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Holt der FC Luzern mit Donis Avdijaj einen Problemspieler?

Am Freitag schliesst das Transferfenster. Zum Abschluss könnte sich der FC Luzern mit Donis Avdijaj verstärken. Der sorgte bereits für negative Schlagzeilen, sein Nationaltrainer Bernard Challendes lobt ihn aber.
Raphael Gutzwiller
Sorgt immer wieder für Schlagzeilen: Donis Avdijaj. (Bild: Geert van Erven/Getty (Tilburg, 18. Dezember 2018))

Sorgt immer wieder für Schlagzeilen: Donis Avdijaj. (Bild: Geert van Erven/Getty (Tilburg, 18. Dezember 2018))

Einst galt er zusammen mit dem heutigen Manchester-City-Star Leroy Sané zu den grossen Talenten von Schalke 04, nun könnte er plötzlich im Dress des FC Luzern spielen: Donis Avdijaj (22).

Offenbar hat sich das Interesse des FCL am Offensivspieler am Donnerstag konkretisiert. Bei seinem Verein Willem II ist Avdijaj dagegen ausser Rang und Traktanden gefallen, nun will ihn der FC Luzern verpflichten. FCL-Sportchef Remo Meyer will sich nicht zu Avdijaj äussern, sagt einzig: «Kein Kommentar.»

Seine Ausstiegsklausel betrug 49 Millionen Euro

Mit Donis Avdijaj käme ein Spieler mit hohen fussballerischen Qualitäten zum FC Luzern. Bereits früh galt er als grosses Talent. So schoss er einst in Deutschlands U17-Nationalmannschaft in 13 Partien zehn Tore. Und 2012/13 gelangen ihm in 25 Junioren-Bundesligaspielen gar unglaubliche 44 Treffer. Als Avdijaj 18-jährig war, dotierte Schalke die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag in der Höhe von 49 Millionen Euro.

Während seine damaligen Junioren-Kollegen bei Schalke Thilo Kehrer (Paris St. Germain) und Leroy Sané (Manchester City) heute bei Topvereinen spielen, machte Avdijaj einen anderen Weg. Zwar kam der kosovarische Internationale für Schalke zu neun Bundesligaspiele bestritten, dabei erzielte er zwei Tore, dennoch konnte er sich nicht nachhaltig durchsetzen. Dies lag nicht in erster Linie an mangelndem fussballerischen Talent, das ist sogar im Überfluss vorhanden, sondern eher an seinem Verhalten abseits des Platzes. Immer wieder sorgte er abseits des Platzes für Skandale. Einmal raste er mit seinem Mercedes über eine rote Ampel und überfuhr dabei fast eine Passantin, anschliessend rammte er beim Parkieren zwei Autos. Ein anderes Mal gab er ein fragwürdiges Video-Interview. Aber sehen Sie selbst:

Von Schalke wurde Avdijaj zuerst an Sturm Graz ausgeliehen, dann an Roda Kerkrade. Im letzten Sommer musste Avdijaj Schalke in Richtung Willem II verlassen. Dort startete der Deutsch-Kosovare gut: Er erzielte in 15 Ligaspielen vier Tore, drei weitere bereitete er vor. Dennoch ist er auch bei den Niederländern ausser Traktanden gefallen, kam in diesem Jahr zu keinem Einsatz.

Wie die Zeitung «Brabant Dagblad» berichtet, soll der Flügelspieler zum wiederholten Male durch Disziplinlosigkeit aufgefallen sein. Während des Trainingslagers musste der 22-Jährige das Teamhotel einen Tag vor der geplanten Abreise der Mannschaft verlassen – offiziell aufgrund einer Knieverletzung. Laut der Zeitung soll aber schlechtes Benehmen der Grund für die Abreise gewesen sein. Bereits im Dezember sorgte Avdijaj für Ärger, als er gemeinsam mit drei Teamkollegen für das Ligaspiel beim FC Emmen suspendiert wurde. Sie sollen am Abend vor der Partie lautstark gepokert haben anstatt ins Bett zu gehen.

Ob die Skandalnudel heute am letzten Tag der Transferperiode tatsächlich beim FC Luzern unterkommt, scheint völlig offen. So zweifelt man im Luzerner Umfeld auch daran, ob man den charakterlich schwierigen Avdijaj tatsächlich in die Gänge bringen könnte. Der FCL hat mit einem ähnlichen Problemfall bereits negative Erfahrungen gemacht. 2014 stellt der FC Luzern den Ägypter Mahmoud Kahraba frei, nach dem er sich mehrmaliges Fehlverhalten zu Schulden kommen liess.

Doch nicht nur eigene Zweifel könnten dem Transfer heute im Wege stehen. So hat sich am Donnerstag auch der FC St. Gallen ins Buhlen rund um den talentierten Offensivspieler eingeschaltet.

Challendes: «Er kann für den Unterschied sorgen»

Der kosovarische Nationaltrainer Bernard Challendes lobt auf Anfrage Donis Avdijaj, der in sechs Länderspielen für Kosovo bisher zwei Tore erzielte. «Er ist ein sehr guter Spieler, insbesondere im Dribbling. Er verfügt über einen guten letzten Pass und einen guten Abschluss. Zudem ist Donis offensiv links oder rechts flexibel einsetzbar und kann für den Unterschied sorgen.»

Zum offenbar eher schwierigen Charakter sagt Challendes lediglich, dass Avdijaj ein guter Typ sei, aber einen emotionalen und «starken Charakter» habe. Aus dem Umfeld der kosovarischen Nationalmannschaft ist auch zu vernehmen, dass es immer wieder Schwierigkeiten mit Avdijaj gegeben habe. Insbesondere dann, wenn er nicht in der Startelf stand, habe er sich zu emotional verhalten. Challendes will sich dazu nicht äussern.

Zu einem möglichen Transfer nach Luzern sagt er jedoch: «Natürlich kann ich Luzern keinen Rat geben, schliesslich müssen die Verantwortlichen beim FCL selber entscheiden. Mit Avdijaj würden die Luzerner aber sicher einen Spieler holen, der fussballerisch stark ist.»

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