Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Goldenes Herbst-Hockey

Die Schweizer verpassen beim Deutschland Cup in ihrem letzten Spiel gegen Russland (2:4) den Turniersieg. Sie haben trotzdem überzeugt wie noch nie im Herbst.
Klaus Zaugg, Krefeld
Nationaltrainer Patrick Fischer (Mitte) hat mit seinem Team alles im Griff. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Krefeld, 11. November 2018))

Nationaltrainer Patrick Fischer (Mitte) hat mit seinem Team alles im Griff. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Krefeld, 11. November 2018))

Der Herbst ist die Zeit der jährlichen Hockey-Operette Deutschland Cup. Keine grosse Hockey-Oper wie die WM oder das Olympiaturnier. Niemand reist mit der bestmöglichen Mannschaft an. Also unbedeutend. Eigentlich. Aber für die Schweizer hat der Deutschland Cup seit der Gründung (1987) eine besondere politische und sportliche Bedeutung. Jahrelang suchten sie hier die Bestätigung dafür, international doch tauglich zu sein. Die Resultate waren wichtig. Mit dem Ende der Ära Krueger ab 2010 wurde das Turnier vor allem für die Nationaltrainer eine besondere Herausforderung. Kruegers Nachfolger standen unter besonderer Beobachtung. Es ging nebst den Resultaten immer auch um die Frage: Hat der jeweils neue Mann (Sean Simpson, Glen Hanlon, Patrick Fischer) alles im Griff? Diese Frage stellt sich seit der Silber-WM 2018 nicht mehr. Die internationale sportliche Tauglichkeit steht längst nicht mehr zur Debatte. Die Position von Fischer auch nicht.

2001 und 2007 hat die Schweiz den Deutschland Cup gewonnen. Nun haben sie zum neunten Mal den zweiten Platz erreicht. Ein Deutschland Cup wie so viele andere also? Nicht ganz. Die Ausgabe 2018 hat eine besondere Bedeutung. Die «Silber-Dividende» zahlt sich aus. Die Schweizer sind in Krefeld mit dem Selbstvertrauen, der Ruhe, Gelassenheit und Professionalität einer grossen Hockeynation aufgetreten. Die Aufgeregtheit der vergangenen Jahre hat sich gelegt. Niemand geht mehr der Frage nach, ob Fischer alles im Griff hat. Der Deutschland Cup 2018 hat so eindrücklich wie die WM 2018 gezeigt: Die Schweiz ist eine grosse Hockeynation. Ohne die Titanen aus Bern und Lugano, ohne die besten Feldspieler aus Zürich und Zug, ohne die WM-Torhüter Nummer 1 und 2 und mit bloss fünf WM-Silberhelden war die Schweiz in der Lage, die Slowakei (3:2) und das halbe deutsche Olympiasilberteam (4:3 n. P.) zu besiegen und Russland im Kampf um den Turniersieg im letzten Spiel herauszufordern (2:4).

Fischers Mut wird belohnt

Die Schweizer sind als Winner-Team aufgetreten und haben in allen drei Partien das beste Herbst-Hockey ihrer Geschichte gezeigt. Selbstsicher, bissig, mutig, offensiv und schnell.

Patrick Fischers Mut zu unkonventionellen Aufgeboten zahlt sich aus. Auch im Hinblick auf die WM im nächsten Mai. Auf allen Positionen haben sich Spieler bewährt, die noch nie in einem WM-Aufgebot standen, die aber das Potenzial für eine WM-Nomination haben: Servettes Gauthier Descloux (Torhüter), Langnaus Andrea Glauser, Biels Samuel Kreis (sie bildeten ein Verteidigerpaar), Biels Jason Fuchs oder Zugs Dario Simion. Lausannes Christoph Bertschy hatte sogar einen so starken Auftritt, dass er in dieser Form einen Platz im WM-Aufgebot auf sicher hat.

Der überzeugende Auftritt beim Deutschland Cup hat auch eine politische Botschaft. Am Mittwoch stimmen die Klubs darüber ab, ob künftig sechs statt nur vier Ausländer zugelassen werden. Hätte die National League jetzt schon sechs Ausländer, wären Andrea Glauser, Marco Miranda, Roger Karrer oder Jerome Bachofner nicht für den Cup aufgeboten worden. Weil sie bei ihren Klubs nie in einer wichtigen Rolle oder gar nicht zum Zuge gekommen wären.

Nationaltrainer ist zufrieden mit Zugern

Patrick Fischer setzte die drei Zuger nur in je zwei Partien ein. Yannick-Lennart Albrecht gegen Russland und die Slowakei, Lino Martschini und Dario Simion gegen Deutschland und die Slowakei – aus Rücksicht auf die Zusatzbelastung in der Champions League. Der Nationaltrainer war mit ihnen zufrieden. «Sie haben den Schwung aus dem Klub mitgenommen, und es ist zu spüren, dass sie dort sehr gut gecoacht werden. Alle drei haben meine Erwartungen erfüllt.» Simion sei selbstsicherer und im Abschluss kaltblütiger geworden, Martschini sei ein «Game-Breaker» und Albrecht defensiv zuverlässig und habe diesmal das Pech gehabt, dass er nur im ersten Spiel fix einer Linie zugeordnet war. (kza)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.