«Ich bin ein riesiger Fan»: Die Vorfreude der Schweizer Skifahrerinnen vor dem Parallel-Slalom

Für die Schweizerinnen bleibt das Podest im Super-G von St. Moritz ausser Reichweite. Am Sonntag folgt die nächste Chance im Parallel-Slalom.

Claudio Zanini aus St. Moritz
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Nutzt den Super-G als Vorbereitung für die Kombinationen in diesem Winter: Wendy Holdener.

Nutzt den Super-G als Vorbereitung für die Kombinationen in diesem Winter: Wendy Holdener.

Johann Groder/Freshfocus, Expa

Man müsse auch einmal zufrieden sein, sagte Corinne Suter nach dem Super-G am Samstagmittag. Sie hatte das Podest verpasst und wurde Sechste, mit 87 Hundertstel Rückstand. Eine leise Enttäuschung nach den Leistungen von Lake Louise. Als die Nachfrage kam, ob sie mit diesem Ergebnis denn wirklich zufrieden sei, lachte sie. Als hätte man sie beim Schummeln erwischt. «Nein, ich bin nicht wirklich zufrieden. Mit dem Rang schon. Mit der Fahrt ganz und gar nicht.»

Suter und das Schweizer Team konnten vor dem Heimpublikum nicht restlos überzeugen. Also mussten Erkenntnisse als positive Errungenschaften herhalten. Etwa bei der besten Schweizerin an diesem Tag: Lara Gut-Behrami auf Platz 5. Das ist ein leichter Aufwärtstrend und zeigt, dass ihr St. Moritz in allen Lebenslagen liegt. Hier fällt sie nie ab, auch jetzt nicht, wo sie einen Nebenschauplatz eröffnete, indem sie dem Skiverband fehlende Professionalität vorwarf. Es fehle grundsätzlich wenig für eine Top-Klassierung, sagte sie. «Wenn ich solider fahre, kommen die Resultate von alleine.»

Auch Michelle Gisin, die sich in den Speed-Wettbewerben hohe Ziele gesetzt hat, bekundete Probleme. Im Steilhang fuhr sie technisch einwandfrei, aber auch zu kontrolliert. «Es war ein Schritt vorwärts. Ein gutes Zeichen für Courchevel», sagte sie. In Courchevel findet am Dienstag ein Riesenslalom statt.

Absage von Shiffrin

Wendy Holdener belegte gemeinsam mit Michelle Gisin Platz 12. In dieser Woche bestritt Holdener zwei Super-G im Europacup als Vorbereitung, auf derselben Piste. «Ich fahre nicht, um einfach dabei zu sein. Mein Ziel sind auch hier gute Resultate», sagt sie. Dennoch will sie die Einsätze nutzen, um sich auf die Kombinationen vorzubereiten. Die Disziplin wurde auf diese Saison hin aufgewertet. Vier Kombinationen haben die Frauen im Programm, die erste findet bereits in Val d’Isère in einer Woche statt.

Die Chancen auf einen Schweizer Podestplatz beim Heim-Weltcup sind aber noch intakt. Dem Parallel-Slalom am Sonntag sei dank. Die FIS räumte auch diesem Wettbewerb mehr Platz ein. Vier Parallel-Wettbewerbe sind im Kalender. Glaubt man den Athletinnen, ist das Ansehen des Formats gewachsen. Wendy Holdener sagt: «Die Disziplin hat einen hohen Stellenwert. Es gibt mehrere Rennen, es gibt eine Kristallkugel zu gewinnen.» Aline Danioth, die Teil des Teams war, das an der Weltmeisterschaft Gold im Parallel-Event gewann, sagt: «Ich bin ein riesiger Fan dieser Disziplin.» Sogar Corinne Suter wird am Sonntag starten, was eher ungewohnt ist für eine Speed-Spezialistin. Für Suter wird es denn auch der erste Parallel-Slalom auf Weltcup-Stufe. Die Atmosphäre des Anlasses gefalle ihr, «mega cool», sagt sie. Und: «Die kurzen Schwünge tun mir sicher gut für den Riesenslalom.» Auf diese Disziplin will sie sich vermehrt konzentrieren. Laut Suter sei aber auch bei anderen Abfahrerinnen, etwa bei den Österreicherinnen, die Lust am Parallel-Wettbewerb gestiegen.

Keine schlechte Nachricht für die Schweizerinnen ist die Absage von Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin meldete sich nach ihrem dritten Platz im Super-G für den Sonntag ab. Der Grund sei das dichte Programm mit dem Riesenslalom am Dienstag und den Rennen am nächsten Wochenende in Val d’Isère. Shiffrin gewann im Vorjahr den Parallel-Slalom. Zumindest ein Podestplatz wäre also wieder frei.

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