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Kaderplanung schreitet voran: Holt der HC Kriens-Luzern einen Krieger aus der Bundesliga?

Der HC Kriens-Luzern befindet sich im Umbruch: Drei Toptransfers sind offiziell, ein vierter dürfte bald folgen.

Stephan Santschi
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Gelingt den Innerschweizern mit der Verpflichtung des 51-fachen deutschen Nationalspielers Fabian Böhm der nächste Coup an der Transferfront?

Gelingt den Innerschweizern mit der Verpflichtung des 51-fachen deutschen Nationalspielers Fabian Böhm der nächste Coup an der Transferfront?

Bild: Valdrin Xhemaj / EPA (Wien, 20. Januar 2020)

Krise auf dem Platz, Vollgas in der Planung. So zögerlich die Krienser auf dem Spielfeld daherkommen, so entschlossen machen sie Nägel mit Köpfen in der Vorstandsetage. Andy Schmid, genialer Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen, Dimitrij Küttel, rechter Aufbauer der Kadetten Schaffhausen, und nun auch noch Johan Koch, dänischer Kreisläufer des Bundesligisten Füchse Berlin – der HC Kriens-Luzern stellt für die kommende Spielzeit eine spektakulär anmutende Mannschaft zusammen. «Mit Blick auf die Pilatus-Arena, die wir im Jahr 2024 eröffnen wollen, haben wir eine Vorwärtsstrategie. Das gibt uns Rückenwind», sagt CEO Nick Christen.

Koch, der zwischen 2015 und 2018 für Schaffhausen spielte, wird in Kriens Captain Filip Gavranovic ersetzen. Zur Vertragsauflösung mit dem Kroaten, der sich seit einem Jahr mit einer hartnäckigen Entzündung im Beckenbereich herumschlägt, sagt Christen:

«Wir hätten gerne mit Filip weitergemacht, doch die Situation war nicht planbar.»

Bei der Verpflichtung Kochs spielte die Meinung von Andy Schmid eine Rolle, «wir machen das nicht hinter verschlossenen Türen», sagt Christen, der davon ausgeht, dass Koch als starker Angreifer vorzüglich mit Schmid harmonieren wird.

Harbuz, Lapajne und Sikosek Pelko gehen

Nicht verlängert wird der im Sommer auslaufende Vertrag mit dem internen Topskorer Hleb Harbuz, er wird zu GC Amicitia Zürich wechseln. «Hleb bereitete uns viel Freude, verlor aber wie die anderen das Selbstvertrauen», hält Christen fest. Das grosse Manko des linken Rückraumspielers ist die Abwehrarbeit, wenn er verteidigt, dann nur auf der Flügelposition. Zudem hat der 27-jährige Weissrusse auch in der Offensive das Niveau der Saison 2019/20, als er Torschützenkönig und MVP war, nicht halten können. Neben ihm werden auch Regisseur Janus Lapajne und Kreisläufer Domen Sikosek Pelko den HCKL verlassen.

Bleibt die Frage, wen man für den linken Aufbau verpflichtet. Christen kommentiert keine Namen, dem Vernehmen nach könnte es aber der 1,98 Meter grosse Fabian Böhm sein. Aktuell steht der 51-fache deutsche Nationalspieler bei Bundesligist Hannover-Burgdorf unter Vertrag, ist dort Captain und verkörpert als emotionaler Leader jene Attribute, welche die Krienser schmerzlich vermissen. In Deutschland trägt der 32-Jährige nicht zuletzt dank seiner grossen Qualitäten als zentraler Verteidiger den Spitznamen «Krieger».

Krienser gastieren zum TV-Spiel in Bern

Die Aktualität auf dem Platz hält am Donnerstag das Fernsehspiel beim fünftklassierten BSV Bern (19.15 Uhr, Sport 1) bereit. Trotz des bitteren Punktverlusts gegen Wacker Thun (23:23) am letzten Sonntag, als man in der letzten Minute eine Zweitoreführung preisgab, machten die Krienser einen verbesserten Eindruck. Mit einem Sieg in Bern soll nun der zweite Teil des Befreiungsschlags folgen.