Tennis
Der Start ist geglückt, jetzt steht das Hingis-Team vor der Bewährungsprobe

Die Zentralschweizer Vereine starten mit drei Siegen und einer Niederlage in den NLB-Interclub.

Albert Krütli
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Gelungener Auftakt für den TC Zug: Martina Hinigs (links) im Gespräch mit Géraldine Dondit.

Gelungener Auftakt für den TC Zug: Martina Hinigs (links) im Gespräch mit Géraldine Dondit.

Bild: Roger Zbinden (Zug, 8.Mai 2021)

Vor sieben Monaten gab das neu gegründete Frauenteam des TC Zug seinen Einstand in der NLB. «Wir wollen zusammen einfach Spass haben und hoffen, dass wir uns nicht verletzen», sagten damals Martina Hingis und ihre Mitspielerinnen unisono. Mit der gleichen Devise stiegen die Zugerinnen nach dem zweiten Platz bei der Premiere hinter Luzern Lido in ihre zweite Saison. Und der Auftakt glückte: 5:1-Heimsieg gegen Aufsteiger Nyon.

Bei herrlichem Wetter kam auf der Anlage des TC Zug Interclub-Stimmung auf, und die recht zahlreichen Fans bekamen einige Leckerbissen vorgesetzt – was natürlich vor allem an Martina Hingis lag. Die ehemalige Weltnummer 1 und 25-fache Grand-Slam-Siegerin (5 Einzel, 13 Doppel, 7 Mixed) gewann das Duell der beiden Nummern 1 gegen Yasmine Mansouri mit 6:3, 7:5. Die 19-jährige Französin, Nummer 799 der Weltrangliste, beeindruckte zwar mit einigen sehenswerten Winnern, am Ende war sie aber gegen die 21 Jahre ältere Hingis chancenlos, weil sie auch viel zu viele leichte Fehler beging. Hingis ihrerseits zelebrierte ihr bekanntes Tennis, das sich immer noch durch Sicherheit, Spielintelligenz und eben durch Spass auszeichnet. Dass sie es immer noch kann, erstaunt nicht, denn es ist noch nicht einmal vier Jahre her, seit sie im Mixed in Wimbledon und bei den US Open ihre letzten beiden Grand-Slam-Titel gewann.

Erstes Derby am kommenden Samstag

Géraldine Dondit, die ehemalige Schweizer Fed-Cup-Spielerin, und Nadine Kenzelmann (beide 45+) sorgten für die 3:1-Führung nach den Einzeln, nachdem Barbara Suter (40+) ihre Partie verloren hatte. Gegen die junge Equipe aus der Westschweiz spielten die Zugerinnen im Doppel ihre Routine erneut aus, auch wenn es zweimal ziemlich eng wurde. Der Auftakt ist also geglückt, aber am kommenden Samstag wartet im zweiten Heimspiel gegen les Iles Sion gleich die Bewährungsprobe, denn die Walliserinnen überzeugten zum Auftakt ebenfalls mit einem souveränen Heimsieg.

Im letzten Jahr startete Allmend Luzern gegen les Iles Sion in die Saison und gewann 5:1 – und zum Auftakt 2021 ging es wieder gegen die Walliserinnen. Und wieder hiess es am Ende 5:1, dieses Mal aber für die Gastgeberinnen, die mit ihrer Topbesetzung antraten (N1, N2, N3, N4). Dem hatten die Luzernerinnen nichts entgegenzusetzen, auch wenn sie sich auf den Positionen 1 und 2 mit Kiara Cvetkovic (N3.25) und Sophie Lüscher (N3.32) verstärken konnten. So war es schliesslich der früheren Profispielerin Nicole Riner vorbehalten, an der Seite von Lüscher den einzigen Punkt einzuspielen. Riner hat das Captainamt von Corinne Erni übernommen und freut sich jetzt auf das Derby gegen Luzern Lido, das am kommenden Samstag stattfindet.

Allmends Männer mit knappem Sieg

Der letztjährige NLB-Meister Lido hatte in Bern gegen Dählhölzli leichtes Spiel, denn die Bernerinnen traten ohne ihre Nummern 1 bis 4 an. So resultierte ein klarer 6:0-Sieg – ohne Satzverlust. Auch das Fehlen von Jenny Dürst, der Leaderin der Luzernerinnen, machte sich nicht bemerkbar.

Die Männer des TC Allmend Luzern bezwangen auswärts Rapperswil knapp mit 5:4. «Ich hätte mir zwar einen 6:3-Sieg gewünscht», bilanzierte Captain Philipp Dillschneider, «aber wir können trotzdem von einem geglückten Auftakt sprechen». Den möglichen sechsten Punkt vergab das Doppel Jonas Schär/Laurent Wickli, das sich im Entscheidungssatz mit 7:10 geschlagen geben musste. Die beiden liessen dafür – wie Routinier Raphael Lustenberger – in ihren Einzeln nichts anbrennen. In seinem ersten Spiel für Allmend traf Lars Aregger mit Jonas Imhof zwar auf einen guten Gegner, aber der Obwaldner wirkte oft verkrampft und konnte nicht sein ganzes Können ausspielen. Die St.Galler traten auf den Positionen 1 und 2 mit zwei starken Ausländern an, die unterklassiert sind. Gegen den Deutschen Thorsten Bertsch zeigte Mischa Lanz eine tolle Leistung, zum Sieg reichte es aber trotzdem nicht. Und Adam Moundir, der seine Profikarriere unterbrochen hat, war gegen den Österreicher Linus Erhart die fehlende Wettkampfpraxis anzusehen. Am Samstag trifft Allmend zu Hause auf Horgen, das mit einem klaren 9:0-Sieg gegen Nyon in die Saison gestiegen ist. «Ich bin überzeugt, dass wir uns steigern, dann wird es eine spannende und ausgeglichene Partie», sagt Dillschneider.

Interclub. NLB. Männer. Gruppe 1. 1. Runde: Belvoir ZH – Büsingen 5:4. Lugano 1903 – Arlesheim 7:2. Teufenthal – CT Neuchâtel 6:3. – Rangliste (alle 1 Spiel): 1. Lugano 1903 7. 2. Teufenthal 6. 3. Belvoir ZH 5. 4. Büsingen 4. 5. CT Neuchâtel 3. 6. Arlesheim 2.
Gruppe 2. 1. Runde: Rapperswil – Allmend Luzern 4:5. Horgen – Nyon 9:0. Tennisclub Thun – Seeblick ZH 2:7. – Rangliste (alle 1 Spiel): 1. Horgen 9. 2. Seeblick ZH 7. 3. Allmend Luzern 5. 4. Rapperswil 4. 5. Tennisclub Thun 2. 6. Nyon 0. - 2. Runde. Samstag, 15. Mai (12.00): Allmend Luzern – Horgen, Rapperswil – Tennisclub Thun, Seeblick ZH – Nyon. – Modus: Der Sieger im Final der beiden Gruppenersten steigt in die NLA auf, die beiden Gruppenletzten steigen in die NLC ab.

Rapperswil – Allmend Luzern 4:5
Thorsten Bertsch (N2.28) s. Mischa Lanz (N2.21) 6:3, 3:6, 6:2. Linus Erhart (N3.35) s. Adam Moundir (N2.26) 6:2, 6:2. Massimo Lüscher (R1) v. Jonas Schär (N3.33) 3:6, 1:6. Yves Boppart (R2) v. Raphael Lustenberger (N3.53) 0:6, 0:6. Jonas Imhof (R2) s. Lars Aregger (N4.84) 6:4, 6:3. Tizian Bucher (R3) v. Laurent Wickli (N4.99) 0:6, 5:7. Erhart/Boppart v. Lanz/Moundir 3:6, 4:6. Bertsch/Imhof s. Schär/Wickli 7:6, 6:7, 10:7. Lüscher/Bucher v. Lustenberger/Aregger 1:6, 2:6.

NLB. Frauen, Gruppe 1. 1. Runde: Zug – Nyon 5:1. les Iles Sion – Allmend Luzern 5:1. Dählhölzli BE – Luzern Lido 0:6. – Rangliste (alle 1 Spiel): 1. Luzern Lido 6. 2. les Iles Sion 5. 3. Zug 5. 4. Nyon 1. 5. Allmend Luzern 1. 6. Dählhölzli BE 0. – 2. Runde. Samstag (15. Mai 12.00): Allmend Luzern – Luzern Lido, Zug – les Iles Sion, Nyon – Dählhölzli BE. – Modus: Der Gruppensieger steigt in die NLA auf, der Gruppenletzte steigt in die NLC ab.

Zug – Nyon 5:1
Martina Hingis (N1.10) s. Yasmine Mansouri (N2.19) 6:3, 7:5. Géraldine Dondit (R2) s. Alicia Da Re (R1) 4:6, 6:3, 6:3. Nadine Kenzelmann (R2) s. Bianca Drabek (R3) 6:4, 6:1. Barbara Suter (R3) v. Katarina Brett (R3) 3:4, 4:6. Hingis/Suter s. Mansouri/Da Re 4:6, 6:3, 10:6. Dondit/Kenzelmann s. Nanette Duxin (R3)/Brett 6:1, 2:6, 10:7.

les Iles Sion – Allmend Luzern 5:1
Ylena In-Albon (N1.8) s. Kiara Cvetkovic (N3.25) 6:0, 6:1. Lara Michel (N2.24) s. Sophie Lüscher (N3.32) 6:3, 6:3. Livia Airoldi (N3.38) s. Sina Amrhein (N4.73) 6:4, 7:5. Julie Schalch (N4.60) s. Florence Fischer (R2) 7:6, 7:5. In-Albon/Michel s. Cvetkovic/Amrhein 6:4, 6:0. Magali Chételat (R3)/Jessica Morisod (R3) v. Lüscher/Nicole Riner (R2) 0:6, 1:6.

Dählhölzli BE – Luzern Lido 0:6
Anina Lanz (N3.43) v. Tina Nadine Smith (N2.22) 2:6, 1:6. Angelina Joy Hug (N4.46) v. Sandy Marti (N3.28) 3:6, 4:6. Noemi Stroh (R1) v. Jessica Crivelletto (R1) 1:6, 0:6. Leandra Vernocchi (R2) v. Chiara Volejnicek (R1) 1:6, 1:6. Lanz/Stroh v. Smith/Marti 3:6, 3:6. Hug/Vernocchi v. Crivelletto/Volejnicek 3:6, 3:6.

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