HCK verliert in St. Gallen hauchdünn

Am Schluss standen die Krienser NLA-Handballer nach der Partie gegen St. Otmar St. Gallen mit leeren Händen da. Und das wirklich nicht ganz verdient: 25:26 verloren sie die Partie gegen den TSV St. Otmar St. Gallen.

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Unter anderem stand dem HCK der zuvor verletzte Daniel Baverud wieder zur Verfügung. Dieser machte trotz knapper Niederlage eine gute Figur. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Unter anderem stand dem HCK der zuvor verletzte Daniel Baverud wieder zur Verfügung. Dieser machte trotz knapper Niederlage eine gute Figur. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Verloren wurde der eine, durchaus mögliche Punkt in den letzten 6 Spielminuten, als der HCK gleich mehrmals scheiterte im Versuch, den Ausgleich zu erzielen. Dass der HCK trotzdem viel Positives aus der Ostschweiz mit nach Hause nahm, lag daran, dass die Zentralschweizer eine mehr als nur gute Figur machten. Mit Baumgartner, Båverud und Fellmann kamen drei zuletzt verletzte Spieler zurück ins Team – und machten einen guten Job. Dass am Schluss vielleicht die Luft etwas fehlte, um die Wende in der Schlussphase zu erzwingen, mag dann auch damit zu tun haben, dass die drei teilweise lange Zeit abwesenden Spieler noch nicht wieder im normalen Wettkampfrhythmus waren.

Immerhin aber schaffte es der HCK, gegen die unbändig kämpfenden Ostschweizer das Spiel offen zu gestalten. Eine heikle Phase zu Beginn: 3:6-Rückstand wurde ebenso gemeistert wie die späteren Zwei-Tore-Rückstände. Bereits dazu brauchte es eine insgesamt sehr gute Leistung des HCK, denn der Gastgeber war alles andere als zu Gastgeschenken aufgelegt.

Der HCK aber blieb dran, erkämpfte sich nach der Pause nicht zuletzt dank einer starken Leistung von Torhüter Roman Schelbert sogar einen Eintore-Vorsprung. Absetzen aber konnte sich der HCK ebenso wenig wie es dies St. Otmar in Halbzeit 1 geschafft hatte.

So blieb das Spiel extrem spannend, der Ball wurde mit zunehmender Spieldauer immer heisser und die Nerven lagen blank. Was könnte es besser illustrieren als die Tatsache, dass der HCK nach 54 Minuten den 25:26-Anschlusstreffer schaffte. Danach aber scheiterten beide Teams gleich mehrmals und es keine weiteren Treffer mehr. Aus Sicht des HCK blieb die Feststellung, das man an diesem Abend (noch) zu wenig breit aufgestellt war, um hinter der «Money line» das entscheidende Ausrifezeichen zu setzen. Besonders ärgerlich war bei dieser Konstellation aus Krienser Sicht, dass eine Überzahl-Situation in den letzten 3 Minuten nicht zum Vorteil genutzt werden konnte.

Insgesamt aber lieferte der HCK ein mehr als nur vernünftiges Spiel ab in St. Gallen. Die Entscheidung im Kampf um die Verteilung der Playoff-Plätze jedoch wurde auf die Tage nach Ostern vertagt. Noch immer liegt der HCK mit 1 Punkt vor St. Otmar – und trifft in der nächsten Runde auf den BSV Bern. Dass die Berner nach dem Sieg heute über Wacker Thun neue Hoffnung schöpfen, ist klar. Doch auf Seiten der Krienser lässt sich auf dieser Leistung in St. Gallen durchaus aufbauen. Das Team lieferte den Beewis der eigenen Reife ab, dass es fest entschlossen ist, den Playoff-Platz zu verteidigen. In den jetzt spielfreien 2.5 Trainingswochen gilt es, die Defensive nach der Rückkehr der Verletzten wieder soweit zu stabilisieren, dass die Partie in Muri gegen den BSV Bern zum Schlüsselspiel werden dürfte. St. Otmar hat dann bei Pfadi Winterthur anzutreten (das heute Kadetten bezwang) – eine Konstellation voller Spannung und Dramatik also in diesen Fernduell, das nicht zuletzt auch den Nerven einiges abverlangt.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern

TSV St. Otmar St. Gallen – HC Kriens-Luzern 26:25 (14:13)

Kreuzbleiche St. Gallen 850 Zuschauer. SR Boskoski/Stalder

Strafen: St. Otmar 4x2 Minuten, HCK 1x2 Minuten

Spielverlauf: 2:0, 2:1 (6.), 3:1, 4:2, 6:3, 6:5, 7:5, 8:6, 9:7, 10:8, 11:9, 12:10, 13:11, 13:13, 14:13; 14:14, 15:14, 15:16, 16:16, 16:17 (34.), 18:17 (36.), 19:18, 19:19, 22:19, 22:20, 23:21, 23:22, 24:22, 24:23, 25:23, 25:24, 26:24, 26:25 (54.)

St. Otmar: Isenrich/Kindler (ab 31.); Christ (4), Fröhlich (5), Bärtschi (1), Wild (1), Liniger (2), Usik (1), Szymanski (1), Parolo (4), Wetzel, Banic (5), Hojc, Filip (2).

HC Kriens: Schelbert/Ineichen; Schumacher, Fellmann (2), Delhees (1), Willisch (1), Buholzer, Båverud (7), Lingg, Scherer, Jeremias, Hess (1), Stankovic (9/3), Baumgartner (3)

Bemerkungen: Kriens ohne Baviera, Raemy, Mühlebach, Steiger (alle verletzt). Siebenmeter: 38. Schelbert hält Penalty von Liniger (18:18); 56. Schelbert hält Penalty von Banic (26:25)