Historischer Sieg erhöht die Erwartungen

Mit dem historischen 5:3-Erfolg über Deutschland sind die Erwartungen an das Schweizer Nationalteam sprunghaft angestiegen. Heute Abend in Luzern (20.15 Uhr) steht gegen Rumänien die erste Bewährungsprobe an.

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Ottmar Hitzfeld: «Es ist die letzte Gelegenheit für Tests, gegen Kroatien steht im August bereits die Hauptprobe für Slowenien an.» (Bild: Keystone)

Ottmar Hitzfeld: «Es ist die letzte Gelegenheit für Tests, gegen Kroatien steht im August bereits die Hauptprobe für Slowenien an.» (Bild: Keystone)

Mit dem ersten Länderspiel auf der Luzerner Allmend seit 1997 (1:0 gegen Lettland am 2. April) schliesst die Schweizer Nationalmannschaft ihre kurze Testspielphase in diesem Frühjahr bereits wieder ab. Lediglich zweimal konnte Nationalcoach Ottmar Hitzfeld sein Kader dieses Jahr bisher sichten. Doch das sportlich missglückte 2011 mit der verpassten EM-Qualifikation scheint keine Spuren hinterlassen zu haben. Gegen Argentinien unterlag die Schweiz im Februar nach einer starken Leistung erst in der Schlussphase durch individuelle Fehler noch 1:3. Und mit dem historischen 5:3 am Samstag in Basel über Angstgegner Deutschland wurde eine neue Euphorie ausgelöst, welche die Erwartungen für die im September beginnende WM-Ausscheidung deutlich erhöht hat. «Die Erwartungen sind sicherlich gestiegen», sagte Hitzfeld und offenbarte keinerlei Bedenken, dass seine Spieler diese Erwartungen nicht erfüllen könnten. «Der Sieg über Deutschland verpflichtet uns, nochmals an die Leistungsgrenzen zu gehen und dem grossartigen Publikum in Luzern ein tolles Spiel zu zeigen.»

Der Frust ist den FCL-Spielern Adrian Winter (links) und Alain Wiss nach der Niederlage anzusehen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
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Johan Djourou hatte in der Nachspielzeit eine grosse Chance zum Ausgleich. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Adrian Winter versucht es mit einem Rückzieher, doch er stand im Abseits. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
11'850 Zuschauer kamen ins Stadion. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Alain Wiss (rechts) gegen Gabriel Andrei Torje. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Ein enttäuschter Gökhan Inler (rechts) und Innocent Emeghara. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Enttäuschte Nationalspieler Innocent Emeghara (rechts) und Eren Derdiyok. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Adrian Winter. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
TV-Kommentator Sascha Ruefer: «Eine Stimmung wie bei der Einweihung einer Kläranlage.» (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Michel Morganella (oben) gegen Alexandru Maxim. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Johan Djourou (oben) gegen Marius Silviu Alexe. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Admir Mehmedi (links) gegen Razvan Rat. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Adrian Winter (links) gegen Vlad Iulian Chiriches. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Philippe Senderos (links) gegen Gheorghe Teodor Grozav. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Nati-Coach Ottmar Hitzfeld (rechts). (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Adrian Winter (rechts) gegen Alexandru Mihaita Chipciu. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Johan Djourou (rechts) gegen Marisu Silviu Alexe. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Alain Wiss (rechts) wird in der 76. Minute eingewechselt. Granit Xhaka verlässt das Spielfeld. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Tranquillo Barnetto (links) gegen Vlad Iulian Chiriches. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Rumäniens Gheroghe Teodor Grozav (links) erzielt gegen Yann Sommer (rechts) und Philippe Senderos das 0:1. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Luzerner im Dienste der Nationalmannschaft: Alain Wiss (links) und Adrian Winter. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Ersatzspieler bei der Hymne vor dem Spiel. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Diese Elf begannen in der swissporarena. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Sportminister und Bundesrat Ueli Maurer (links) verfolgt das Spiel von der Loge aus. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Alain Wiss (zweiter von rechts) und Adrian Winter (rechts) sitzen zu Beginn nur auf der Ersatzbank. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Ein Flitzer rennt über den Rasen... (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
... und wird von der Security abgeführt. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Einstimmung auf das Testspiel am Mittwochabend vor dem Spiel. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Einstimmung auf das Testspiel am Mittwochabend vor dem Spiel. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Trompeten Sigi und zwei Fans vor der swissporarena. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Admir Mehmedi (links) gegen Vlad Iulian Chiriches. (Bild: Keystone)
Valentin Stocker (links) gegen Marius Valerica Gaman. (Bild: Keystone)
Stephan Lichtsteiner (hinten) gegen Mihai Florescu. (Bild: Keystone)
Rumänien-Keeper Bogdan Ionut Lobont (rechts) muss gegen den heranstürmenden Schweizer Eren Derdiyok wehren. (Bild: Keystone)
Admir Mehmedi (links) gegen Razvan Rat. (Bild: Keystone)
Kopfballduell zwischen Tranquillo Barnetta (rechts) und Christian Tanase. (Bild: Keystone)
Philippe Senderos beim Abspiel. (Bild: Keystone)
Der Krienser Valentin Stocker konzentriert sich auf den Ball. (Bild: Keystone)
Gökhan Inler (links) gegen Marius Silvu Alexe. (Bild: Keystone)
Warmlaufen vor dem Spiel. (Bild: Keystone)
Ein Fan verfolgt das Spiel. (Bild: Keystone)
Torhüter Yann Sommer hält einen Schuss von Rumänen Gheorghe Teodor Grozav, beobachtet von Gökhan Inler. (Bild: Keystone)
Eren Derdiyok (links) gegen Vlad Iulian Chitiches. (Bild: Keystone)
Gökhan Inler bremst Daniel George Niculae. (Bild: Keystone)
Granit Xhaka (links) gegen Daniel George Niculae (Bild: Keystone)
Blerim Dzemaili wurde nicht von Anfang an eingesetzt. (Bild: Keystone)
Xherdan Shaqiri wegen einer Muskelverhärtung auf der Bank. (Bild: Keystone)
29. Mai: Der Bus der Nationalmannschaft vor der Swissporarena. (Bild: Keystone)
Ankunft in der Luzerner Swissporarena: Nationalcoach Ottmar Hitzfeld (im dunklen Traineranzug) mit den FCL-Spielern Alain Wiss (vorne) und Adrian Winter (hinten). (Bild: Keystone)
Ottmar Hitzfeld gibt Anweisungen. (Bild: Keystone)
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Xherdan Shaqiri macht sich warm. (Bild: Keystone)
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Stocker (l.) und Hitzfeld machen sich fürs Training in der Swissporarena warm. (Bild: Keystone)
Ottmar Hitzfeld (r.) und Valentin Stocker beim Training. (Bild: Keystone)
Ottmar Hitzfeld am Dienstag an der Medienkonferenz in Luzern: «Die Erwartungen sind sicherlich gestiegen». (Bild: Keystone)
Philippe Senderos und Steve von Bergen offenbarten am Samstag doch einige Abstimmungsfehler, eventuell erhält Johan Djourou (Bild) eine neue Bewährungschance neben seinem früheren Teamkollegen Senderos. (Bild: Keystone)
Tranquillo Barnetta (Bild), Gelson Fernandes und Eren Derdiyok, die drei grossen Gewinner des Deutschland-Spiels, dürften unangetastet sein und auch in Luzern auflaufen. (Bild: Keystone)
Die Polizei eskortiert die rumänische Fussball-Nationalmannschaft zur swissporarena. (Bild: Keystone)
Spieler der rumänischen Nationalmannschaft am Dienstag in der swissporarena. (Bild: Keystone)
Zuletzt lieferten die Rumänen gute Resultate ab: (Bild: Keystone)
Im November schlugen sie EM-Teilnehmer Griechenland 3:1 und Ende Februar gab es ein beachtliches 1:1 gegen Uruguay. (Bild: Keystone)
Victor Piturca, Trainer der rumänischen Nationalmannschaft an der Medienkonferenz. (Bild: Keystone)
Admir Mehmedi. (Bild: Keystone)
Gökhan Inler (Bild: Keystone)

Der Frust ist den FCL-Spielern Adrian Winter (links) und Alain Wiss nach der Niederlage anzusehen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Rumänien wie kommende WM-Gegner

Hitzfeld ist sich bewusst, dass gegen Rumänien ein komplett anderes Spiel bevorsteht. «Wir müssen die Gelegenheit nutzen, uns auf die kommenden WM-Ausscheidungsgegner Slowenien, Albanien und Zypern einzustellen. Auch die Rumänen sind technisch versiert und werden gegen uns wohl mehrheitlich auf Konter ausgerichtet sein. Solche Gegner müssen wir jedoch bezwingen, wenn wir an die nächste WM fahren wollen.»

Die Mannschaft habe den Sieg über Deutschland auskosten können, am Sonntag einen Ruhetag einziehen dürfen und sich gestern bei der Nacht des Schweizer Fussballs nochmals feiern lassen können. Er hoffe, dass die nötige Frische für dieses letzte Testspiel vor der Sommerpause jetzt wieder hergestellt sei. Im August folgt schliesslich nochmals ein Testspiel in Kroatien, ehe im September bereits die EM-Ausscheidungspartien in Slowenien und gegen Albanien (wieder in Luzern) anstehen.

Kommen Winter und Wiss?

Gegen Rumänien will Hitzfeld «dem einen oder anderen Spieler eine Chance geben», zu viele Wechsel seien jedoch nicht vorgesehen. Der Coach überlegt sich insbesondere, ob er FCB-Goalietalent Yann Sommer einen ersten Einsatz im A-Team ermöglichen will. «Es ist die letzte Gelegenheit für Tests, gegen Kroatien steht im August bereits die Hauptprobe für Slowenien an.» Ein Einsatz von Sommer werde jedoch nichts an der Hierarchie ändern: «Diego Benaglio ist weiterhin die unbestrittene Nummer 1 im Nationalteam.» Zu erwarten ist, dass die beiden Luzerner Alain Wiss und Adrian Winter im eigenen Stadion vor ihrem Publikum zumindest zu einem Teileinsatz kommen werden. Auch Michel Morganella, der Verteidiger von Novara, dürfte Gelegenheit erhalten, sein Können unter Beweis zu stellen.

Es gelte nach dem Highlight am Samstag, nochmals die nötige Spannung aufzubauen und konzentriert ans Werk zu gehen. «Es liegt an uns, den Funken zu zünden, damit das Publikum uns in diesem wunderschönen Stadion unterstützt.» Um an die Leistung vom Samstag anknüpfen zu können, wird Hitzfeld das Team nicht völlig neu formieren. Tranquillo Barnetta, Gelson Fernandes und Eren Derdiyok, die drei grossen Gewinner des Deutschland-Spiels, dürften unangetastet sein. Ein Wechsel ist indes in der Innenabwehr möglich: Philippe Senderos und Steve von Bergen offenbarten am Samstag doch einige Abstimmungsfehler, eventuell erhält Johan Djourou eine neue Bewährungschance neben seinem früheren Teamkollegen Senderos.

Unbekannter Gegner

Auf den heutigen Gegner mochte der Schweizer Teamchef nicht detailliert eingehen. Coach Victor Piturca kenne er nicht persönlich, doch das Team habe zuletzt gute Resultate abgeliefert. Im November schlugen die Rumänen EM-Teilnehmer Griechenland 3:1 und Ende Februar gab es ein beachtliches 1:1 gegen Uruguay. «Ich gehe davon aus, dass der rumänische Trainer experimentieren wird. Deshalb ist es für uns schwierig, uns auf den Gegner einzustellen. Wir wissen nicht, wie er spielen wird.» Von rumänischen Journalisten gefragt, welche Spieler er denn kenne, meinte Hitzfeld: «Adrian Mutu ist leider nicht dabei, auf ihn hätte ich mich gefreut, seine Spielweise gefällt mir ausserordentlich.» Der Cesena-Söldner ist deshalb nicht dabei, weil er von Coach Piturca vor rund einem Jahr aus dem Team verbannt worden war, nachdem er wiederholt den Zapfenstrich vor einem Länderspiel nicht eingehalten hatte.

René Baumann, si

Letztmals 1994 gegen Rumänien

Beim grandiosen 4:1-Erfolg an der WM 1994 in den USA waren sich die Schweiz und Rumänien letztmals begegnet. Heute in Luzern treffen sie zum zwölften Mal aufeinander.

Die Schweizer Bilanz gegen Rumänien ist ausgeglichen. Vier Siegen stehen drei Unentschieden und vier Niederlagen gegenüber. In Erinnerung geblieben ist neben dem herausragenden 4:1 in Detroit auch die 0:1-Niederlage am 13. November 1991 in Bukarest, mit der das Team von Ulli Stielike seine letzte Qualifikationschance für die EM-Endrunde 1992 in Schweden verspielte. Auch in Luzern traf die Schweiz bereits einmal auf Rumänien und gewann am 3. April 1990 mit 2:1.

Nationalcoach Ottmar Hitzfeld, der selber einmal beim FC Luzern spielte, könnte gegen die Rumänen gleich vier Luzerner nominieren. Die aktuellen FCL-Spieler Alain Wiss, der am Samstag gegen Deutschland debütierte, und Adrian Winter, sowie die gebürtigen Luzerner Stephan Lichtsteiner und Valentin Stocker.

Gegner Rumänien ist derweil mit sieben Söldnern angereist. Goalie-Routinier Bogdan Lobont (AS Roma) und Gabriel Torje (Udinese) spielen in Italien, Verteidiger Nicolai Goian bei den Glasgow Rangers, George Florescu in Kiew bei Arsenal, Costin Lazar in Griechenland bei PAOK Saloniki und Sturmspitze Daniel Niculae in Nancy. Die Rumänen bestreiten am Dienstag ein weiteres Testspiel gegen Österreich.

In der letzten EM-Ausscheidung wurde Rumänien hinter Frankreich und Bosnien-Herzegowina nur Dritter. Für die kommende WM 2014 in Brasilien muss sich Rumänien gegen Holland, die Türkei, Ungarn, Estland und Andorra qualifizieren.

Die voraussichtlichen Startformationen:

Schweiz: Sommer (Basel); Lichtsteiner (Juventus)/Morganella (Novara), Djourou (Arsenal), Senderos (Fulham), Ziegler (Fenerbahce); Inler (Napoli), Fernandes (Udinese)/Wiss (Luzern); Barnetta (Leverkusen), Mehmedi (Dynamo Kiew)/Xhaka (Basel), Stocker (Basel); Derdiyok (Leverkusen).

Rumänien: Lobont (AS Roma); Papp (Vaslui), Chiriches (Steaua Bukarest), Goian (Glasgow Rangers), Rat (Schachtjor Donezk); Lazar (PAOK Saloniki), Bourceanu (Steaua); Torje (Udinese), Florescu (Arsenal Kiew), Tanase (Steaua); Daniel Niculae (Nancy).

si