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Hoffen auf den Glückstreffer — grosse Nachfrage aus der NHL machen Schweizer Clubs das Leben schwer

Warum es für die Schweizer Eishockey-Clubs immer schwieriger wird, gute ausländische Spieler zu finden.
Klaus Zaugg
Gute Ausländer werden heute oft nur noch an unüblichen Orten entdeckt: ZSC-Star Garrett Roe (r.) kam einst über Salzburg nach Europa. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Gute Ausländer werden heute oft nur noch an unüblichen Orten entdeckt: ZSC-Star Garrett Roe (r.) kam einst über Salzburg nach Europa. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Ausländische Spieler zu verpflichten ist schwieriger geworden. ZSC-Sportchef Sven Leuenberger, 50, kann es wie kein anderer beurteilen. Er ist 2006 Sportchef in Bern geworden und der amtsälteste Sportchef der Liga. Servettes Chris McSorley ist zwar länger dabei, war aber die meiste Zeit auch noch Trainer und konnte weniger Zeit im Sportchefbüro verbringen.

Leuenberger ist ein interessanter Zeitzeuge der Entwicklung unseres Hockeys: Als der Nationalverteidiger 1989 in die NLA kam, gab es 22 NHL-Teams. Inzwischen sind es 31. Sven Leuenberger sagt: «Heute würden Spieler wie Rexi Ruotsalainen, Alan Haworth oder Bykow und Chomutow in der NHL gegen zehn Millionen verdienen. Es ist inzwischen wegen der grossen Nachfrage aus der NHL beinahe ausgeschlossen, solche Spieler zu verpflichten.»

Die NHL sucht inzwischen den gleichen Typ Spieler

Die ausländischen Spieler waren damals so gut, dass sie die Skorerliste dominierten. Was sich statistisch belegen lässt: 1990/91 finden wir ein Schweizer (Peter Jaks) in den Top Ten. Aktuell sind es fünf und auch der Liga-Topskorer ist ein Schweizer: Grégory Hofmann. Hinzu komme die Veränderung des Hockeys durch die strengere Regelauslegung («Nulltoleranz»). «Lange profitierten wir davon, dass kleine, aber schnelle Spieler in der NHL keine Chance bekamen. Sie waren perfekt für uns. Inzwischen sucht die NHL den gleichen Typ Spieler», sagt Leuenberger. Auch das «Nachrüsten» während der Saison sei schwieriger geworden. Wenn zum Beispiel in Skandinavien aus finanziellen Gründen hin und wieder ein guter Spieler freigeben werde, sei die KHL nicht mehr nur finanziell eine starke Konkurrenz zur Schweizer Liga. «Es gibt auch KHL-Städte, in denen es sich gut leben lässt.»

Daraus hat sich für die Schweizer Clubs eine neue Situation ergeben. «Früher bekamen wir eine lange Liste von Spielern und wir konnten den passenden aussuchen. So funktioniert es nicht mehr», sagt Leuenberger. «Der Markt kommt nicht mehr zu uns, wir müssen auf den Markt gehen und versuchen, Spieler zu finden, die uns nicht angeboten werden. Das Scouting wird immer wichtiger.» Es geht um Spieler, die durch verschiedene Umstände nicht den üblichen Karriereweg gegangen sind. Wie Garrett Roe, der nie in die NHL kam und dessen erste Destination in Europa Salzburg war. Oder wie Chris DiDomenico, den die Langnauer in der italienischen Liga entdeckt haben. Es ist wie die Suche nach der Rolex auf dem Wühltisch.

Die besten Schweizer Spieler werden zu Lohntreibern

Sven Leuenberger geht nicht davon aus, dass die ausländischen Spieler wegen der schwierigeren Marktbedingungen immer teurer werden. «Die besten Schweizer Spieler werden wegen der Beschränkung der Ausländerlizenzen immer teurer», sagt der ZSC-Sportchef. «Sie treiben die Löhne. Es ist eher so, dass wir für die ausländischen Spieler weiterhin ungefähr gleich viel ausgeben, aber für unser Geld weniger Qualität bekommen werden.» Die Zeiten ändern sich.

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