Handball
Jetzt gilt es ernst für den HC Kriens-Luzern

Die Handballer des HC Kriens-Luzern starten am Mittwoch auswärts gegen Wacker Thun in die Playoff-Viertelfinals.

Stephan Santschi
Drucken
HCKL-Kreisläufer Domen Sikosek Pelko setzt sich gegen Thuns Jonas Dähler durch.

HCKL-Kreisläufer Domen Sikosek Pelko setzt sich gegen Thuns Jonas Dähler durch.

Bild: Evelline Beerkicher (Kriens, 13 . Oktober 2021)

Das Vorgeplänkel ist vorüber, das Gerangel um eine gute Position vorbei. «Jetzt kommt die schönste Zeit, jetzt kann man etwas gewinnen», sagt der Buchrainer Nicolas Raemy, der bereits in seiner achten Saison mit Wacker Thun steht. Am Mittwoch startet er mit den Berner Oberländern in den Playoff-Viertelfinal (best of 5). Gegner ist sein früherer Klub, der HC Kriens-Luzern (20.15, live auf Sport 1). Raemy erwartet eine ausgeglichene, enge Serie und hofft auf das bessere Ende für Wacker. «Schliesslich wollen wir eine Revanche schaffen.»

Bereits in der letzten Saison trafen sich die beiden Teams im Playoff-Viertelfinal, am Ende setzten sich die Krienser in der Verlängerung des fünften Spiels hauchdünn durch. Die Zentralschweizer waren damals Favorit, hatten in der Qualifikation den dritten Platz belegt. Nun ist die Ausgangslage genau umgekehrt, Wacker trifft als Drittrangierter auf ein Kriens-Luzern, das nicht über den sechsten Platz hinausgekommen ist. «Wir spielen eine bessere Saison und haben mehr Selbstvertrauen als letztes Jahr. Damals hatten wir wegen Verletzungen nur noch wenig Spieler und fast keinen Rückraum mehr», erklärt Raemy.

Moritz Oertli fällt lange aus

Nun sind es nicht die Thuner, sondern die Krienser, die personelle Probleme haben. Im Winter wurden zwei Verträge aufgelöst (Gavranovic, Vekic), zudem fehlt Captain Moritz Oertli. Der Spielmacher liess sich vor einer Woche wegen einer Beckenfraktur operieren und wird sechs Monate ausfallen. Auch wenn seine Leistungen durchzogen waren, wird er in der Deckung und als polyvalent einsetzbarer Rückraumspieler fehlen. Gerne hätte Goran Perkovac einen Junior nachnominiert, Luca Sigrist oder Devin Lang etwa. «Doch das ist kein Thema, schade», bedauert der Krienser Trainer.

Sigrist soll bei den U17-Junioren der SG Pilatus zum Leistungsträger avancieren, Lang die Emmer beim ersehnten Aufstieg in die NLB unterstützen, beide sollen in Ruhe für grössere Aufgaben aufgebaut werden. «Aus lizenztechnischen Gründen ist die Nomination für unser QHL-Team jetzt nicht mehr möglich», erklärt Geschäftsführer Nick Christen und er betont: «Wir haben mit Harbuz, Rellstab, Lapajne und Orbovic noch immer vier bewährte Rückraumspieler. Lavric oder Idrizi können aushelfen, auch taktische Möglichkeiten sind vorhanden. Sich zu beschweren, nützt jetzt nichts.»

Ohnehin ist es weniger die handballerische Qualität, sondern mehr die mentale Schwäche, die den Kriensern den angestrebten Weg in den Playoff-Halbfinal blockieren könnte.

«Noch nie haben wir unsere Leistung während 60 Minuten durchziehen können»,

moniert Perkovac, im letzten Spiel der Qualifikation verspielte sein Team gegen Suhr Aarau in der Schlussviertelstunde sogar auf fahrlässige Art und Weise einen Siebentore-Vorsprung. «In den Playoffs können wir solche Phasen nicht mehr dulden, dann werden Nägel mit Köpfen gemacht.»

Den Glauben an sein Team hat Perkovac nicht verloren, trotz der Achterbahnfahrt sieht er in den letzten Wochen eine Steigerung. «Hätten wir von Beginn weg so gespielt, wären wir Dritter oder Zweiter geworden. Wir können sehr viel.» Und so kommen nun die Tage der Wahrheit, in denen der HCKL sein wahres Leistungspotenzial offenbaren muss. «Welches Gesicht werden wir zeigen? Jenes mit Winner-Mentalität oder das ängstliche, das sich nichts zutraut?», fragt sich Goran Perkovac. Die Antwort gibt es ab Mittwochabend.