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Skisprung-Chef Berni Schödler:
«In Sachen Schuh mussten wir Ruhe reinbringen»

Die Schweizer Skispringer Simon Ammann und Killian Peier sind mit aufsteigender Form nach Predazzo zum Weltcup gereist. Ihr Chef Berni Schödler erklärt den Aufschwung mit einer Schuhsohle – und der Resistenz gegen dumme Sprüche.
Interview: Ralf Streule
Berni Schödler (Mitte): «Nach der Vierschanzentournee waren wir erleichtert.» (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Berni Schödler (Mitte): «Nach der Vierschanzentournee waren wir erleichtert.» (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Der Start war harzig, unterdessen aber scheint das Schweizer Skisprungteam in der Saison angekommen. An der Vierschanzentournee überzeugte Killian Peier mit zwei Top-zehn-Platzierungen. Und Simon Ammann legte mit drei Top-20-Rängen ebenfalls eine Basis. Den Schwung will man mitnehmen nach Predazzo im Val di Fiemme, wo am Samstag und am Sonntag Weltcupspringen stattfinden. Die Qualifikation haben Ammann (22.) und Peier (27.) am Freitag solide überstanden. Was den Disziplinenchef besonders freut: Mit dem 17-jährigen Dominik Peter und dem 18-jährigen Sandro Hauswirth sind auch zwei Talente beim Weltcup mit dabei. Auch sie haben die Qualifikation überstanden.

Berni Schödler, geht die Aufwärtstendenz bei den Schweizer Skispringern dieses Wochenende weiter?

Die Chance besteht. Nach der Vierschanzentournee waren wir erleichtert. Aber es ist nur ein Zwischenschritt. Wir wissen, dass Auf- und Abstieg im Skispringen sehr nahe zusammenliegen. Ich freue mich aber über den Gesamtauftritt derzeit. Und darüber, dass uns Sprüche nicht aus dem Konzept gebracht haben und wir als Team immer an unserem Weg festhielten.

Welche Sprüche meinen Sie? Jene vieler Beobachter, die Simon Ammann einen Rücktritt nahelegen?

Das fachkundige Publikum tut das nicht, es kann Simons Leistungen richtig einordnen. Es gab in Engelberg Mitte Dezember aber Aussagen von Zuschauern, die mich wütend machten – weil sie respektlos waren. Schön ist, dass das Team sich nicht beeinflussen liess und geradlinig weiterarbeitete.

Können Sie die Leistungssteigerungen von Peier und Ammann erklären?

Auf oberster Stufe geht es immer um kleine Details – das macht es spannend, aber auch schwierig. Killian hat die Anlagen, das zeigte er im Sommer. Ich würde sagen, dass er noch etwas feiner geworden ist in seinen Sprüngen – und etwas konsequenter. Das macht in den Top 30 schon viele Ränge aus. Auffällig war seine Steigerung während der Tournee, das deutet auf eine starke mentale Verfassung hin.

Ammann liess ab Mitte Dezember den Weltcup aus, trainierte in Planica, sprang am Continental-Cup. War das eine Strafaufgabe für den Routinier?

Von aussen wurde das vielleicht so wahrgenommen. Es ging aber schlicht darum, in der Geschichte um den Karbonschuh Ruhe reinzubringen. Und Simon nahm das alles sehr professionell. Obschon er mit der Situation natürlich unzufrieden war, machte er mit, im Sinn der Sache. In Planica trainierte Simon mit dem alten Lederschuh – er musste wieder einen Referenzwert erhalten. Das gab ihm letztlich wichtige Informationen für die Verfeinerung an seinem Karbonschuh, den er dann an der Vierschanzentournee wieder trug. Es ging um Anpassungen an der Schuhsohle. Dennoch ist Simon noch nicht dort, wo er sein könnte. Ich traue ihm weitere Schritte zu. Es folgen grössere Schanzen, die er liebt. Simon kann sich mitreissen lassen – ich hoffe, das passiert nun.

Andere Schweizer wie Andreas Schuler und Gregor Deschwanden hingegen fliegen hinterher.

Die beiden , wie auch Luca Egloff, starten am Wochenende beim Continental-Cup, holen sich dort ein gutes Gefühl. Für uns ist schön, dass wir den jungen Springern Dominik Peter und Sandro Hauswirth eine Chance geben konnten. Die beiden haben zuletzt im Alpencup und Continental-Cup starke Leistungen gezeigt. Der Kampf um die WM-Startplätze ist also noch offen. Diese Dynamik im Team ist erfreulich.

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