Langläufer hoffen auf einen Exploit in Davos

Mit Roman Furger, Roman Schaad und Nadine Fähndrich starten drei Innerschweizer am Wochenende beim Heim-Weltcup in Davos. Es wäre für alle drei ein idealer Ort, um einen Schritt nach vorne zu machen.

Jörg Greb, Davos
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Der Urner Roman Furger ist zufrieden mit dem Start in den Winter. (Bild: Federico Modica/Freshfocus (Beitostolen, 7. Dezember 2018))

Der Urner Roman Furger ist zufrieden mit dem Start in den Winter. (Bild: Federico Modica/Freshfocus (Beitostolen, 7. Dezember 2018))

Identisch sind die Vorzeichen beim Trio keineswegs. Der Wunsch aber, über sich hinauszuwachsen und eine beeindruckende Leistung zu zeigen, steht bei allen ganz oben in der Prioritätenliste – beim Urner Roman Furger, beim Schwyzer Roman Schaad und bei der Luzernerin Nadine Fähndrich. Und Optimismus ist durchaus berechtigt, auch wenn die Ausgangslagen ziemlich unterschiedlich sind.

Furger: Guter Start in den Winter

Entspannt, aufgeschlossen und voller Vorfreude präsentierte sich am Vortag beim Schweizer Medientermin Routinier Roman Furger. Der Saisonauftakt ist dem 28-Jährigen aus Schattdorf geglückt. In der Minitour in Skandinavien lief er einmal solid in die Weltcup-Punkteränge (Top 30) und verpasste dieses Dauerziel einmal nur knapp. Zudem sicherte er als Schlussläufer der Staffel den herausragenden vierten Rang. «Ich bin sehr zufrieden mit diesem Start in den Winter», sagt er.

Davos aber, die beiden Heim-Weltcup-Rennen (Sprint am Samstag, 15 km am Sonntag) sind ihm wichtiger. «Davos ist Jahr für Jahr ein Highlight für uns: das Heimpublikum, die Aufmerksamkeit für uns, das Gefühl der Vertrautheit», sagt er. Und besonders freuen ihn die diesjährigen Topverhältnisse mit dem Bilderbuchwetter und dem vielen Schnee. «So mache ich meinen Job noch lieber», sagt Furger. Im Skatingsprint von heute Samstag peilt er die Qualifikation für die Viertelfinals (beste 30) an – «wieder einmal», sagt er. Hat er diese aber erreicht, will er die erste Runde überstehen und mindestens in den Halbfinal vordringen. «Davos und seine Strecke liegen mir», sagt Furger. Vorsichtig äussert er sich hinsichtlich des 15 km Skatingrennens vom Sonntag. «Da hoffe ich, die mir bis anhin etwas mangelnde Konstanz zu finden.»

Schaad: Sind die Rückenprobleme behoben?

Mehr Schwierigkeiten mit einer der häufigsten Problemzonen der Langläufer bekundete zuletzt Roman Schaad. Von «einem ständigen Auf und Ab», spricht der 25-Jährige aus Yberg. Allerdings hat er Grund zur Zuversicht: «Derzeit spielt der Rücken hervorragend mit.» Als mögliche Erklärung nennt er eine neue Matratze. Diese besitzt er seit drei Wochen, und sie hat zu einem neuen Körpergefühl geführt. Wenig aufbauend war für ihn der Saisonstart in Skandinavien mit Klassierungen in den 60er- und 70er-Rängen. Er hofft, dass er mit einigen hoch intensiven Trainingseinheiten das Defizit an Tempohärte und Sprintqualität hat vermindern können. Und gespannt ist er, ob er die mentale Sicherheit aufbringt, um eine angemessene Aggressivität und Risikobereitschaft ins Rennen zu bringen.

Fähndrich: Das bekannte «Vor-Davos-Gefühl»

Gut in die Saison gestartet ist die 23-jährige Eigentalerin Nadine Fähndrich. Eine Weltcup-Klassierung in den besten 30 zeugt davon. Allerdings entlockt ihr das keine Freudensprünge, vielmehr spricht sie am Vortag der beiden Davos-Rennen ihre widersprüchlichen Empfindungen an: «Ich fühle mich nach wie vor nicht wirklich fit», sagt sie. Entgegen kommt ihr aber die Erfahrung. «Es handelt sich um ein bekanntes Vor-Davos-Gefühl», sagt sie. Bei den ersten Saisonrennen hat sie ihr Potenzial noch kaum je ausloten können. Sie beschreibt: «Die Muskeln schmerzen, es brennt – nicht nur in den Rennen, sondern auch im Training.» Trotzdem freut sie sich: «Das Heimpublikum und die vielen Bekannten motivieren ganz besonders.» Im Sprint steuert sie die Halbfinals an, im Distanzrennen einen Rang in den Top 30.