HC Kriens muss Hausaufgabe erfüllen

Beim Fernduell um den letzten Finalrundenplatz benötigt Kriens gegen Amicitia (Sonntag 18 Uhr) zwingend einen Heimsieg. Und Schützenhilfe von St. Otmar. Die verspricht der Muotathaler Jan Gwerder.

Roland Bucher
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Am Sonntag sind Krienser Tore gefragt – auch von Filip Gavranovic. (Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 12. September 2018))

Am Sonntag sind Krienser Tore gefragt – auch von Filip Gavranovic. (Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 12. September 2018))

Leute, die beim HC Kriens-­Luzern grossgezogen (Gwerder, Ineichen) oder nach einer Zwischenlandung wieder verabschiedet wurden (Brücker, Alili), sind am Sonntag beim heissen Strichkampf, in welchem Kriens und Suhr im Fernduell um Rang sechs kämpfen, wichtige Nebendarsteller. Jost Brücker, der Urner mit Bundesliga-Vergangenheit, Albin Alili, der Internationale und Goalie Noah Ineichen – alle drei mit HCK-Vergangenheit – nehmen bei Amicitia tragende Rollen ein, dürften sich einen Spass daraus machen, den Kriensern einen Strick zu drehen.

Jan Gwerder, 22 Jahre jung und die dritte Saison bei St. Otmar, greift noch aktiver in die Entscheidung ein. An ihm und an St. Otmar liegt es, ob Kriens einen allfälligen Sieg gegen Amicitia belohnt bekäme. «Die Konstellation ist natürlich speziell», sagt der trickreiche Linksflügel, Sohn des früheren Internationalen Hubert Gwerder, «denn wir wissen, dass wir das Zünglein an der Waage spielen.»

«Totomat»-Spiel

Den Rechenschieber kann man heute Sonntag getrost zu Hause lassen. Denn die Ausgangslage im Kampf um das letzte Finalrundenticket lässt keine rechnerischen Spekulationen zu. Fakt ist: Kriens muss gegen GC Amicitia Zürich siegen, Suhr Aarau gegen St. Otmar St. Gallen verlieren – nur in dieser Konstellation packt die Truppe von Goran Perkovac die Finalrunde doch noch. Sonst geht’s in die Abstiegspoule – und von dort Ende Februar doch wieder in die Playoffs um den Titel. Dieser Modus ist sehr speziell, wurde im Hinblick auf die kommende Saison auch korrigiert. Könnte aber aktuell, wenn der HCK heute falliert, doch noch zum Vorteil gereichen. (rbu)

Jan Gwerder, beim KTV Muotathal gross geworden und in seinen Lehrjahren beim HC Kriens-Luzern gereift, betont indes, dass «wir nicht für oder gegen die Krienser spielen – sondern um zwei Punkte für unser Guthaben. Und die können wir natürlich im Kampf um eine gute Ausgangsposition in der Finalrunde durchaus brauchen.»

Hoffnung also für den HCK, der Jan Gwerder immer noch am Herzen liegt. «Ich habe bei diesem Verein eine sehr gute Grundausbildung geniessen dürfen und bin ihm und vor allem Heiko Grimm sehr dankbar dafür.» Sein Versprechen: «Ich werde alles geben, um jetzt etwas zurückzahlen zu können.» Das sei Ehrensache.

Perkovac ist froh um die Chance

Dass es Kriens nicht mehr in den eigenen Händen habe, bedauert Goran Perkovac, der Trainer, das sei schade, denn seine Mannschaft hätte es nach dem formidablen Schlussspurt durchaus verdient, noch nach oben zu ­rücken. «Wir sind angespannter als üblich», gesteht er, «denn es steht einiges auf dem Spiel. Wichtig ist, dass wir die Hausaufgabe resolut erfüllen – uns dabei aber nicht verkrampfen. Schliesslich sind wir froh, dass wir uns diese allerletzte Chance mit dem Remis gegen Winterthur doch noch erarbeitet haben.» Perkovac hofft, dass St. Otmar nochmals «100 Prozent Gas gibt», obwohl die St. Galler das Finalrunden­ticket bereits gelöst haben. «Immerhin geht es auch für dieses Team noch um Bonuspunkte.»

Perkovac geht davon aus, dass Luca Spengler, der in den letzten Partien so glänzend in Form gekommene Linksaufbauer, trotz einer beim Pfadi-Spiel erlittenen Bänderdehnung einen Einsatz wagen darf und dass es am Sonntag in der Krauerhalle brodeln wird: «Wir haben es uns verdient, dass wir diesmal die höchste Unterstützung geniessen.»