Eishockey

Jetzt ist Ordnung auf dem Pausenplatz: Die Schweizer Eishockey-Nati überzeugt

Weil SCB-Leitwolf Martin Plüss abgesagt hat, kommt mit Reto Suri neben Rafael Diaz und Dominik Schlumpf ein dritter Zuger in der WM-Vorbereitung zum Einsatz.

Klaus Zaugg
Drucken
Teilen
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft überzeugt mit einer soliden Defensive.

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft überzeugt mit einer soliden Defensive.

Keystone

Jetzt ist Ordnung auf dem Pausenplatz. Vor einem Jahr stürmten die Schweizer mit wildem Offensivhockey («Pausenplatz-Hockey») durch die WM-Vorbereitung. Nun überzeugen sie mit gut strukturiertem Spiel und solider Defensive. In den zwei Partien gegen Russland kassierten sie nur ein Powerplaytor und gewannen nach dem 2:1 vom Freitag gestern 2:0.

Nun sind wichtige Personalentscheide gefallen. Die beiden Verteidiger Patrick Geering (ZSC, wegen einer Leistenzerrung) sowie Fabian Heldner (Davos) und Torhüter Lukas Flüeler (ZSC) sind ausgemustert worden. Neu rücken am Dienstag Torhüter Leonardo Genoni (SCB), die Verteidiger Roman Untersander (SCB), Rafael Diaz, Dominik Schlumpf (Zug) und Dean Kukan (Columbus) sowie die Stürmer Simon Bodebmann, Thomas Rüfenacht (SCB) und Reto Suri (Zug) ein.

Nati-Trainer Patrick Fischer über die Goalie-Frage: «Es war ein harter Entscheid.»

Nati-Trainer Patrick Fischer über die Goalie-Frage: «Es war ein harter Entscheid.»

Keystone

Damit ist auch klar, dass Simon Moser und Eric Blum (SCB) auf die WM wegen Blessuren verzichten müssen. Weil Martin Plüss abgesagt hat, rückt nun Reto Suri nach.

Wer fährt nach Paris?

Wer fährt an die WM nach Paris (ab 6. Mai)? Noch stehen 16 Stürmer und 10 Verteidiger im Aufgebot. Also 26 Feldspieler. Patrick Fischer wird mit 24 Feldspielern nach Paris reisen. Mindestens zwei Verteidiger und zwei Stürmer, die jetzt im Kader stehen, werden also nach den beiden Testspielen gegen Dänemark (am Mittwoch in La Chaux-de-Fonds und am Freitag in Basel) noch ausgemustert. Sollte Sven Bärtschi (Vancouver) doch eine Freigabe erhalten, muss noch ein dritter Stürmer die Koffer packen.

Sollte Sven Bärtschi (Vancouver) doch eine Freigabe erhalten, muss noch ein dritter Stürmer die Koffer packen.

Sollte Sven Bärtschi (Vancouver) doch eine Freigabe erhalten, muss noch ein dritter Stürmer die Koffer packen.

KEYSTONE/AP/DAVID ZALUBOWSKI

Sven Andrighetto fällt wegen einer Leistenzerrung aus und Christoph Bertschey (Knieverletzung ist kein Thema. Definitiv ist erst das WM-Torhütertrio: Leonardo Genoni und Jonas Hiller (gestern zum besten Spieler gewählt) sowie Niklas Schlegel (ZSC) als Nummer drei können Paris fix buchen. Erstmals seit 2012 vertraut der Nationaltrainer ausschliesslich auf NLA-Schlussmänner. «Es war ein harter Entscheid» sagt Patrick Fischer zur Goaliefrage. «Flüeler hat in der Slowakei und im ersten Spiel gegen Russland sehr gut gespielt. Aber es bringt nichts, einen bestandenen Goalie als Nummer drei mitzunehmen. Deshalb haben wir uns für Schlegel entschieden.»

Welche Chancen haben die Zuger? Raphael Diaz und Dominik Schlumpf sind, wenn sie gesund bleiben, in dieser Abwehr gesetzt und dürfen mit einer Reise nach Paris rechnen. Für Diaz wird es nach 2008, 2011, 2013 und 2016 die fünfte WM sein. Für Dominik Schlumpf nach 2014 das zweite Welt-Titelturnier. Reto Suri ist nur nominiert worden, weil Martin Plüss abgesagt hat. «Ich habe mich noch einmal mit ihm unterhalten» sagt Patrick Fischer zur Absage des SCB-Leitwolfes. «Er hätte seinen Platz im Team gehabt. Aber er hatte gewisse Zweifel, ob er der Mannschaft noch helfen könnte.» Damit ist die internationale Karriere von Martin Plüss (40) definitiv zu Ende sein.

EVZ-Verteidiger Raphael Diaz ist in der Abwehr gesetzt.

EVZ-Verteidiger Raphael Diaz ist in der Abwehr gesetzt.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Im Gegensatz zu Raphael Diaz und Dominik Schlumpf ist Reto Suri ein «WM-Wackelkandidat». Der WM-Silberheld bekommt die Chance auf ein viertes WM-Turnier nach 2013, 2014 und 2015. Aber nur, wenn er in den beiden Testspielen gegen Dänemark überzeugt. Er hat in dieser Saison in 61 Spielen bloss 6 Tore erzielt. Schafft er mit dieser offensiven Ausbeute einen Platz im WM-Team erkämpft, dann ist es eine der grösseren Überraschungen aller Länder, Zeiten und WM-Aufgebote. Seine WM-Chancen liegen bei 20 Prozent.