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«Hochdorf, wir kommen»

Sandra Garibay, Paciane Bo Studer und Nicole Strässle gehören in der Schweiz zu den Besten ihres Faches. Auch beim Verbandsturnfest Luzern, Ob- und Nidwalden in Hochdorf hat das Trio das Podest im Visier.
Theres Bühlmann
Hochkarätiges Trio (von links): Sandra Garibay, Paciane Bo Studer und Nicole Strässle. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. 5. 2018))

Hochkarätiges Trio (von links): Sandra Garibay, Paciane Bo Studer und Nicole Strässle. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. 5. 2018))

Sie schrieb ein Stück Geräteturn­geschichte: 2015 gewann die damals 16- jährige Sandra Garibay (BTV Luzern) als Jüngste den Mehrkampf an den Schweizer Meisterschaften der höchsten Kategorie 7 und verteidigte den Titel zwei ­Jahre später in Luzern. Mehr noch: Sie ­sicherte sich 2017 vor eigenem Publikum zudem Gold am Reck und am Sprung. Ihr Potenzial liess sie schon früh aufblitzen, setzte sie sich doch bereits 2013 an der SM in der Kategorie 6 souverän durch.

Seit der Matura im letzten Jahr legt Garibay ein Zwischenjahr ein, reiste während vier Monaten durch Südamerika und kehrte im April wieder nach Hause zurück. Ein Training während dieser Zeit war nicht möglich, sie hielt sich aber mit Surfen, Joggen und Yoga fit. «Ich brauchte nach meiner Rückkehr ein wenig Zeit, um wieder in den Wettkampfmodus zu finden, mir fehlte vor allem die Schnellkraft», sagt sie. Somit konnte sie auch kurzfristig keine neuen Elemente in ihre Übungen einbauen. An den Getu-Games in Malters belegte sie Platz 3, mit einer hohen Note von 9,80 am Sprung. «Hier habe ich weniger erwartet, dafür etwas mehr am Reck (9,30) und an den Schaukelringen (9,40).» Nun galt es, einige Anpassungen vorzunehmen, «denn verbessern kann ich mich immer und an jedem Gerät», gibt sie zu Protokoll.

Die 19-Jährige gefällt nicht nur durch ihre technische Versiertheit, sondern auch durch ihre Eleganz. Zudem trainiert sie mit 10 bis 12 Stunden in der Woche mehr als die Konkurrenz. «Ich hoffe, dass ich es am Sonntag in Hochdorf auf das Podest schaffe», blickt sie dem Turnfest entgegen. Ein Lieblingsgerät hat sie nicht, «ich mag alle vier». Zurzeit arbeitet die Luzerner Nachwuchssportlerin des Jahres 2015 als Aushilfe in einer Gärtnerei. Im September beginnt sie ihr Studium an der Uni Zürich mit dem Hauptfach Biologie und dem Nebenfach Bio-Medizin.

Sie ist 22 Jahre alt, studiert an der ETH Zürich Gesundheitswissenschaften und Technologie, wohnt in Kastanienbaum und trägt einen wohlklingenden Vornamen. Paciane Bo Studer gehört dem TZN Nidwalden an, verstärkt aber auch die Reihen des BTV Luzern im Vereinsturnen in den Disziplinen Schaukelringe und Sprung. Viermal ist sie in der Woche trainingshalber in der Halle anzutreffen, was einen Umfang von neun Stunden ergibt. Ihre Übungseinheiten absolviert sie in Stans, Stansstad, in der Luzerner Utenberghalle, beim Unisport in Zürich und beim TV Altstetten. Und diese machen sich bezahlt: An der SM in Luzern klassierte sie sich in der K7 im Mehrkampf auf Platz 2, am Boden reichte es zu einer viel umjubelten Goldmedaille. «Es war überwältigend, das Nonplus­ultra», blickt sie heute noch freudestrahlend auf diese Momente zurück.

Vor 15 Jahren begann sie mit Geräteturnen, durchlief alle Kategorien von ganz unten bis ganz oben, holte sich unter anderem auch schon 2014 an der Schweizer Meisterschaft in der K6 die Bronzemedaille. Für Hochdorf hat die Bodenspezialistin ihre SM-Goldübung komplett umgestellt. «Ich will ab und zu etwas Neues zeigen», sagt sie, integriert so in ihren Vortrag einen gestreckten Rückwärtssalto mit einem freien Rad. «Ich will in Hochdorf so weit als möglich nach vorne kommen», formuliert sie ihre Ziele, «ja möglichst auf das Podest.» Dazu soll auch ihr Ritual helfen: «Ich esse vor dem Wettkampf immer eine Portion Pasta, die meine Mutter zubereitet.» Und sie geht nie ohne ihre glitzernden Ohrringe an den Start. Auch die immer kunstvoll hochgesteckten Haare bekommen jeweils eine Portion Glimmer ab. «Ich mag es einfach, wenn es glitzert.» Nun noch das Rätsel um ihre Vornamen Paciane Bo: «Diese sind eine Kreation meiner Eltern. Gefallen hat ­ihnen vor allem, dass im Namen das Wort Pace, also Frieden vorkommt.»

Das Palmarès Nicole Strässle ist lang: Alles in allem kommt sie auf rund 30 SM-Medaillen. Dies im Einzel, mit dem Team des Turnverbandes Luzern, Ob-und Nidwalden und im Vereinsturnen mit dem BTV Luzern. Dazu kommen ­unzählige Podestplätze an regionalen Anlässen. In bester Erinnerung ist ihr dritter Rang im Mehrkampf an der Schweizer Meisterschaft in Luzern in der Königsklasse 7 sowie der Gewinn der Goldmedaille an ihrem Lieblingsgerät, den Schaukelringen. «Ich mag das Fliegen an diesem Gerät, diese Weite. Vor allem, wenn die Wettkämpfe draussen stattfinden.» Im Mai setzte sie sich an den Getu-Games in Malters durch. «Dieser Erfolg ist Motivation für Hochdorf», sagt sie. «Und ja, ein Sieg liegt im Bereich des Möglichen.» Als «erstaunlich gut» beschreibt sie ihre derzeitige Form, denn sie war während dreier Monate in Mittelamerika auf Reisen und kehrte erst Ende März zurück. «Trainiert habe ich während dieser Zeit nicht.» Die 26-Jährige, die BWL studierte und nun in Zürich arbeitet, kommt die Routine zugute, die sie sich in ihren 18 Jahren – so lange betreibt sie das Geräteturnen schon – angeeignet hat. Seit kurzem ist Nicole Strässle auch für die Schaukelring-Vorführung des BTV Luzerns zusammen mit Selina Rinert und Alisha Grüter zuständig. «Diese Doppelfunktion ist keine Belastung», erklärt sie. ­«Alles, was mit Turnen zu tun hat, macht mir sehr grosse Freude.»

Rituale hat sie alle abgelegt. Einzig die Haare werden zu einem schönen Knoten zusammengefasst, doch dann hat es sich. «Rituale machen mich heute nervös, weil ich weiss, jetzt gilt es ernst. Nun gehe ich an die Wettkämpfe, als sei es ein Training, und bleibe dabei ganz ruhig und locker.» Aber trotzdem fokussiert und konzentriert, so eben, wie man Nicole Strässle kennt.

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