Marwin Hitz - ein Thurgauer fordert Bürki im Dortmunder Tor heraus

Es ist eine neue Herausforderung für Marwin Hitz: In Dortmund ist der Thurgauer Goalie nicht mehr die Nummer eins, sondern steht in Konkurrenz mit Landsmann Roman Bürki.

Laura Inderbitzin
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Marwin Hitz spricht nur äusserst zurückhaltend über den Goalie-Stammplatz in Dortmund. Ganz anders sein Schweizer Teamkollege Roman Bürki, der kein Blatt vor den Mund nimmt. (Bild: Thomas Hary)

Marwin Hitz spricht nur äusserst zurückhaltend über den Goalie-Stammplatz in Dortmund. Ganz anders sein Schweizer Teamkollege Roman Bürki, der kein Blatt vor den Mund nimmt. (Bild: Thomas Hary)

Dortmund startet nächste Woche in die Bundesliga-Saison. Mit dabei ist neu auch der Thurgauer Marwin Hitz. Es ist seine erste Station bei einem Grossclub, der ganz oben mitspielt – und der mit dem Schweizer Trainer Lucien Favre hohe Ambitionen anmeldet. Ein Champions-League-Platz und damit deutlich mehr Konstanz sind gefragt.

Um diese Ziele zu erreichen, bereitet sich die Mannschaft seit mehreren Wochen auf die kommende Spielzeit vor. Unter anderem trainierte sie in Bad Ragaz und traf in St. Gallen in einem Testspiel auf Napoli. Hitz ist seit Beginn der Vorbereitung dabei, hat dafür sogar die WM sausen lassen, an der er «nur» dritter Goalie gewesen wäre. «Ich würde denselben Entscheid nochmals treffen. Ich bin jetzt gut in Dortmund angekommen», sagt er.

Neuer Ort, neue Rolle

Unterschiede zu seinem ehe­maligen Club Augsburg gebe es kaum. «Das einzig Ungewöhnliche war, dass ich zuerst im Hotel gelebt habe.» Doch vergangene Woche begann der Umzug, und bald lebt er mit seiner Frau und den zwei Söhnen in Dortmund. Das liegt weiter im Norden als Augsburg – «aber wir sind trotzdem etwa alle zwei Monate in der Ostschweiz».

Der Freidorfer muss sich aber nicht nur an einen neuen Ort, sondern auch an eine neue Rolle gewöhnen: In Augsburg war er mehr als vier Jahre die Nummer eins – jetzt streitet er sich mit Roman Bürki um den Stammplatz. Im Konkurrenzkampf mit einem anderen Schweizer Goalie – damit ist Hitz vertraut. Während seiner Zeit bei Wolfsburg wetteiferte er mit Diego Benaglio, musste sich jedoch fast immer hinten anstellen. «Damals war die Situation eine andere. Ich war jung und unerfahren in der Bundesliga», sagt Hitz.

Bürki ist der Elefant

Nun kam der 30-Jährige als sattelfester und überzeugender Goalie zu den Borussen. Hitz ist somit eigentlich keine Nummer zwei mehr und hat wohl kaum zu Dortmund gewechselt, um auf der Bank zu sitzen. Deutliche Worte dazu hört man von Hitz aber nicht. Keine An­sage, dass er die Nummer eins anvisiert. Keine Eröffnung des Konkurrenzkampfs mit Bürki. Stattdessen: «Ich bin hierhergekommen, um mich weiterzuentwickeln. Wie das aussehen wird, muss der Trainer entscheiden.» Hitz ist äusserst zurückhaltend.

Ganz anders Bürki. Wie ein Elefant trampelt er durch Hitz’ Porzellanladen der vorsichtigen Äusserungen. «Ich bin die klare Nummer eins», deklariert Bürki und lässt keine Zweifel offen. ­Tatsächlich dürfte er mit seinen Fähigkeiten und Erfahrungen in Dortmund leicht die Nase vorn haben. Aber: Es könnte sein, dass der Berner etwas zu selbstsicher agiert und vom vorsichtigen Hitz noch überrascht wird.

Akanji im Aufwind

 In Dortmund stehen derzeit vier Schweizer unter Vertrag: Neben den beiden Goalies Hitz und Bürki sowie Trainer Favre ist auch Manuel Akanji wichtiger Bestandteil der Deutschen. Der 23-Jährige ist der Schweizer Überflieger des vergangenen Jahres, wechselte im Januar 2018 nach Dortmund und ist Stammspieler im Nationalteam. Auch in der Bundesliga ist er auf dem besten Weg, Abwehrchef zu werden. «Ich werde sicher alles dafür tun und versuchen, mich aufzudrängen», sagt Akanji. (lai)