen der Diskussionen um eine Modusänderung brachte er jene Idee ein, die sich letztlich durchsetzte: Künftig wird bis Ende März eine Dreifachrunde mit 27 Spieltagen absolviert, danach folgen sofort die Playoffs – Final- und Abstiegsrunde fallen also weg. Zudem bastelte Christen am Kader, trennte sich von Akteuren, die nicht voll auf Handball setzen (Willimann, Lengacher, Spengler) und verpflichtete solche, die das Team weiterbringen sollen. «Wir haben nun ein kämpferisches, engagiertes Team, das zusammen etwas erreichen will. Wir werden in jedem Spiel alles für den Sieg tun», verspricht Christen. Erstmals am Samstag, wenn Kriens-Luzern bei Aufsteiger Endingen gewinnen muss.

Zwei künftige Nationalspieler im Kader?

Die Königstransfers sind die beiden Slowenen Jernej Papez und Aljaz Lavric, «zwei absolute Profis», wie Christen anmerkt. Linkshänder Papez soll die zuletzt mangelhafte Durchschlagskraft im rechten Aufbau beheben und der mächtige Lavric (1,99 Meter, 104 Kilo) ist an der Seite von Filip Gavranovic als Stabilisator in der Abwehr gedacht. Zudem fühlt sich Goalie Paul Bar nach langwieriger Verletzung wie ein Neuzuzug an.

Christen streicht zudem die gute Mischung im Kader hervor. «Wir verfügen über vielversprechende, junge Spieler in der zweiten Garde, die Druck auf die Arrivierten machen.» Namentlich sind das Goalie Kayoum Eicher, Kreisläufer Gino Delchiappo, Spielmacher Moritz Oertli, der rechte Flügel Ammar Idrizi sowie der linke Aufbauer Tim Rellstab und der linke Flügel Ramon Schlumpf. Die Zürcher Rellstab und Schlumpf erhalten von Trainer Goran Perkovac sogar Vorschusslorbeeren: «Beide können es ins A-Nationalteam schaffen.» Das Kader ist mit 15 Mann zwar dünn, zusammenfassend hält Perkovac aber fest: «Wir haben mehr Biss und Spass als letzte Saison.»

Nächster Meilenstein für Hallenprojekt

Die schwierige Angewöhnungsphase mit dem fordernden Trainer und dem Team scheint überwunden zu sein, die Krienser wollen hoch hinaus – mindestens ein Platz in den Playoff-Halbfinals, also in den Top 4 der NLA, soll es am Ende sein. Hoch hinaus will Christen auch mit dem Hallenprojekt, das er seit sechs Jahren vorantreibt. Im November stehe dabei ein zentraler Meilenstein auf dem Programm: der Einwohnerrat von Kriens wird über die Genehmigung des Bebauungsplans und die Teilzonenänderung befinden. Neben einer multifunktionalen Sport- und Eventhalle mit einer Kapazität von 4000 Plätzen sollen zwei Wohngebäude von 110 und 50 Metern Höhe entstehen – es wäre das höchste Gebäude in der Zentralschweiz. «Wir brauchen diese Höhe, um die Pilatus Arena zu finanzieren», erklärt Christen, der 2021 auf den Baubeginn und 2022/23 auf den Einzug hofft.

Dem November schaut er zuversichtlich entgegen, auch wenn er weiss, dass noch viele Gespräche mit Parteien und Bürgern anstehen. Von der Notwendigkeit einer modernen Infrastruktur ist er überzeugt, ohne sie werde Zentralschweizer Hallensport auf Spitzenniveau nicht mehr finanzierbar sein. «In den bisherigen Hallen sind beispielsweise nicht einmal mehr TV-Übertragungen möglich.» Auch Sponsoring lasse sich kaum mehr realisieren, Gäste könnten nicht oder nur spärlich bewirtet werden. «Wir sind keine Topadresse», sagt Christen, was er auf dem Transfermarkt und in der Sponsorenakquise zu spüren bekommt. Genau das soll sich ändern.

NLA. 1. Runde. Gestern Donnerstag: Pfadi Winterthur – BSV Bern 31:31. – Samstag, 18.00: Endingen – Kriens-Luzern. RTV Basel – St.Otmar St.Gallen . Kadetten Schaffhausen – Wacker Thun. – Sonntag, 16.00: GC Amicitia Zürich – Suhr Aarau.

Kriens-Luzern. Zuzüge: Jernej Papez (MRK Krka), Aljaz Lavric (RK Nexe), Tim Rellstab (Horgen), Ramon Schlumpf (Stäfa), Ammar Idrizi (SG Pilatus), Christian Wipf (RTV Basel). – Abgänge: Luca Spengler (Karriereende), Aleksandar Radovanovic (Pfadi Winterthur), Luca Engler, André Willimann (beide Basel), Marcel Lengacher (Borba Luzern), Claudio Vögtli (Endingen), Basil Gnos (Stans), Amin Yousefinezhad (Katar).

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