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In Dortmund reifen Titelträume

Herbstmeister Borussia Dortmund hat die zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte mit einem Sieg gegen Verfolger Gladbach gekrönt. Trainer Lucien Favre beweist ein goldenes Händchen.
Oliver Mucha und Marco Heibel (SID)
In Feierlaune: Die Dortmunder bejubeln den zweiten Treffer gegen Borussia Mönchengladbach. (Bild: Martin Meissner/AP (Dortmund, 21. Dezember 2018))

In Feierlaune: Die Dortmunder bejubeln den zweiten Treffer gegen Borussia Mönchengladbach. (Bild: Martin Meissner/AP (Dortmund, 21. Dezember 2018))

Beseelt von der zweitbesten Hinrunde der Vereinsgeschichte umarmte Hans-Joachim Watzke jeden Spieler herzlich. «Davon hing mein Weihnachtsfest ab», sagte der Geschäftsführer des souveränen Bundesliga-Tabellenführers Borussia Dortmund nach dem 2:1-Sieg am Freitagabend gegen Verfolger Borussia Mönchengladbach. Die letzten Minuten hielt es Watzke daher nicht mehr auf seinem Tribünenplatz. Am Ende jubelte der BVB-Boss aber über einen «elementar wichtigen Sieg in einem Sechs-Punkte-Spiel».

Nach dem krönenden Abschluss einer famosen Halbserie reifen beim Herbstmeister die Titelträume. Es sei zwar erst «der halbe Kuchen gegessen», wie Siegtorschütze Marco Reus feststellte, «aber jeder möchte deutscher Meister werden.» In Dortmund sind alle hungrig. «Wir bleiben gierig und greifen im Januar fokussiert wieder an», versicherte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung. Der Angriff auf die neunte deutsche Meisterschaft werde «bodenständig» und mit «Demut» geschehen, so Kehl. «Das hat uns stark gemacht.»

Die richtige Balance gefunden

Das Selbstvertrauen ist durch die beste Hinrunde der Klubhistorie mit 42 Punkten nach der Meistersaison 2010/11 (43) riesig. «Wir überwintern verdient auf Platz eins», sagte Kehl. Sportdirektor Michael Zorc zeigte sich besonders von der «mentalen Stärke» beeindruckt, durch die man «viele Spiele noch gedreht» habe.

Gegen offensiv enttäuschende Gladbacher genügte eine konzentrierte Leistung, um den Verfolger auf neun Punkte zu distanzieren. Jungstar Jadon Sancho (42.) und der in der Hinrunde überragende Captain Marco Reus (54.) erzielten auf Vorlage des stark aufspielenden Mario Götze die Treffer. «Es ist immer schön, wenn man an Toren beteiligt ist», sagte der einstige WM-Held, der nach rund einer halben Stunde den am Oberschenkel verletzten Paco Alcacer ersetzte.

Während sich bei Reus vor dem Weihnachtsfest «Zufriedenheit» breitmachte, wird Trainer Lucien Favre die freie Zeit bis zum Trainingslager in Marbella (4. bis 12. Januar) in seiner Schweizer Heimat verbringen. Danach werde man «seriös arbeiten» und «kleine Fortschritte» machen. Es klingt wie eine kleine Drohung an die Konkurrenz.

Die Zusammenarbeit zwischen Favre und dem BVB wurde in der Hinrunde zur Erfolgsgeschichte. Der Schweizer führte die Westfalen nach anfänglichen Problemen souverän in die Winterpause, der Tempo-Fussball seiner Mannschaft verzückte die Liga. Erst am 16. Spieltag setzte es bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (1:2) die erste Niederlage. Sein 4-3-3-System wechselte Favre schnell in ein 4-2-3-1. Der BVB fand damit die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive. Zudem bewies der Coach ein goldenes Händchen. Seine Einwechselspieler trafen, wie sie wollten, und entschieden in der Schlussphase die Spiele häufig für die Schwarz-Gelben.

Vorfreude auf Rückrunde ist schon spürbar

Ein komfortables Polster in der Liga, als Gruppensieger in den Achtelfinal der Champions League und im deutschen Cup ebenfalls in der Runde der letzten 16 – mit dieser bemerkenswerten Zwischenbilanz hätte Geschäftsführer Watzke nie gerechnet. «Wenn man das im August gesagt hätte, hätten alle gesagt, wir sind geistesgestört», sagte er. Doch die Verantwortlichen bleiben auf dem Teppich. «Unsere Arbeit ist damit nicht beendet, sie geht im Januar richtig weiter», sagte Zorc. Ob dann noch alle Spieler des aufgeblähten Kaders an Bord sind, darf zumindest bezweifelt werden. Einem Abgang von Schlüsselspielern hat Zorc zwar eine klare Absage erteilt, doch grundsätzlich ist der BVB bereit, sich von Profis aus der zweiten oder dritten Reihe zu trennen. Im neuen Jahr werde man daher «noch die eine oder andere Entscheidung treffen», so Zorc.

Die Vorfreude auf die Rückserie ist schon jetzt spürbar. «Wenn wir so weitermachen und die Kleinigkeiten weiter beachten, bin ich positiv gestimmt», sagte Götze.

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