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HINTERGRUND: Lebendiger Zuger Basketball

Die Korbjäger sind in der Öffentlichkeit nicht sehr präsent. Dennoch freut sich der LK Zug über regen Zulauf. Im Rahmen eines Nachwuchsturniers äussern sich Vereinsverantwortliche zu den Gründen dafür - und blicken auf einen besonderen Transfer zurück.
Daniel Schriber
Der ehemalige LKZ-Präsident Hans-Peter Freitag sowie die heutigen Co-Präsidenten Selina Staub und Kiril Kostadinov (von links) während eines Nachwuchsturniers in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (20. Januar 2018))

Der ehemalige LKZ-Präsident Hans-Peter Freitag sowie die heutigen Co-Präsidenten Selina Staub und Kiril Kostadinov (von links) während eines Nachwuchsturniers in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (20. Januar 2018))

Daniel Schriber

sport@zugerzeitung.ch

Ein Sonntag im Januar. Während draussen strömender Regen und graue Wolken das triste Bild bestimmen, herrscht im Innern der Sporthalle Zug emsiges Treiben. Besucher werden von einem Gemisch aus Kinderlärm, quietschenden Schuhen und prellenden Bällen begrüsst. Begleitet wird die Szenerie von Schiedsrichter-Pfiffen sowie der Sirene einer Anzeigetafel. Der Grund für das bunte Treiben ist das interkantonale Minibasket-Turnier, für das 28 Teams und damit rund 300 Buben und Mädchen aus der ganzen Deutschschweiz nach Zug gekommen sind. Für den LK Zug, der das Turnier seit vielen Jahren durchführt, ist es der grösste Anlass des Jahres.

Viel los ist aber nicht nur auf den drei Spielfeldern, sondern auch daneben. Zahlreiche Mitglieder des LK Zug sind ebenfalls vor Ort, um beim Turnier als Zeitnehmer, Kiosk-Mitarbeiterin, Spielplan-Koordinator oder Schiedsrichterin mitzuhelfen. «Die Jüngsten spielen, der Rest des Vereins arbeitet», sagt Selina Staub und lächelt. Im Jahr 2017 haben die 26-jährige gebürtige Chamerin und der Baarer Kiril Kostadinov (29) das Präsidium des LKZ im Co-Amt übernommen. Davor leitet der Zuger Hans-Peter Freitag die Geschicke des Vereins – während 17 Jahren. Freitag steht dem Verein auch heute noch nah; als Beirat steht er seinen Nachfolgern nach wie vor als «Sparringpartner» zur Verfügung.

Auch am Mini-Turnier ist er involviert – natürlich im passenden Poloshirt mit Klubname. «Wenn man so lange dabei ist, lässt man den Verein nicht einfach hängen.» Gleichzeitig betont er, dass er sich gefreut habe, sein Amt nach so langer Zeit abgeben zu können. «Ich bin überzeugt, dass sich der LK Zug mit Kiril und Selina in guten Händen befindet.» Und wenn das Hans-Peter Freitag sagt, dann muss da auch was dran sein – denn schliesslich kennt den LK Zug keiner so gut wie der 56-Jährige. Er war schon dabei, als sein Vater 1975 die Idee hatte, das polysportive Angebot des LK Zug um eine weitere Sparte zu erweitern und eine Basketballabteilung zu gründen. «Mein Vater war damals Präsident des Gesamtvereins. Es war deshalb bald klar, dass meine beiden Brüder und ich uns dieser Aufgabe annehmen würden.»

Bereut hat der langjährige Präsident sein Engagement nie. Im Gegenteil: Vom ersten Korbwurf an war Freitag fasziniert von der neuen Sportart Basketball. Diese Begeisterung trage er bis heute in sich. «Beim Basketball kommt alles zusammen: Action, Taktik und Teamgeist. Und man lernt, dass man nur mit Disziplin und Cleverness zum Erfolg kommt.» Ganz so wie auch sonst im Leben.

Von der NBA zum LK Zug

Blickt Hans-Peter Freitag auf die vergangenen 47 Jahre Zuger Basketball zurück, fällt ihm so manche Anekdote ein. «Unvergessen bleibt zum Beispiel die Ankunft von Dave Speicher.» Der Amerikaner wurde einst von den New Orleans Jazz in die NBA gedraftet. Später zog es den Zwei-Meter-Hünen in die Schweiz, wo er fortan in der NLA auf Korbjagd ging. Mitte der Achtzigerjahre beendete Speicher seine Profikarriere, um sich beruflich und privat im Kanton Zug niederzulassen. Ganz ohne seinen geliebten Sport konnte Speicher natürlich trotzdem nicht – und so kam es, dass er fortan für den LK Zug in der 1. Liga Körbe warf.

«Mit Dave Speicher machten wir leistungsmässig einen grossen Sprung nach vorne», erinnert sich Freitag. Mit dem amerikanischen Centerspieler schafften es die Zuger Anfang der 1990er-Jahre bis in die Aufstiegsrunde zur NLB. Doch der Neuzugang aus Übersee brachte dem Verein mehr als Punkte und Körbe. Da sich Speicher auch im Nachwuchsbereich als Coach engagierte, war der Basketballsport bei vielen Zuger Jugendlichen auf einmal das grosse Ding. So fand zum ­Beispiel der heutige NLA-Spieler Michael Plüss aus Walchwil durch den Amerikaner zum Basketball (siehe Box).

Die Neunzigerjahre mögen für den LKZ den sportlichen Höhepunkt dargestellt haben – doch auch in der jüngeren Vergangenheit machte der Verein immer wieder mit beachtlichen Leistungen von sich reden. 2005 holten sich die U17-­Junioren die Bronzemedaille an den Schweizer Meisterschaften, 2008/09 spielte das Frauenteam in der NLB – und auch heute gehören der LK Zug in den ­jeweiligen Kategorien (Männer: 1. Liga Regional/Frauen: 2. Liga) zu den erfolgreicheren Teams. «Obwohl wir derzeit keinen Aufstieg in die nationalen Ligen anstreben, möchten wir auf dem regionalen Level kompetitiv mitspielen», betont Co-Präsident Kiril Kostadinov. Besonders am Herzen liegt dem LKZ-Vorstand der Nachwuchs. «Mittelfristig wollen wir in diesem Bereich in der ‹Inter-Spielklasse› oben mitspielen», so Kostadinov.

Grosse Herausforderung: Freie Hallen

Aktuell zählt der Verein rund 150 Mitglieder – von der 10-jährigen Korb­jägerin bis zum 42-jährigen 4.-Liga-Spieler. «Nachwuchssorgen haben wir definitiv keine», sagt Kostadinov. Im Gegenteil: In manchen Trainings könne es vorkommen, dass bis zu 30 Jugendliche in der Halle stehen würden. Das sei nicht immer ganz einfach. Einerseits braucht es dafür die nötigen Trainer, andererseits – und das ist laut Kostadinov die grösste Herausforderung – genügend Hallen. «Diesbezüglich sind wir am Anschlag.» Der LKZ pflegt deshalb einen regen Kontakt mit verschiedenen anderen Vereinen, die ebenfalls in der Sporthalle zu Hause sind. Es sei ein Geben und Nehmen, so Kostadinov. «Wir Vereine ver­suchen, uns so gut wie möglich gegenseitig zu unterstützen – schliesslich kämpfen wir alle mit ähnlichen Herausforderungen.»

Was den Basketballsport angeht, hat der LKZ im Kanton Zug keine Konkurrenz. Die nächsten grösseren Vereine sind in Buchrain, Arth-Goldau und ­Horgen. Und somit ist klar: Wer in Zug organisiert Basketball spielen wird, geht zum LK Zug. Das freut auch das Präsidenten-Duo Staub und Kostadinov: «Wir verfügen über gute Strukturen, erfreu­liche Mitgliederzahlen und einen top­motivierten Vorstand», so Staub. Und das soll auch in Zukunft so bleiben – denn schliesslich ist für die beiden klar: Der Zuger Basketball lebt.

Der Kinderlärm, die quietschenden Schuhe und die prellenden Bälle, die an diesem Tag in der Zuger Sporthalle für die Soundkulisse sorgen, sind der beste Beweis dafür.

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