Langlauf
Janik Riebli siegt am Heimrennen – und widmet sich nun der Landwirtschaft

Der Obwaldner Janik Riebli und die Luzernerin Nadine Fähndrich nutzen den Heimvorteil beim Langis-Sprint.

Roland Bösch
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Knappe Entscheidung: Janik Riebli gewinnt mit drei Hundertstel Vorsprung.

Knappe Entscheidung: Janik Riebli gewinnt mit drei Hundertstel Vorsprung.

Bild: Manuel Lusti (Langis, 3. April 2021)

Warum das Sprintformat den Langlaufsport bereichert, haben am Samstag die rund 70 Helfer des Skiclubs Horw und die 185 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz mit ihren Funktionären beim Langis-Sprint in Obwalden erlebt. Die Dynamik, die Intensität und die knappen Entscheidungen haben für viel Begeisterung gesorgt. Der SC Horw hat vor 25 Jahren mit der Durchführung eines K.o.-Sprints Schweizer Pionierarbeit geleistet. «Den ersten Langis-Sprint haben wir rund zwei Jahre, bevor der Sprint in die Regulatorien des internationalen Skiverband FIS aufgenommen wurde, durchgeführt», erzählte OK-Präsident Kurt Fähndrich. Auch wenn er nun nach 25 Jahren sein Amt abgibt, ist die Begeisterung für den Langlaufsport und insbesondere den Sprint bei ihm ungebrochen.

Seine Kinder Nadine und Cyril liefern gute Gründe dafür. Die 25-jährige Vize-Weltmeisterin im Teamsprint wurde beim Heimrennen ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit dem sechsten Sieg bei ihrer elften Teilnahme bescherte Nadine Fähndrich ihrem Vater ein schönes Abschiedsgeschenk. «Es hat Spass gemacht, noch einmal gegen meine Teamkolleginnen zu laufen. Doch jetzt bin ich definitiv müde nach dieser intensiven Saison», bilanzierte sie.

Packende Finalläufe zum Saisonabschluss

Ihr vier Jahre jüngerer Bruder Cyril zog bei den Männern ebenfalls in den Finallauf ein. Mit nur 80 Hundertstel Rückstand wurde der B-Kaderathlet von Swiss-Ski Vierter. Die Ausgangslage im Final der Männer präsentierte sich sehr spannend. Cyril Fähndrich standen mit dem Obwaldner Janik Riebli, Roman Schaad (Drusberg) und Valerio Grond (Davos) drei der vier besten Schweizer Sprinter der Saison gegenüber. Alle liefen mindestens zweimal im Weltcup in die besten Zehn.

«Auch nach einer langen Saison gibt man Vollgas und will gewinnen», so Janik Riebli. Dem Athleten des Skiclubs Schwendi-Langis kam in der Entscheidung seine verbesserte Endgeschwindigkeit entgegen. Bevor er als Sieger ausgerufen werden konnte, musste jedoch der Zielfilm konsultiert werden. Winzige drei Hundertstel gaben den Ausschlag. Nach dieser unglaublichen Saison ist der Kopf definitiv etwas müde und braucht Erholung», erklärte Janik Riebli. Während sich andere in solchen Momenten nach einem Sandstrand sehnen, findet der 22-jährige Bauernsohn die nächsten zwei Wochen Abwechslung in der Landwirtschaft. «Wir gönnen unserem Vater einige Tage Ferien und sehen auf dem Hof zum Rechten», freut sich Janik Riebli sichtlich. Wenn Riebli in der Wir-Form spricht, meint er auch seinen jüngeren Bruder Ramon. Dem 19-Jährigen ist bei der U20 ebenfalls ein erfolgreiches Saisonfinale geglückt. In einem ebenfalls hart umkämpften Finallauf musste er sich nur vom Engadiner Niclas Steiger schlagen lassen. «Für mich ist dieser zweite Rang enorm wichtig. Das Übertraining im letzten Sommer hat sich viel länger auf meine Leistungen ausgewirkt, als ich mir je vorstellen konnte», sagte er. «Erschwerend kam hinzu, dass in dieser Saison in der Schweiz lediglich drei Sprintrennen auf FIS-Stufe durchgeführt wurden.» Aus diesem Grund zog es Sprintspezialist Ramon Riebli Mitte Februar nach Saalfelden (AUT), wo er seinen ersten FIS-Sprint auf U20-Niveau bestritt.

Im Rennen der Frauen schaffte es mit der Engelbergerin Lea Fischer übrigens eine weitere Zentralschweizerin auf das Podest. Zudem erkämpfte sich Janik Joos vom SC Horw bei seinem letzten Rennen in der U16-Kategorie den zweiten Rang.

BKW-Swisscup-Finale. Langis-Sprint. Frauen (16 Klassierte): 1. Nadine Fähndrich (Horw). 2. Alina Meier (Davos). 3. Lea Fischer (Engelberg). – U18/U20 (25): 1. Siri Wigger (am Bachtel). – Ferner: 5. Nadia Steiger (Horw). 7. Bianca Buholzer (Horw). 9. Selina Haas (Marbach). 12. Ramona Schöpfer (Marbach). 14. Ronja Rietveld (Schwendi-Langis). 15. Luana Feubli (Büren-Oberdorf). 24. Fiona Christen (Unterschächen). – U16 (13): 1. Lena Baumann (Einsiedeln). – Ferner: 6. Zoë Felder (Schwendi-Langis). 7. Leandra Schöpfer (Marbach). 8. Anina Renggli (Entlebuch). 9. Anja Odermatt (Schwendi-Langis). 10. Jasmin Zumbühl (Bannalp-Wolfenschiessen). 12. Jana Berwert (Schwendi-Langis). 13. Carolina Rohrer (Schwendi-Langis). – U14 (16): 1. Molly Kafka (Schwendi-Langis). 2. Elena Frei (Unterschächen). 3. Eliane Kiser (Schwendi-Langis). 4. Céline Emmenegger (Flühli). 5. Dunja Walker (Unterschächen). – Ferner: 8. Simone Meyer (Horw). 9. Giannina Piller (Schwendi-Langis). 10. Katharina Gwerder (Schwendi-Langis). 13. Annika Fullin (Schattdorf). 15. Anina von Deschwanden (Schwendi-Langis). 16. Lynn Odermatt (Schwendi-Langis).
Männer (27): 1. Janik Riebli (Schwendi-Langis). 2. Roman Schaad (Drusberg). 3. Valerio Grond (Davos). 4. Cyril Fähndrich (Horw). – Ferner: 11. Avelino Näpflin (Beckenried). – U18/U20 (46): 1. Niclas Steiger (Samedan). 2. Ramon Riebli (Schwendi-Langis). – Ferner: 15. Philippe Meyer (Horw). 20. Lars Rietveld (Schwendi-Langis). 25. Armando Spaeti (Horw). 30. Leander Kiser (Schwendi-Langis). 44. Sven Buholzer (Horw). – U16 (19): 1. Clau Deplazes (Trun). 2. Janik Joos (Horw). – Ferner: 4. Remo Burch (Schwendi-Langis). 6. Silvan Lauber (Horw). 9. Julian Emmenegger (Flühli). 11. Jens Berger (Schwendi-Langis). 15. Vince Vogel (Schwendi-Langis). 17. Elias Haas (Marbach). 19. Gian-Luca Haas (Marbach). – U14 (23): 1. Luca Deplazes (Trun). 2. Niclas Schaad (Drusberg). 3. Elijah Küng (Flühli). – Ferner: 6. Nico Briker (Unterschächen). 7. Andreas Gwerder (Schwendi-Langis). 8. Marco Lauber (Horw). 9. Nils Fankhauser (Entlebuch). 12. Mark Studhalter (Horw). 13. Noël Emmenegger (Flühli). 18. Lukas Aregger (Entlebuch). 20. Arwin Inkermann (Schwendi-Langis). 21. Fabian Buholzer (Horw). 22. Lars Schmidiger (Flühli). 23. Patrik Felder (Flühli).