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Japaner Skispringer Kobayashi: «Was andere über mich sagen, ist mir egal»

Ryoyu Kobayashi (22) ist der Überflieger der laufenden Saison der Skispringer. Nach seinem Sieg in Engelberg zählt der Japaner für viele zu den Favoriten der Vierschanzentournee. Nur er selber sieht dies ein wenig anders.
Interview: Beat Christen
Eher wortkarg aber erfolgreich: der Japaner Ryoyu Kobayashi bei seinem Weltcup-Sieg in Engelberg. (Bild: Jürgen Feichter/Imago (16. Dezember 2018))

Eher wortkarg aber erfolgreich: der Japaner Ryoyu Kobayashi bei seinem Weltcup-Sieg in Engelberg. (Bild: Jürgen Feichter/Imago (16. Dezember 2018))

Ryoyu Kobayashi, haben wir uns getäuscht oder war bei der Siegerehrung in Engelberg in Ihrem Gesicht so etwas wie eine emotionale Regung sichtbar?

Die Siegerehrung war wirklich ein spezieller Augenblick. Inmitten dieser fantastischen Bergwelt die japanische Nationalhymne zu hören, war für mich sehr emotional und hat mich mit einer grossen Dankbarkeit erfüllt.

In der Vergangenheit haben Sie ab und zu Ihr Talent aufblitzen lassen. Doch so richtig konstant an der Spitze sind Sie erst seit dieser Saison. Auf was führen Sie diese Entwicklung zurück?

Ich bin selber überrascht, dass es plötzlich so gut läuft. Die harte Arbeit der letzten Jahre zahlt sich nun aus. Davon, über eine längere Zeit konstant gute Leistungen zu bringen, habe ich immer geträumt. Erst dies macht einen grossen Skispringer aus. Einige davon sind meine Vorbilder.

Wer sind diese Vorbilder?

Da gibt es gleich mehrere Skispringer, die ich zu meinen Vorbildern zähle. Aus meiner Generation ist es beispielsweise Johann André Forfang. Aber auch Daniel-André Tande und Gregor Schlierenzauer bewundere ich. Grosse Achtung habe ich vor den Leistungen von Noriaki Kasai. Er gehört zu meinen Vorbildern der ersten Stunde.

Wer in Engelberg den Sprung zuoberst auf das Podium schafft, gehört automatisch zum Kreis der Favoriten für die Vierschanzentournee. Wie gehen Sie mit diesem Druck um, wenn jetzt plötzlich alle von Ihnen sprechen?

Es mag sein, dass der Druck jetzt grösser wird und dass ich der Favorit bin. Ich möchte dies aber möglichst von mir fernhalten und mich ganz einfach darauf konzentrieren, bei jedem Sprung das vorhandene Potenzial abzurufen und gute Sprünge zu zeigen.

Japanische Skispringer verbringen in der Regel die Zeit über die Weihnachtstage in Europa. Wie sah Ihr Programm bis zum Start der Vierschanzentournee aus?

Da bin ich wohl eine Ausnahme. Ich verbrachte Weihnachten zu Hause bei meiner Familie in Japan. Hier konnte ich mich entspannen.

Wie beruhigend ist es, wenn man wie Sie in Engelberg mit einem grossen Vorsprung den Finaldurchgang in Angriff nehmen kann?

Der Vorsprung mag zwar für Aussenstehende gross sein. Für mich war er es aber nicht. Die Spitze beim Skispringen ist in diesem Jahr extrem nahe beieinander. Schon der kleinste Fehler reicht aus, um von der Spitze verdrängt zu werden. Der zweite Wettkampf in Engelberg hat dies deutlich gezeigt. Die polnischen Skispringer bilden ein starkes Team, bei dem man sich nie in Sicherheit wiegen kann.

In Europa weiss man relativ wenig über Ryoyu Kobayashi. Können Sie uns Ihre Familie vorstellen?

Neben meinem Vater und meiner Mutter gehören noch drei weitere Geschwister zur Familie. Der älteste Bruder ist Junshiro, der ebenfalls Skispringer ist und im Weltcup mitmacht. Dann gibt es noch eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Ich bin also der zweitjüngste der Familie. Alle meine Geschwister sind Skispringer. Auch meine Schwester.

War denn Ihr Vater ebenfalls Skispringer?

Mein Vater ist von Beruf Lehrer und betreut unter anderem Kinder im Bereich Skisport. Der erste aus unserer Familie, der mit dem Skispringen angefangen hat, war mein älterer Bruder Junshiro. Er hat uns offenbar von der Faszination dieser Sportart überzeugen können.

Sie gelten in Fachkreisen als Jahrhunderttalent. Besteht da nicht die Gefahr, die Bodenhaftung zu verlieren?

Was andere über mich sagen, ist mir egal. Ich möchte bei jedem Start ganz einfach gute Sprünge zeigen. Und abheben kann ich dabei jeweils am Schanzentisch.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie beispielsweise zu Hause sind?

Eines meiner Hobbys ist Shopping im Internet – und faulenzen. Ich mag es, einfach mal nichts zu tun.

Was steht dann auf der Einkaufsliste, wenn Sie im Internet shoppen?

Kleider und Schuhe mag ich sehr.

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