Kolumne Langlauf-WM
Die Langläufer auf den Spuren von Jules Verne: In 24 Tagen hundertmal um die Welt

So viele Hobbysportler wie noch nie versuchen sich im Langlauf. Ausgerechnet jetzt gibt es keine Volksläufe. Oder zumindest nicht als Massenveranstaltung. Doch dafür gibt es heute mobile Lösungen.

Rainer Sommerhalder
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Vier Millionen Kilometer auf Langlaufskis in 24 Tagen sind angesagt. Und das erst noch Corona-konform.

Vier Millionen Kilometer auf Langlaufskis in 24 Tagen sind angesagt. Und das erst noch Corona-konform.

Steffen Schmidt / KEYSTONE

Langlauf boomt. Ein Prachtswinter mit viel Schnee von Lappland bis ins Südtirol, geschlossene Bergbahnen für die Alpinen und ein Hauch Corona-Freiheit im einsamen Bergwald treiben Fitnessbewusste in nie dagewesenen Scharen auf die Loipen. Alles fährt Ski war gestern. Alles läuft lang lautet der Hype.

Ärgerlich für die vielen Veranstalter und den Internationalen Skiverband, dass ausgerechnet jetzt die beliebten Volksläufe als Einstieg in den Wettkampfsport tabu sind. Um dennoch Massen individuell abzuholen, ruft die FIS punktgenau auf die Nordisch-WM die «We4ski NordiQ-Challenge» ins Leben. Ab Freitag bis zum 31. März wird mittels Smartphone und App jeder Loipenkilometer aufgezeichnet. Man läuft für sein Land oder sogar für seinen Volkslauf. Engadiner gegen Wasalauf. Ziel sind vier Millionen Kilometer.

Oder anders ausgedrückt: In 24 Tagen hundertmal um die Welt. Was für eine Steigerung zu Phileas Fogg. Die Romanfigur von Jules Verne brauchte 80 Tage, um die Welt einmal zu umrunden.

Einzig der Zusatz «Co2-frei» erscheint beim Langlauf-Projekt als kleine Mogelpackung. Entweder wird dabei die Anreise per Auto ausgeblendet. Oder die Initianten gehen davon aus, dass jeder Langläufer sein Häuschen direkt an der Loipe stehen hat.

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