FUSSBALL
Jetzt träumen die Littauer vom FCL

Zweitligist Littau ist Innerschweizer Cupsieger. Der Favorit zittert sich zu einem 1:0-Sieg beim Drittligisten Sins.

Michael Wyss
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Jubelpose mit Pokal: Der FC Littau ist IFV-Cup-Sieger 2021.

Jubelpose mit Pokal: Der FC Littau ist IFV-Cup-Sieger 2021.

Bild: Boris Bürgisser (Sins, 3. Juli 2021)

«Das ist der grösste Moment, der schönste Erfolg als Fussballer für mich. Es ist einfach unbeschreiblich», gab sich Simon Britschgi nach dem Schlusspfiff auf der Sportanlage Letten in Sins emotional. Dem Littauer Eigengewächs war es vergönnt, in der 87. Minute den Siegtreffer für das Littauer Team zu erzielen. «Ein spätes, aber verdientes Glück war es. Wir spielten mit der nötigen Ruhe und haben grossen Siegeswillen gezeigt. Es war ein Geduldspiel», so Littaus Assistenztrainer Fabio Competiello. «Endlich haben wir es gepackt. Vor vier Jahren scheiterten wir im Zweitliga-Duell vor heimischer Kulisse im Cupfinal gegen Altdorf dramatisch mit 6:7 nach Penaltyschiessen. Das Team hat sich diesen Titel und die Qualifikation für die erste Hauptrunde im Schweizer Cup absolut verdient», zeigte sich Littaus Torhütertrainer Patrick Althauser freudvoll.

Dass der Zweitligist Littau über die gesamte Spielzeit zittern musste und der Ausgang der Partie bis kurz vor Schluss auf Messers Schneide stand, war dem Sinser Schlussmann Patrick Kohler zu verdanken, der mit sehenswerten Paraden die Freiämter im Spiel hielt und eine überragende Leistung zeigte. Das spielstarke Littau hätte bereits zur Pause führen müssen: Sammy Cook (21.), Simon Britschgi (28./30.) und Wessley Joao De Jesus Tiburcio (43.) hatten beste Möglichkeiten, das Skore zu eröffnen.

Trainer Andreoli: «Mental bereit und siegeshungrig»

Auch nach dem Seitenwechsel war es das oberklassige Littau, erfolgreich trainiert von ex-Profi David Andreoli, welches spielbestimmend war. Metin Adiller (50.), Britschgi (77.) und Luca Baumann (79.) scheiterten in ihren Angriffsbemühungen. Andreoli: «Das war kein einfaches Spiel für uns. Wenn man gegen einen Unterklassigen spielt und erst noch auswärts, ist der Druck da. Als Favorit kannst du nur verlieren. Doch mein Team war mental bereit, war siegeshungrig und liess dem Gegner wenige Möglichkeiten zu. Den Sieg haben wir uns verdient, denn wir waren über neunzig Minuten betrachtet spielbestimmend und dominierend. Die Saison war überragend mit dem primären Ziel des Klassenerhalts, und nun haben wir das Ganze noch mit dem Cupsieg getoppt. Ich bin sehr happy. Ich habe eine fantastische Truppe beisammen.»

Sins-Präsident Benno Burkard zeigte sich als fairer Verlierer: «Die Dominanz der Littauer war frappant. Sie haben grosse spielerische Qualitäten, spielen Tempofussball und sind eine starke Zweitligamannschaft. Den Sieg haben sie sich verdient, das muss ich neidlos anerkennen.» Burkard weiter: «Ich bin aber sehr stolz auf unsere Sinser Equipe, mit dem Aufstieg in die regionale Zweite Liga und dem Erreichen des Cupfinals haben wir Grossartiges geleistet. Der Cupsieg wäre noch die Krönung gewesen. Nun freuen wir uns auf das Abenteuer in der Zweiten Liga.»

Bei den Littauern, welche mit einem Feuerwerk auf der Sportanlage Ruopigen von ihren Fans empfangen wurden, träumt man nun vor der 1. Cup-Hauptrunde schon von einem Kaliber aus der Super League.

Auf wen treffen die Littauer in der 1. Hauptrunde?

Siegesschütze Britschgi: «Ein Team aus der Super League wär sensationell. Am liebsten hätten wir den FC Luzern zugelost. Was könnte uns Besseres passieren, als den aktuellen Cupsieger auf der Ruopigen zu begrüssen. Ein Traum!» Auch Chefcoach Andreoli, mit Vergangenheit als Profi beim FCL, würde dies begrüssen: «Es wird sowieso ein Erlebnis für meine Spieler und den Verein, egal, gegen wen wir spielen. Auch Kriens aus der Challenge League wäre ein grosses Highlight. Der FCL wäre natürlich das Nonplusultra.» Die 1. Hauptrunde wird Mitte August (1/32-Final) gespielt.

Übrigens: Auch die 5.-Liga-Mannschaft des FC Littau feierte am Samstag den Sieg im 5.-Liga-Cup (4:2 gegen Triengen II). Was für ein Littauer Abend.

Sins – Littau 0:1 (0:0)

Letten. – 500 Zuschauer. – SR Eggenschwiler.

Tor: 87. Simon Britschgi 0:1.

Sins: Kohler; Gumann, Kalt, Oechslin, Alex Niederberger; Mourad, Sven Niederberger, Lustenberger (83. Marc von Flüe), Özdemir (64. Müller); Bertelsen (79. Arnold), Mavembo.

Littau: Grüter; Cook, Gilli, Bächler, Milakovic (71. Colatrella); Adiller, Simon Britschgi (93. Nicola Baumann), Schorno, Dominic Britschgi; Luca Baumann (89. Machado), De Jesus Tiburcio (94. Markovic).