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Jetzt rüttelt Mujinga Kambundji an der 11-Sekunden-Mauer

Die Berner Sprinterin Mujinga Kambundji (26) ist in Rekord-Form und kommt den schnellsten Läuferinnen immer näher. Ihr Doppelstart heute am Meeting in Luzern verspricht ein Feuerwerk.
Jörg Greb
Schnell und immer schneller: Mujinga Kambundji am Samstag auf dem Bürgenstock.Bild: Philipp Schmidli (7. Juli 2018)

Schnell und immer schneller: Mujinga Kambundji am Samstag auf dem Bürgenstock.Bild: Philipp Schmidli (7. Juli 2018)

Die 100 m unter 11 Sekunden laufen – nur ganz wenige Frauen können dies, und nur ganz wenige dürfen davon träumen, dies einmal zu schaffen. Mujinga Kambundji, die 26-jährige Schweizerin mit kongolesischen Wurzeln, gehört jetzt definitiv dazu.

In 11,03 wurde Kambundji am letzten Donnerstag bei Athletissima in Lausanne gestoppt: Schweizer Rekord, nochmals vier Hundertstel schneller als die eigene Bestmarken, die sie letztes Jahr und 2015 je einmal erreichte. Vor fünf Jahren trug sie sich erstmals ein als 100-m-Rekordhalterin – mit einer Zeit von 11,33 Sekunden. Sukzessive trieb sie, die bereits 2013 voll auf die Karte Sport und das schnelle Sprinten zu setzen begann, ihre Werte über sieben Rekordverbesserungen voran.

Vom perfekten Rennen aber wollte Kambundji nach ihrer Vorstellung auf der Lausanner Pontaise nicht sprechen. «Vor allem der Start war gut, explosiv und dynamisch», sagte sie, «auf dem letzten Streckenabschnitt aber verkrampfte ich mich.» Zurückzuführen war dies auf einen Blick nach rechts. Da stellte sie fest, wie sie praktisch auf Augenhöhe mit den ganz Grossen der Szene kämpfte: mit Marie-José Ta Lou (Elfenbeinküste), der Jahresschnellsten, mit Elaine Thompson (Jamaika), der Doppel-Olympiasiegerin, mit Dafne Schippers (Niederlande), der weltbesten 200-m-Läuferin.

Drei Wochen harte Arbeit statt Rennen

Möglich, dass dieser Seitenblick Kambundji die vier Hundertstel für die Zahl 10 vor dem Komma kostete. Und auf jeden Fall waren Kambundjis Gefühle im Ziel nicht überschwänglich: «Dieser Rekord macht Freude und er tut gut. Aber ich kann besser und noch schneller laufen.»

Auf dem Weg zu ihrem nächsten Rekord baut sie auch auf ihrer Erfahrung. Bis zur absoluten Topform braucht sie zwar Rennen. Von diesen hatte sie aber nach einem guten Saisoneinstand bewusst Abstand genommen. Drei Wochen Wettkampfpause gönnte sie sich. Drei Wochen nicht des Ausruhens, sondern des harten Arbeitens an sich. Lausanne stand also am Anfang des nächsten Wettkampfblocks. Diesem Highlight folgt heute Spitzenleichtathletik Luzern mit dem Start über 100 m und 200 m.

Am Freitag und Samstag folgen die Schweizer Meisterschaften in Zofingen, und am Dienstag darauf steht das Meeting in Bellinzona auf dem Programm. Sodann bleiben zwei weitere Trainingswochen zum gezielten Formtiming auf den Saisonhöhepunkt hin: die Europameisterschaften in Berlin. «Es macht Freude, so unterwegs zu sein», sagt Kambundji vor dem heutigen Meeting in Luzern.

Eine immer eindrücklichere Selbstsicherheit strahlt Mujinga Kambundji aus. Zur Persönlichkeit ist sie gereift. Nachdem sie für den Sport bereits mit 21 das vertraute Umfeld und die Familie in Bern verlassen hatte und trainingshalber nach Deutschland gezogen war, brachten sie die weiteren Schritte nochmals voran: Die Trennung von Coach Valerij Bauer im letzten Herbst; das Nicht-Glücklich-Werden mit dem holländischen Privatcoach Henk Kraaijenh; das Vertrauen auf das eigene Wissen und die Aussensicht des Jugend-Coaches Jacques Corday; der Teilzeitanschluss an den US-Coach Rana Reider und dessen Gruppe, unter anderen mit Dafne Schippers.

Mit weniger Muskelmasse glücken ihr nun die aktuellen Leistungen. Mit den Rekordläufen (im Winter auch in der Halle) sowie dem Gewinn der Hallen-WM-Bronzemedaille sieht sie sich «auf Kurs» in Richtung EM. Und klar ist: Mit einer Bronze-Medaille wird die EM-Dritte vom vorletzten Jahr nicht mehr zufrieden sein.

Auch über 200 m und in der Staffel auf Erfolgskurs

Perspektiven bieten sich Mujinga Kambundji nicht nur über die 100 m, sondern auch über 200 m – als Einzelathletin. Ebenso auf höchstem Level angekommen ist sie mit der 4x-100-m-Staffel. Mit den 42,29 Sekunden und dem Rekordlauf in Lausanne (dem zweiten Kambundjis innert einer Stunde) verbesserte das Quartett Ajla Del Ponte, Sarah Atcho, Mujinga Kambundji und Salome Kora die alte und eigene Bestmarke um 21 Hundertstel und etablierte sich an Position 2 der aktuellen Europabestenliste.

Nicht nur Kambundjis Entwicklung hat dazu beigetragen, sondern ebenso jene der drei andern Läuferinnen. Auch sie sind schneller geworden und haben sich an die Positionen 2 (Del Ponte, 100 m in 11,21) und 3 (Atcho/200 m in 22,90 und Kora/100 m in 11,26) der Schweizer Allzeitbestenliste vorgeschoben. Auch deren Auftritte werden heute in Luzern besondere Beachtung verdienen – alle wiederum im Vergleich mit hochklassiger internationaler Konkurrenz.

Spitzenleichtathletik Luzern. Männer. Nationales Programm. 15.45 – 17.28: Chatzestrecker (Junioren). – 17.35: 100 m. – 18.19: 200m.– 18.47: 110 m Hürden. – 19.03: 400 m Rollstuhl.

Internationales Programm. 19.08: Präsentation der Athleten. – 19.23: 800 m. – 19.48: 100 m. – 20.22: 110 m Hürden. – 20.35: Speer. – 20.46: Weitsprung. – 21.07: 200 m. – 21.36: 400 m Hürden.

Frauen. Nationales Programm. 15.45: 3000 m. – 15.55 – 17.08: Chatzestrecker (Juniorinnen). – 17.56: 100 m. – 18.26: 200 m. – 18.32: Hammerwerfen. – 18.35: Speerwerfen. – 18.38: 100 m Hürden. – 18.44: Stabhochsprung. – 18.53: Weitsprung. – 18.56: 400 m Rollstuhl.

Internationales Programm. 19.08: Präsentation der Athletinnen. – 19.30: Kugelstossen. – 19.34: 100 m. – 20.05: 100 m Hürden. – 20.39: 800 m. – 20.53: 200 m. – 21.25: 400 m Hürden. – 21.47: 3000 m Steeple. – 22.08: Feuerwerk.

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