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«Irre!» Kay-Uwe Müller läuft in Luzern angeschlagen zur Bestzeit

Buntes Podest im Männer-Marathon: Ein Deutscher, ein Zuger und ein Japaner enteilen der Konkurrenz.
Stephan Santschi
Geschafft: der Deutsche Kay-Uwe Müller. (Bild: Corinne Glanzmann)

Geschafft: der Deutsche Kay-Uwe Müller. (Bild: Corinne Glanzmann)

Ein letzter Sprint, ein wilder Schrei, dann war es geschafft. Kay-Uwe Müller liess sich als Sieger feiern. Und dies erst noch in formidabler Zeit: Mit 2.27.04 Stunden verbesserte er seine persönliche Marathon-Bestzeit (2.28.06) deutlich, und er lief sogar die zweitbeste Zeit seit Bestehen des Swiss City Marathon. «Das war ein Tag, an dem alles gepasst hat. Die Stimmung war genial, sie hat mich abgelenkt.»

Abgelenkt von Schmerzen, die noch etwas über die üblichen Torturen eines Laufs über 42,195 Kilometer hinausgingen. Der 40-jährige Deutsche aus Schwäbisch Hall reiste nämlich angeschlagen nach Luzern. «Ich führe einen Hausmeisterservice mit Gartenarbeit. Im Frühjahr musste ich meinem Angestellten kündigen. Seither arbeite ich 60 bis 70 Stunden pro Woche», erzählt Müller. «Vor eineinhalb Wochen machten sich darum Rückenprobleme bemerkbar.»

Der Start ins Rennen fiel ihm entsprechend schwer, die ersten fünf bis sieben Kilometer seien sehr hart gewesen. Dann aber fand er seinen Rhythmus, ignorierte die Beschwerden und flog förmlich über den Asphalt. «Den Halbmarathon beendete ich unter 1.13 Stunden. Irre! Die zweite Hälfte ging ich dann etwas langsamer an. Am Ende plagten mich trotzdem Krämpfe in der Wade», berichtet Müller.

Vom Speaker am Streckenrand glaubte er schliesslich zu vernehmen, dass der erste Verfolger nur noch 30 Sekunden ­zurückliege. Entsprechend erstaunt war er, dass er den Wettkampf mit einem Vorsprung von sage und schreibe 5.48 Minuten für sich entschied.

Bestergebnis für den Chamer Philipp Arnold

Auf Rang zwei lief der Chamer Philipp Arnold, der damit sein bestes Ergebnis am Swiss City Marathon aus dem Vorjahr (3.) um einen Platz übertraf. «Darüber bin ich sehr froh. Bei diesen vergleichsweise hohen Temperaturen war es eine etwas grössere Herausforderung. Regen liegt mir eher», kommentiert Arnold seinen Auftritt.

Das bunte Trio auf dem Podest wurde komplettiert durch den Japaner Akira Sakaguchi. «Ich reiste im Rahmen eines Business-Trips nach Italien und nutzte die Gelegenheit, um für diesen Marathon erstmals in die Schweiz zu kommen», erzählt der Buchhalter aus Tokio. «Ein grossartiger Platz hier, der See ist wunderschön. Und die Laufstrecke ein richtiges Auf und Ab.»

Läuft Müller 2020 in Luzern Streckenrekord?

Und damit zurück zu Kay-Uwe Müller, dem strahlenden Sieger. Dass er es im Laufsport jemals so weit bringen würde, hätte er nie gedacht, als er mit Fussball- spielen aufhörte und die Sportart wechselte. «Ich war ein guter Läufer im Fussball», berichtet er, überrascht wurde er trotzdem. «Ich dachte, dass ich als Fussballer eine gewisse Ausdauer hätte. Aber dann war ich nach zwei, drei Kilometern fertig, lag in die Badewanne und bin fast nicht mehr rausgekommen.» Über die Jahre hinweg steigerte er sich aber kontinuierlich, seinen ersten Marathon lief er in einer Zeit von 3.17 Stunden. Sein Ehrgeiz war geweckt, erst recht, nachdem ihn in Hamburg kurz vor dem Ziel ein Mann überholte, «den ich auf mindestens 70 schätzte». Mittlerweile ist Müller ein echter Lauffreak, in Luzern absolviert er bereits den achten Marathon in diesem Jahr. Und nun hat er also seine persönliche Bestzeit ein weiteres Mal verbessert.

Ist er damit am Ende der Fahnenstange angelangt? Kay-Uwe Müller schmunzelt und sagt: «Dieses Rennen ist schwierig zu toppen. Nächstes Jahr möchte ich aber eine Zeit von 2.25 Stunden laufen.» Vielleicht in Luzern? «Kann sein.» Der Streckenrekord von Fabian Kuert (2.26.19) gerät also in Gefahr.

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