EVZ-Stürmer Jan Kovar feiert seinen 30. Geburtstag in Quarantäne

Mit Jan Kovar, Carl Klingberg, Erik Thorell und Jesse Zgraggen erzählen vier EVZ-Spieler, wie sie in ihren Heimatländern mit dem Corona-Virus umgehen.

Philipp Zurfluh
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Wegen des grassierenden Corona-Virus endete die Eishockey-Saison 2019/20 abrupt. Weil zum damaligen Zeitpunkt noch niemand wusste, wie lange die Landesgrenzen offen sind, hat der EV Zug seine Ausländer in ihre Heimat geschickt. Gewöhnlich müssen alle nach Saisonende noch während zehn Tagen abrufbar bleiben. Die sogenannten Exit-Gespräche, die Sportchef Reto Kläy nach Saisonende mit den Spielern abhält, sind auf Eis gelegt worden. «Je nachdem, wie lange uns die Pandemie noch beschäftigt, werde ich mich telefonisch mit den Spielern unterhalten. Derzeit macht es keinen Sinn», sagt der Sportchef. Die Ausländer Carl Klingberg, Jan Kovar, Erik Thorell und der Schweiz-Kanadier Jesse Zgraggen melden sich aus ihrer Heimat zu Wort und äussern sich zur aktuellen Lage.

Carl Klingberg

Bild: PD

«Uns war rasch klar, dass wir nicht viel Zeit verlieren dürfen, und so machten wir uns schnell auf den Weg nach Schweden», erklärt der schwedische Nationalspieler. Die Reise mit dem Auto dauerte rund 24 Stunden. «Glücklicherweise gab es an den Grenzübergängen keine Probleme.» Zusammen mit seiner Frau verbringt er nun die nächsten Wochen in Göteborg. Obwohl die schwedische Regierung noch nicht so stark durchgreift, wie dies in Mitteleuropa derzeit geschieht, ist für Klingberg nichts wie vorher: «Ich muss mich noch an den neuen Alltag gewöhnen. Andererseits ist es schön, mehr Zeit mit der Familie zu haben.»

Jan Kovar

Bild: PD

Der zweitbeste Skorer des EV Zug befindet sich zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Tschechien. «Wir sind in Quarantäne, mindestens noch zwei Wochen», sagt der Tscheche. In Tschechien muss ab sofort jede Person in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasenbedeckung tragen. «Wir dürfen nur wenn nötig das Haus verlassen», erklärt Kovar, der heute 30-jährig wird. «Natürlich habe ich mir diesen Tag anders vorgestellt. Doch zum Glück ist die ganze Familie wohlauf und wir werden uns trotzdem einen gemütlichen Tag machen», erklärt der Center und ergänzt: «Das Leben ist derzeit hart. Doch es kommen wieder bessere Zeiten.»

Erik Thorell

Bild: PD

Mit seiner Freundin befindet er sich im Süden von Schweden. Wie in Mitteleuropa habe auch im skandinavischen Land der Alltag nichts mit Normalität zu tun: «Ich halte mich fast nur in den eigenen vier Wänden auf. Nach draussen gehe ich nur, um frische Luft zu schnappen oder um Lebensmittel einzukaufen», sagt der schwedische Stürmer. «Es fühlt sich surreal an, ich muss noch lernen, damit umzugehen.» Er appelliert an alle, sich an die Vorgaben zu halten, um nicht andere in Gefahr zu bringen. «Wenn jeder Einzelne einen Beitrag leistet, werden wir als Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise herauskommen.»

Jesse Zgraggen

Bild: PD

Der Schweiz-Kanadier mit Urner Wurzeln weilt zusammen mit seiner Freundin seit einigen Tagen in Calgary. Sein Ziel ist aber die Stadt Lefthbridge. Dort lebt seine Familie. Doch er muss sich noch ein paar Tage gedulden, bis er sie in die Arme schliessen kann. «Menschen, die von Europa einreisen, müssen zuerst zehn Tage in Selbstquarantäne, damit das Corona-Virus nicht ungehindert weiterverbreitet werden kann», sagt der Verteidiger. «Momentan lese ich viel und schaue Fernsehen.» Bis zum Start des Sommertrainings wird der 26-Jährige in Kanada bleiben.