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Mit dem Selbstvertrauen eines Titanen: Schweiz stürmt in Halbfinal

Die Schweizer gewinnen den Viertelfinal gegen Finnland 3:2 und treffen am Samstag (19.15 Uhr) im Halbfinal auf Kanada. Sie können mittlerweile auch dem Druck eines grossen Gegners standhalten.
Klaus Zaugg, Herning
Jubel bei den Schweizer Eishockeyspielern: Sie stehen erstmals seit 2013 in einem WM-Halbfinal. Bild: Salvatore Di Nolfi / Keystone (Herning, 17. Mai 2018)

Jubel bei den Schweizer Eishockeyspielern: Sie stehen erstmals seit 2013 in einem WM-Halbfinal. Bild: Salvatore Di Nolfi / Keystone (Herning, 17. Mai 2018)

Der grösste Sieg aller Zeiten? Ja, wir müssen wieder einmal den ultimativen Superlativ bemühen. Der erste Sieg an einer WM gegen Finnland seit 1972. Der erste Sieg überhaupt in einem K.-o.-Spiel gegen einen der beiden skandinavischen Titanen Schweden oder Finnland. Und es ist nicht ein Sieg auf eine glückliche, aufwühlende Art und Weise in einem Hockey-Drama. Es ist ein logischer, kaltblütiger, zwingender, mit der Präzision eines Landvermessers herausgespielter Sieg.

Es ist ein Sieg, der sich abgezeichnet hat. Wer vor Ort war, konnte es spüren: Die Finnen hatten schon zwei Tage zuvor, nach dem 6:2 im letzten Gruppenspiel gegen die USA, nach dem Sieg, der ihnen das vermeintliche Halbfinallos gegen die Schweiz bescherte, mit jeder Pore Überheblichkeit geatmet. Die Schweiz? Ja, ein sehr gutes Team. Nein, die unterschätzen wir nicht. Ha, ha, ha.

Die Schweizer Spieler lassen sich von den mitgereisten Fans feiern. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Gregory Hofmann (vorne) und Simon Moser jubeln nach dem 3:1 für die Schweiz. | Bild: Petr David Josek / AP (Herning, 17. Mai 2018)
Jubel bei Naticoach Patrick Fischer (links) und seinem Assistenten Christian Wohlwend. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Die Nationalhymne erklingt im Stadion Jyske Bank Boxen. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Die Schweizer Spieler jubeln nach Spielschluss. | Bild: Petr David Josek / AP (Herning, 17. Mai 2018)
Die Schweizer können die Halbfinal-Qualifikation kaum fassen. Hinten: Nati-Coach Patrick Fischer. | Bild: Salvatore Di Nolfi / Keystone (Herning, 17. Mai 2018)
Gregory Hofmann jubelt nach dem dritten Schweizer Treffer. | Bild: Petr David Josek / AP (Herning, 17. Mai 2018)
Leonardo Genoni (Mitte) hält die Scheibe vor dem heranstürmenden Finnen Sebastian Aho. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Leonardo Genoni fährt seine Fanghand aus. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Raphael Diaz (rechts) vor Mikko Rantanen an der Scheibe. | Bild: Henning Bagger / EPA (Herning, 17. Mai 2018)
Sven Andrighetto (links) verfolgt Janne Pesonen. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Kevin Fiala versucht sich zu lösen | Bild: Henning Bagger / EPA (Herning, 17. Mai 2018)
Die Schweizer Nino Niederreiter und Roman Josi (zweiter von rechts) gegen die Finnen Teuvo Teravainen (links) und Sebastian Aho (rechts). | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Raphael Diaz (vorne) wird von Eeli Tolvanen in die Bande geknallt. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Leonardo Genoni wird bezwungen. | Bild: Petr David Josek / AP (Herning, 17. Mai 2018)
Joel Vermin bezwingt Torhüter Harri Sateri. | Bild: Andy Müller / Freshfocus (Herning, 17. Mai 2018)
Kevin Fiala (links) weicht Pekka Jormakka aus. | Bild: Henning Bagger / EPA (Herning, 17. Mai 2018)
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In magischen 235 Sekunden unter die letzten Vier

Wie eine unaufhaltsam rollende Maschine

Die Schweizer haben am Donnerstag zum ersten Mal von der ersten bis zur letzten Minute wie ein Titan und mit dem Selbstvertrauen eines Titanen gespielt. Der frühe Rückstand vermochte sie nicht zu verunsichern. Das Spiel der Schweizer lief weiter wie eine unaufhaltsam rollende Maschine. Und die sich anbahnende Wende war förmlich zu spüren. Sie kam unerbittlich. Die überheblichen Finnen fühlten sich nach dem 1:0 zu sicher.

Die Tore, die Finnland schliesslich eine der schmählichsten Niederlagen des Jahrhunderts beschert, erzielten die Schweizer im Stile der Titanen. Furchtlos und direkt. Enzo Corvi versenkte den dritten Nachschuss zum 1:1. Joël Vermin liess ich auf dem Weg zum Netz nicht beirren und traf zum 2:1. Das 3:1 war dann bereits spielerisch brillant, als gebe es nichts Einfacheres, als gegen Finnland in einem solchen Spiel ein Tor zu zelebrieren (Hofmann, 34. Minute).

Natürlich ging es nicht einfach so weiter. Die Reaktion des Gegners kam. Wie sich zeigte, zu spät. Erst die Vierminutenstrafe (hoher Stock) von Michael Fora ermöglichte den Finnen den Anschlusstreffer zum 2:3. (49. Minute). Aber ein finales spielerisches Feuerwerk konnten sie nicht mehr zünden. Ihre Bemühungen ähnelten dem Bauer, der die Stalltüre erst zusperrt, wenn die Pferde längst davongestoben sind.

Goalie Genoni muss sich nicht auf den Kopf stellen

Die Schweizer sind inzwischen selbstsicher und kräftig genug, um auch dem Druck eines grossen Gegners standzuhalten und sich immer wieder mit Gegenangriffen zu lösen. In den letzten zehn Minuten wurden sie zwar dominiert, aber nie aus dem Gleichgewicht gebracht. Selbst in der hektischen Schlussphase mit dem üblichen Prozedere (Torhüter raus, Timeout 28 Sekunden vor Schluss) hatten die Schweizer nach wie vor die besseren Torchancen. Sie sind so gefestigt, dass eine sehr gute Leistung von Goalie Leonardo Genoni reicht – es braucht für einmal keinen Torhüter, der auf dem Kopf stehen muss, um einen historischen Triumph zu vollenden. Am Samstag treffen die Schweizer im Halbfinal mit Kanada auf einen Gegner, der nicht besser ist als Finnland und der mit der Wiederholung der gestrigen Leistung besiegt werden kann.

Finnland - Schweiz 2:3 (1:0, 0:3, 1:0)

Herning. - 5634 Zuschauer. - SR Jerabek/Reneau (CZE/USA), Lasarew/Lhotsky (RUS/CZE). - Tore: 8. Nutivaara (Koivisto, Rantanen) 1:0. 30. Corvi (Fiala, Niederreiter) 1:1. 33. (32:32) Vermin (Meier) 1:2. 34. (33:08) Hofmann (Moser, Fora) 1:3. 49. Rantanen (Savinainen, Aho/Ausschluss Fora) 2:3. - Strafen: 0mal 2 Minuten gegen Finnland, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Finnland: Säteri; Pokka, Heiskanen; Nutivaara, Koivisto; Honka, Kivistö; Riikola; Rantanen, Granlund, Tolvanen; Teräväinen, Aho, Savinainen; Kapanen, Manninen, Jormakka; Anttila, Pesonen, Mäenalanen; Palola.

Schweiz: Genoni; Diaz, Josi; Fora, Müller; Untersander, Kukan; Frick; Rod, Schäppi, Scherwey; Moser, Haas, Hofmann; Niederreiter, Corvi, Fiala; Andrighetto, Vermin, Meier; Baltisberger.

Bemerkungen: Schweiz ohne Berra (Ersatztorhüter), Senn, Genazzi und Riat (alle überzählig). Timeout Finnland (59:32). - Schüsse: Finnland 34 (13-10-11); Schweiz 27 (6-14-7). - Powerplay-Ausbeute: Finnland 1/4; Schweiz 0/0.

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