Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

INNERSCHWEIZER: Reichmuth besteht Reifeprüfung

Nach einer langen Leidenszeit holt sich Reichmuth Pirmin (20) erstmals den eidgenössischen Kranz. Gesamthaft fällt die Ausbeute der Innerschweizer aber schmaler aus als 2013.
Zanini Claudio, Estavayer
Schuler Remo wuchtet den Brocken am weitesten. (Bild: Key/Urs Flüeler)

Schuler Remo wuchtet den Brocken am weitesten. (Bild: Key/Urs Flüeler)

Zanini Claudio, Estavayer

«Können wir vielleicht in den Schatten stehen?», fragt Reichmuth Pirmin etwas gar höflich. Hinter einer der mächtigen fünf Tribünen, kurz bevor der Schlussgang in der Arena stattfindet, macht der 20-jährige Chamer einen erschöpften Eindruck. Er sei auf der «Schnorre», beginnt Reichmuth. Warum dem so ist, braucht wenig Ursachenforschung. Reichmuth hat den achten Gang hinter sich. Fünfmal hat er gewonnen, einmal gegen den Brünig-Sieger Sempach Thomas gestellt, und zweimal verloren. Es reicht für den Kranz. Seinen allerersten eidgenössischen Kranz. «An einem Eidgenössischen kannst du kaum abschalten. Du musst dich über zwei Tage hinweg voll konzentrieren, das ist anstrengend», erklärt Reichmuth. Das Schwingfest wurde für ihn zum erhofften Meilenstein in der jungen Karriere. «Ich habe mir vorgenommen, nicht hierherzukommen, um einfach mitzumachen.»

Bitterer Tag für Scheuber

Die Genugtuung bei Reichmuth war darum so gross gestern Abend, weil er vor dieser Saison zu einer 21-monatigen Wettkampfpause gezwungen wurde. Die Geschichte ist bekannt: Zuerst der Höhepunkt mit der Schlussgang-Teilnahme am Innerschweizerischen 2014 im heimischen Cham, dann die schier nimmer enden wollende Talfahrt. Am Rigi-Schwinget riss er sich Kreuzband und Meniskus. Im März 2015 riss das Kreuzband wieder, die Saison war vor dem Comeback dahin. Erst am Zuger Kantonalen dieses Jahres kehrte Reichmuth zurück. Gestern war er der jüngste Innerschweizer, der einen Kranz holte. Die arrivierten Schwinger vergass er im Moment des Erfolgs aber nicht: «Die Routiniers wie Laimbacher und Schuler gaben mir hilfreiche Tipps», so Reichmuth.

Kaum zollte der Zuger der älteren Generation Respekt, kam Laimbacher Philipp aus der Arena. Der Schwyzer war hinter Schuler Christian (4. Rang) der beste Innerschweizer. «Es ist für mich selbstverständlich, dass wir die Jungen unterstützen. Sie sind schliesslich unsere Zukunft.» Laimbacher machte mit einem aufstrebenden Youngster der Nordostschweizer im siebten Gang Bekanntschaft. Gegen den Thurgauer Giger Samuel, der im Schlussklassement hinter Glarner Rang 2 belegte, hatte er das Nachsehen. «Gegen Giger habe ich noch nie geschwungen. Das war sehr schwierig.» Dass es sicher zum Kranzgewinn reichte, ist insofern eine beachtenswerte Leistung, da Laimbacher seit Monaten mit einer Schleimbeutelentzündung im Knie kämpft. Die Erleichterung, dass der Körper mitmachte, war dementsprechend gross. «Es war ein sehr emotionales Fest für mich», bilanzierte Laimbacher.

Die Bilanz der Innerschweizer fällt trotz ein paar Glanzpunkten magerer aus als noch vor drei Jahren in Burgdorf. 17 Kränze standen nach dem letzten Eidgenössischen zu Buche – heuer sind es drei weniger. Einerseits waren die fehlenden Teamstützen (Wicki Joel, von Ah Benji) ein Grund für das schwächere Abschneiden, andererseits fielen nach dem 8. Gang etwa Scheuber Lutz, Nötzli Bruno und Zimmermann Martin wegen einem fehlenden Viertelpunkt aus den Rängen. Für Scheuber, der nach dem gestellten Gang gegen Thoenen Henryc enttäuscht das Weite suchte, war der verpasste erste Kranzgewinn besonders hart: Genau wie gestern hatte der Nidwaldner auch 2013 nur 0,25 Punkte zu wenig auf dem Konto. Und: Scheuber war zur Wettkampfhälfte in Estavayer noch einer der drei besten Innerschweizer.

Das siebte Eichenlaub für Grab

Ihren ersten eidgenössischen Kranz gewannen nebst Reichmuth Pirmin und Schurtenberger Sven auch Schuler Alex, Müllestein Mike, Stöckli Stefan und Suppiger René. Bereits zum siebten Mal gelang der Kranzerfolg dem Rothen­thurmer Grab Martin. Der 37-Jährige hievte sich damit auf Platz zwei der erfolgreichsten Kranzgewinner. Noch zwei Kränze mehr hat der 2012 verstorbene Winterthurer Meli Karl. Als Grab 1998 seinen ersten eidgenössischen Kranz errang, war Reichmuth Pirmin gerade mal dreijährig.

Die 14 glücklichen Kranzgewinner (rechts Schuler Christian, neben ihm Laimbacher Philipp) aus der Innerschweiz lassen sich von ihrer Anhängerschaft in der Broye-Arena feiern. (Bild Roger Grütter)

Die 14 glücklichen Kranzgewinner (rechts Schuler Christian, neben ihm Laimbacher Philipp) aus der Innerschweiz lassen sich von ihrer Anhängerschaft in der Broye-Arena feiern. (Bild Roger Grütter)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.