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Heikle Ausgangslage für Roger Federer nach der Startniederlagen an den ATP-Finals

Nach dem letztlich enttäuschenden Auftakt an den ATP-Finals gegen Kei Nishikori blickt Roger Federer sofort voraus auf das zweite Spiele vom Dienstagabend gegen Dominic Thiem. Klar ist: Federer muss in diesem Match sofort funktionieren.
Jörg Allmeroth
Roger Federer bei seiner Startniederlage in London gegen den Japaner Kei Nishikori. (Bild: Kieran Gelvan/EPA (11. November 2018))

Roger Federer bei seiner Startniederlage in London gegen den Japaner Kei Nishikori. (Bild: Kieran Gelvan/EPA (11. November 2018))

Roger Federer hatte vor dem ersten Ballwechsel bei den ATP-Finals ein wahres Wort gesprochen. «Wenn du hier deine Form und deine Schläge lange suchst, dann wird es sehr, sehr schwer», sagte Federer. Er spielte damit auf den Charakter dieses letzten Turniers des Jahres an, eines Turniers, bei dem nur die Besten der Saison versammelt sind. Und bei dem es kein sanftes Hereingleiten in das Wettkampfgeschehen gegen Gegner aus der zweiten oder dritten Reihe gibt.

Federer ist nun genau in die Situation geraten, in die keiner der Hauptdarsteller beim ATP-Höhepunkt der Spielserie geraten möchte. Er hat sein Auftaktmatch gegen den Japaner Kei Nishikori verloren, also gegen den Mann, den er in diesem Herbst in Schanghai und auch jüngst in Paris noch relativ souverän besiegt hatte. Und er steht damit, auch als Formsuchender, unter erheblichem Erfolgsdruck, wenn er am Dienstag in der Londoner O2-Arena den Centre Court zu seinem zweiten Duell gegen den Österreicher Dominic Thiem betritt.

2007 bereits einmal nach Startpleite noch gewonnen

Ob dieser Druck in Federers Situation nun behindernd oder – wie so oft in seiner Karriere – beflügelnd ist, bleibt schwer einzuschätzen. «Ich blicke nicht mehr zurück. Ich habe noch meine Chancen. Und ich will sie auch nutzen», sagte Federer nach dem Fehlschlag gegen Nishikori. Der Maestro war sichtlich bemüht, die Enttäuschung nach aussen zu verhüllen und zu begrenzen, schliesslich, so sagte er, sei es am Anfang schon mal «Kampf und Krampf» in so einem Match, das müsse man akzeptieren.

Federer weiss, dass sich die Dinge bei den ATP Finals schnell drehen und wenden können, es hat natürlich und selbstverständlich damit zu tun, dass man nach einer Niederlage noch nicht seine Koffer packen muss – sondern weiter im Titelrennen bleiben kann. Ein Mal ist Federer in seiner langen Final-Historie sogar nach einem Scheitern zu Beginn noch Champion geworden, 2007 war das, als er gegen den Chilenen Fernando Gonzalez in drei umkämpften Sätzen verlor, danach den Russen Nikolai Dawidenko und den Amerikaner Andy Roddick bezwang und sich dann im Endspiel gegen den Spanier David Ferrer durchsetzte. Ein Mal hatte eine Startpleite auch schnelle Konsequenzen – 2008 konnte er nach seiner Niederlage gegen Gilles Simon nicht mehr zu einer Aufholjagd ansetzen, scheiterte das einzige Mal bei 16 Teilnahmen in der Gruppenphase.

Federer wirkte, ähnlich wie zuletzt beim Pariser Final gegen Djokovic, sehr angespannt und gereizt im Duell mit Nishikori. Der Ärger über Fehlschläge war ihm überdeutlich ins Gesicht geschrieben, der eine oder andere Fluch war unüberhörbar. «Ich muss mich klar steigern, die Leistung war enttäuschend, keine Frage», sagte Federer, der seine 33 leichteren Fehler nicht zu kompensieren vermochte. Ein wirklicher Rhythmus kam auch deswegen nicht auf, weil Nishikori lange ebenfalls zerfahren agierte und erst im zweiten Satz zulegte – ein Federer-Comeback im Match fand aber nicht mehr statt.

Federer könnte in London, auf einer der grossen Bühnen seines Sports, den 100. Titel seiner Karriere gewinnen. Aber der Konjunktiv in dieser Feststellung hat nun mehr an Gewicht gewonnen, weil Federer einen klassischen Fehlstart hingelegt hat. Aller Voraussicht nach braucht er nun zwei Siege in den restlichen Gruppenmatches gegen Thiem und gegen den Südafrikaner Kevin Anderson, den Wimbledon-Finalisten dieser Saison. Auf Rechenspiele, wonach rein theoretisch auch ein Sieg reichen könnte, kann und will sich der 37-jährige Klassenälteste bei dieser WM-Show nicht einlassen.

Thiem führt mit 2:1-Siegen

Thiem ist die naheliegende Herausforderung, sie gilt es zu meistern. «Wir haben uns schon länger nicht mehr auf dem Court getroffen. Aber es wird eine harte Sache, das ist klar», sagte Federer. Tatsächlich liegt der letzte Match gegen den Österreicher zweieinhalb Jahre zurück, damals verlor Federer im Stuttgarter Halbfinal auf Rasen, seinem Lieblingsbelag. Thiem gewann danach sogar das Turnier.

«Taktisch klug und insgesamt flexibel» müsse er spielen, befand Federer am Sonntag. Er hat noch eine zweite Chance bei diesem Turnier, gegen Thiem, der in der Kopf-zu-Kopf-Bilanz mit 2:1 führt. Und auch gegen sich selbst, gegen einen Federer mit seiner anfänglichen Zerrissenheit.

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