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Heisse Zuger, routinierte Berner, zitternde Tessiner – 12 Klubs und 12 Thesen zum Start der Hockeysaison

Wird der EV Zug seiner Favoritenrolle gerecht? Schafft Ambri erneut ein Playoff-Wunder? Und kehrt der HC Davos ins Konzert der Grossen zurück? Ein Blick in die Kristallkugel.
Klaus Zaugg

Platz 1: EV Zug

Zug wird auch mit Leonardo Genoni an den hohen Erwartungen zerbrechen. Richtig. Aber noch nicht während der Qualifikation. Die werden die Zuger gewinnen, wahrscheinlich sogar spektakulär. Erst in den Playoffs wird es sein wie soeben beim Eidgenössischen in Zug: Bernische Kraft und Erfahrung, bernisches Selbstvertrauen und bernische Siegermentalität werden über die Jugend der Innerschweizer triumphieren.

Platz 2: Lausanne

Ville Peltonen ist der meistunterschätzte Trainer der Liga. Richtig. Lausanne ist halt sein erster Job als Cheftrainer. Er hat sein taktisches Handwerk beim grossen Kari Jalonen gelernt. Er sollte allerdings diese Saison triumphieren – ein drittes Jahr werden die Fans und möglicherweise auch ein paar Stars sein «Schablonenhockey» nicht mehr ohne zu murren goutieren.

Platz 3: SC Bern

Der Meister ist so stabil, dass der Abgang von Leonardo Genoni kaum Auswirkungen haben wird. Richtig. Hinter dem «JalonenRiegel» wird Niklas Schlegel eine solide Nummer 1 sein. Aber die Torproduktion wird ein Problem sein. Nur wenn Trainer Kari Jalonen seine neuen Schillerfalter Inti Pestoni und Vincent Praplan zum Flattern bringt und Sportchef Alex Chatelain Miika Koivisto rechtzeitig durch einen vierten ausländischen Stürmer ersetzt, gelingt die Titelverteidigung.

Platz 4: EHC Biel

Jonas Hiller wird zur Krönung seiner Karriere im nächsten Frühjahr den Playoff-Final bestreiten. Falsch. Der ehemalige NHL-Titan wird zwar in seiner letzten Saison noch einmal sein allerbestes Hockey zeigen. Aber Antti Törmänen wird es nicht mehr gelingen, die Balance zwischen Tempo, Spektakel, Kreativität und Taktik, Disziplin, Geduld zu finden. Und wer wettet, dass Jonas Hiller vom Rücktritt zurücktreten wird, hat gute Gewinnchancen.

Platz 5: ZSC Lions

Neu-Trainer Rikard Grönborg wird es ergehen wie seinen Vorgängern. Er kann aus der Interessengemeinschaft der Jungmillionäre keine verschworene Mannschaft bilden. Falsch. Der schwedische Weltmeister-Nationaltrainer wäre unter normalen Umständen hochgradig entlassungsgefährdet. Aber inzwischen ist die Eitelkeit des Managements seine Rettung: Peter Zahner und Sven Leuenberger wollen sich nicht noch einmal mit einem Trainerabsetzungstheater blamieren.

Platz 6: Fribourg-Gottéron

Goalie Reto Berras vorzeitige Vertragsverlängerung ist der erste Schritt zur Reise in den nächsten Playoff-Final. Falsch. Der WM-Silberheld hat zwar seine Karriere mit Gottérons Schicksal verknüpft. Die Vertragsverlängerung bis 2024 hat Signalwirkung und die komplette Erneuerung des ausländischen Personals führt zu einer weiteren Leistungssteigerung. Aber Leitwolf Julien Sprunger (33) hat nicht mehr die Energie, um bis in den Final zu kommen.

Platz 7: SCL Tigers

Inzwischen wissen die Gegner, wie der Ehlers-Riegel geknackt werden kann. Falsch. Die Langnauer mauern nicht mit einem Riegel. Ihr Spiel ähnelt eher einem gut strukturierten Schwarm-Forechecking: unablässige Störarbeit auf dem ganzen Eisfeld, die den Gegner zermürbt. Langnau ist über vier Linien ausgeglichen wie nie in diesem Jahrhundert. Heinz Ehlers System ist so schwierig auszuhebeln, wie es ist, den «Bisluft» im Tal der heulenden Winde an eine Wand zu nageln.

Platz 8: HC Davos

Christian Wohlwend tritt in die Fussstapfen von Arno Del Curto und entfacht das Feuer der Emotionen. Richtig. Aber Wohlwend trifft nicht in die Fussstapfen seines Vorgängers. Täte er das, würde er noch vor dem Spengler Cup gefeuert. Er schafft die Rückkehr in die Playoffs mit seinem ganz eigenen Stil. Ihm hilft, dass es kein «Gschtürm» mit den Ausländern und kein Goalie-Theater gibt. Und die Stars, die Del Curto aus dem Amt haben wollten, werden sich besonders anstrengen.

Platz 9: HC Lugano

Ohne Elvis Merzlikins führt der Weg direkt ins Playout. Richtig. Das Vertrauen des Managements und der Mannschaft in «Lottergoalie» Sandro Zurkirchen tendiert schon jetzt gegen null, und Stefan Müller ist ein österreichischer «Operetten-Goalie» mit Schweizer Lizenz, der höchstens für die Swiss League taugt. Entweder holt Sportchef Hnat Domenichelli rechtzeitig einen ausländischen Goalie, oder Lugano ist diese Saison der Grosse, der die Playoffs verpasst.

Platz 10: Ambri-Piotta

Ambri gelingt es, auch ohne Superstar Dominik Kubalik die Playoffs zu erreichen. Falsch. Luca Cereda wird diese Saison um den Lohn seiner exzellenten Arbeit gebracht. Ambri wird erneut taktisch eines der besten Teams der Liga sein und mit Disziplin, Tempo und Energie jeden Gegner in Not bringen. Aber ohne die Tore und Punkte von Dominik Kubalik bleibt Ambris Spiel ein unvollendetes Kunstwerk. Für mindestens vier Derbysiege und den vorzeitigen Ligaerhalt wird es hingegen reichen.

Platz 11: Genf Servette

Spätestens am 1. November steht Chris McSorley wieder an der Bande. Falsch. Zwar ist Juniorentrainer Patrick Emond ziemlich sicher hoffnungslos überfordert, und Chris McSorley langweilt sich als Sportchef ohne Entscheidungskompetenz in seinem Büro. Aber er wird nicht den Fehler machen, sich mit dem schwächsten Team seit dem Aufstieg von 2002 zu blamieren, und sich vor einer Rückkehr an die Bande hüten wie der Teufel vor dem geweihten Wasser.

Platz 12: Rapperswil Jona

Rang 12 ist in Stein gemeisselt – aber wenigstens gibt es 100 Tore zu bejubeln. Richtig. Der letzte Platz ist allerdings nicht in Stein gemeisselt. Sondern ins Eis geritzt. Ausser Torhüter Melvin Nyffeler genügt kein Schweizer Spieler höheren Ansprüchen. Aber dank besserem ausländischem Personal wird es gelingen, das letztjährige Total von 92 Toren zu übertreffen. Aber wahrscheinlich wird auch die Anzahl der Gegentore höher sein. Immerhin wird es diese Saison zu mehr als 10 Siegen reichen

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