Ist Curdin Orlik ein Berner?

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Unspunnen Der Triumph ist wahrlich ein grosser: Zwei Berner haben gestern den Schlussgang bestritten. Christian Stucki aus Lyss und Curdin Orlik (24) aus Kandersteg. Richtig, Curdin Orlik ist ein Bündner, aus Maienfeld, und der ältere Bruder des Nordostschweizer-Leit­wolfes Armon Orlik, des Schlussgangverlierers des Eidgenössischen von 2016 (gegen Matthias Glarner). «Ich fühle mich als Berner, ähhh als Bündner natürlich», hat Curdin Orlik einmal auf eine entsprechende Frage der «Berner Zeitung» geantwortet.

Seit dieser Saison schwingt er für den Berner Teilverband. Des Rätsels Lösung: Er studiert in Zollikofen bei Bern Agronomie, er lebt in Kandersteg, mit seiner aus dem Oberland stammenden Partnerin hat er einen einjährigen Sohn. Im Herzen sei er ein Bündner geblieben, gesteht er, «aber ich bin hier bestens integriert». Der einstige Judokämpfer mit den Händen eines Pianisten (gelegentlich spielt er in der Kirche von Kandersteg die Orgel) ist also ein schwingerischer «Papier-Berner».

Der Unspunnen-Schlussgang ist sein bisher grösster Erfolg. Er ist ja noch nicht einmal «Eidgenosse», er hat also beim Eidgenössischen noch keinen Kranz gewonnen. Gestern hatte er das Pech, gleich zweimal gegen Christian Stucki antreten zu müssen: Er hatte bereits im vierten Gang verloren, und schliesslich reichte die Kraft auch im Schlussgang nicht – er ist viel kleiner (187 cm) und leichter (103 kg) als der Titan aus dem Seeland (198 cm, rund 150 kg). Immerhin gehen die Orlik-Brüder in die Geschichte ein: Sie haben beide einen Schlussgang eines Festes mit eidgenössischem Charakter gegen einen echten Berner verloren. (kza)