HELFER: Schuler: «Mein grösstes Glück»

Ob vor, während oder nach dem Lauf: Der Swiss City Marathon ist nur möglich, weil jedes Jahr Hunderte freiwillige Helfer mitmachen. So wie Franziska Schuler.

Daniel Schriber
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Freut sich über die willkommene Erfrischung von Franziska Schuler (links) im Ziel: Pascal Zurbrügg. (Bild Roger Zbinden)

Freut sich über die willkommene Erfrischung von Franziska Schuler (links) im Ziel: Pascal Zurbrügg. (Bild Roger Zbinden)

So sieht also jemand aus, der soeben die beeindruckende Laufstrecke von 42,195 Kilometern absolviert hat – und das unter dreieinhalb Stunden. Wenige Sekunden nachdem Pascal Zurbrügg die Ziellinie im Verkehrshaus überquert hat, strahlt er schon wieder über beide Ohren. Wirklich erschöpft sieht der 34-Jährige nicht aus. «Ein super Lauf», bilanziert der Mann aus Interlaken, der bisher hauptsächlich an Bergläufen teil­genommen hatte. Trotzdem: «Jetzt bin ich am Verdursten.» Wie alle anderen Läufer nimmt deshalb auch Pascal Zurbrügg im Ziel froh und dankend ein gefülltes Isostar-Bidon entgegen. «Genau das brauche ich jetzt!»

Keiner geht leer aus

Über 10 000 Bidons warten hier im Ziel auf die durstigen Marathon-Absolventen. «Kein Teilnehmer geht leer aus», verspricht Franziska Schuler. «Wir warten hier, bis auch der allerletzte Läufer das Ziel überquert hat.» Schuler koordiniert das Isostar-Team, dem rund 10 freiwillige Helferinnen aus der Region angehören. «Die meisten kommen seit Jahren an den Marathon.» Die Atmosphäre am Swiss City Marathon sei eben eine ganz spezielle. Die Kulisse, die Stimmung, die Musikformationen am Strassenlauf, der Zieleinlauf im Verkehrshaus: «All das macht den Swiss City Marathon zu einem ganz besonderen Anlass.»

Als Helferin ist Franziska Schuler hautnah an den 10 900 Läufern dran. Und natürlich weiss sie auch, dass viele Teilnehmer im Ziel ihren Emotionen freien Lauf lassen. «Die meisten sind einfach nur happy, wenn sie das Ziel erreichen.» Enttäuschte Gesichter sieht sie deshalb selten. «Klar kommt es vor, dass ein Läufer frustriert ist, weil er seine angepeilte Zeit nicht erreicht hat – doch dieser Ärger ist in der Regel rasch verflogen.» Schuler betont: «Wenn die Läufer glücklich sind, bin ich das auch.»

Wie eine Familie

Am Marathon-Tag steht das Isostar-Team von frühmorgens bis abends im Einsatz. Für Franziska Schuler beginnen die Vorbereitungen auf den Swiss City Marathon aber schon viele Wochen vor dem Startschuss. Die Helfer-Einsätze rund um die Marathonstrecke werden jedes Jahr akribisch geplant. «Wir sind hier alle wie eine grosse Familie», sagt Schuler. Man kenne und schätze sich gegenseitig. Über 900 Helfer sorgen dafür, dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne geht. Ob bei den Verpflegungsständen, den Sanitätsposten, der Startummern-Ausgabe, der Verkehrsführung, in der Administration oder beim Auf- und Abbauen der Veranstaltung: Ohne die zahlreichen Helfer könnte der Swiss City Marathon nicht in dieser Art durchgeführt werden. Dessen ist sich auch Marathon-Finisher Pascal Zurbrügg bewusst. «Die Helfer hier in Luzern machen einen super Job. Auch sie gehören für mich zu den Siegern.»