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Hugo Waser gewann 1962 an der Ruder-WM Bronze - und lacht, wenn er nach dem Preisgeld gefragt wird

Hugo Waser (82) holte mit seinem Bruder Adolf (81) bei der WM 1962 in Luzern die Bronzemedaille im Zweier ohne Steuermann. Im Interview erzählt der frühere liberale Nidwaldner Regierungsrat von der damaligen Euphorie.
Claudio Zanini
Hugo Waser (rechts) mit seinem Bruder Adolf. (Bild: Boris Bürgisser (Stansstad, 22. Mai 2019))

Hugo Waser (rechts) mit seinem Bruder Adolf. (Bild: Boris Bürgisser (Stansstad, 22. Mai 2019))

Können sie sich an den Finaltag der Ruder-WM 1962 erinnern?

Hugo Waser: Selbstverständlich kann ich mich erinnern. 45 000 Zuschauer waren am Rotsee, davon wohl einige Tausend Nidwaldner. Wir waren das einzige Innerschweizer Boot an der Weltmeisterschaft. Ich weiss noch, wie OK-Chef Hermann Heller sagte, dank uns seien ein paar 1000 Zuschauer mehr gekommen. Es war ein schöner Tag, perfektes Wetter, nicht zu heiss und windstill. Rudern hatte damals generell einen höheren Stellenwert. Es gab noch drei Tageszeitungen in Luzern und alle berichteten schon im Vorfeld ausführlich über die WM. Die Leute waren dementsprechend informiert.

Sie gewannen zusammen mit ihrem Bruder Bronze. Haben Sie ein Preisgeld gekriegt?

Ein Preisgeld? (lacht.) Sie haben Vorstellungen ... Im Gegenteil, für die Teilnahme an Regatten hatten die Vereine zu bezahlen, dazu kamen Kosten für die Bootstransporte . Wir bezahlten die Reisen. Für Wettkämpfe im Ausland wurden zwar hie und da die Flugtickets übernommen.

Die Russen holten Silber in diesem WM-Rennen, die Deutschen Gold. Hatten Sie Kontakt zu den anderen Athleten?

Die Russen standen nicht lange herum nach dem Rennen, sie verschwanden meist schnell. Sie konnten keine Fremdsprache und wir kein Russisch. Geblieben ist mir, wie ein russischer Athlet in einem Vorlauf zusammengebrochen ist. Er war wahrscheinlich gedopt, damals gab es noch keine Kontrollen. (Macht eine Pause.) Zu anderen Nationen, etwa zu den Deutschen, den Holländern oder den Italienern hatten wir schon Kontakt.

1964 starteten sie bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio. Das dürfte für sie als junger Mann aus Stansstad besonders exotisch gewesen sein.

Das war tatsächlich sehr speziell. Zwei Wochen vor dem Abflug hat mich der damalige Fisa-Präsident, der Schweizer Tomi Keller, angerufen. Er fragte: ‹Hugo, habt ihr überhaupt ein Boot in Tokio?› Unglaublich, wir wussten nicht einmal, ob wir bei Olympia ein Boot haben werden. Wir hätten schon vor den Selektionen den Transport des Bootes auf eigene Kosten organisieren sollen. Aber das wollten wir nicht.

Wie hat sich der Rudersport verändert? Sind viele Reglementierungen hinzugekommen?

Die Strecke ist immer noch gleich lang. Man begann schon damals, jede Bahn einzeln zu markieren. Natürlich ist auch die Zeitmessung exakter geworden. Bei engen Entscheidungen mussten wir früher bis zu einer halben Stunde warten, bis die Zielaufnahme entwickelt war und der Sieger feststand. Und es gab an der Weltmeisterschaft noch keine Frauenrennen.

Sie sassen von 1982 bis 1998 im Nidwaldner Regierungsrat. Wie kam es dazu?

Nach meinem Jus-Studium habe ich am Bezirksgericht in Zürich gearbeitet. Gleichzeitig war ich Gerichtsschreiber am Nidwaldner Obergericht und am Verwaltungsgericht. So bin ich in die Politik hineingerutscht.

Nun sind Sie knapp 83-jährig, treiben Sie noch Sport?

Ich rudere immer noch, ich habe einen Ergometer im Keller und ich jogge regelmässig. Auf dem See war ich heuer noch nicht, da ich zurzeit an einer Blessur am Meniskus leide.

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