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Ruder-Weltmeisterin Gmelin: «Ich werde lieber von mehr als einer Konkurrentin gejagt»

Weltmeisterin Jeannine Gmelin ist im Skiff das Mass der Dinge, seit zwei Jahren ist sie ungeschlagen. Nun will die 28-jährige Zürcher Oberländerin an diesem Wochenende auf dem Rotsee erstmals den Gesamtweltcup gewinnen.
Stephan Santschi
Fast wie zu Hause: Die Zürcherin Jeannine Gmelin fühlt sich wohl am Rotsee. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 11. Juli 2018))

Fast wie zu Hause: Die Zürcherin Jeannine Gmelin fühlt sich wohl am Rotsee. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 11. Juli 2018))

Es war ein spezielles Bild am letzten Wochenende in England. Jeannine Gmelin posierte mit dem Siegerpokal, was an und für sich alles andere als überraschend ist – schliesslich gewann sie seit ihrem fünften Platz an den Olympischen Spielen 2016 in Rio jeden Wettkampf, an dem sie teilgenommen hat.

Erstaunlicher hingegen war ihr modisches Outfit. Gmelin trug einen Hut und ein Sommerkleid, dessen Rock bis über die Knie zu reichen hatte. So will es der Dresscode der Henley Royal Regatta, der im Rudern so prestigeträchtig ist wie das Wimbledon-Turnier im Tennis. «Es ist ein buntes Treiben. Hübsch gekleidete Menschen feiern bei schönem Sommerwetter entlang der Themse den Rudersport», berichtet Gmelin.

«Am Rotsee fühle ich mich wie Zuhause»

Die 28-jährige Zürcherin war erstmals zum Traditionsanlass eingeladen worden und gewann auf Anhieb den Princess Royal Challenge Cup. «Ich wollte einen neuen Reiz schaffen und aus meinen Gewohnheiten ausbrechen», erläutert Gmelin, weshalb sie zu Gunsten der Henley Royal Regatta auf die Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee verzichtet hat. Ein Entscheid, der sich als richtig herausstellen sollte. «Die Bedingungen waren schwierig. Die Strömung der Themse, der Wellengang wegen den Motorbooten, die um 112 Meter längere Strecke, die Zuschauer zwei Meter neben dir und die 1:1-Duelle im Ko.-System – es war anders als alles, was ich bisher erlebt habe. Alles in allem ein guter Lehrblätz.» Und einer mit einem guten Ende, bliebe anzufügen. Nach den Weltcupsiegen in Belgrad und Linz sicherte sich Gmelin den dritten Saisonerfolg.

Ab Freitag steht nun bereits das nächste Highlight auf dem Programm. In Luzern wird wieder die dritte und letzte Weltcupregatta ausgetragen. Gegensätzlicher könnten die Rahmenbedingungen im Vergleich zu Henley kaum sein. «Es ist krass, ja, aber es sind Umstände, die ich viel besser kenne. Ich fühle mich am Rotsee wie Zuhause, ich kenne jede Ecke.» Die aus Uster stammende Einer-Ruderin kommt in ihrer Karriere zum 14. Mal nach Luzern, zum fünften Mal bestreitet sie im Skiff das Weltcuprennen. «In den ersten drei Jahren wollte es bei mir hier nicht recht klappen, weshalb kann ich nicht sagen», kommentiert Gmelin die Ränge 15 (2014), 9 (2015) und 7 (2016).

Im letzten Jahr allerdings holte sie zu einem ihrer schönsten Siege aus, wie sie heute sagt – Gmelin gewann erstmals auf dem Rotsee ein Weltcuprennen im Skiff. «Davor war ich verletzt gewesen, hatte eine Weltcupregatta und die Europameisterschaft verpasst.» Luzern war für sie der Platz für das perfekte Comeback, das schliesslich in den Gewinn des WM-Titels 2017 in Florida mündete – erstmals überhaupt gewann eine Schweizerin WM-Gold in einer olympischen Bootsklasse. Darüber hinaus schätzt die naturverbundene Spitzensportlerin auch das Ambiente am Rotsee. «Der Pilatus, die Kühe – das ist typisch Schweiz. Und ich bin sehr gerne eine Schweizerin.»

Gmelin hat keine Lust auf Rechenspiele

In Luzern kann Jeannine Gmelin nun den nächsten persönlichen Glanzpunkt setzen, indem sie erstmals den Gesamtweltcup für sich entscheidet. Ein vierter Platz würde ihr den alleinigen Gewinn der Trophäe bereits sichern. Gefährlich werden kann ihr hierbei nur noch die Titelverteidigerin Magdalena Lobnig aus Österreich. Auf grosse Rechenspiele will sich Gmelin aber gar nicht erst einlassen: «Ich möchte in Luzern siegen und so alles klarmachen.» 23 Athletinnen sind gemeldet, mit Ausnahme der WM-Zweiten Victoria Thornley (GBR) ist alles dabei, was Rang und Namen hat. «Alle werden mich jagen», sagt Gmelin und verheimlicht nicht, dass sie Gefallen an ihrer Favoritenrolle gefunden hat.

Mit Blick auf die Henley Royal Regatta, wo die Athletinnen jeweils in 1:1-Duellen gegeneinander antreten, hält Gmelin fest: «Mir ist es lieber, wenn ich von mehr als einer Konkurrentin gejagt werde.» Heute, wenn am Rotsee um 11.25 Uhr die Vorläufe im Frauen-Skiff beginnen, wird es wieder soweit sein.

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