Unihockey
Jetzt will Floorball Uri durchstarten

Die Durststrecke ist vorbei: Die Urnerinnen fegen Yverdon mit 9:4 vom Platz und sind nicht mehr NLB-Schlusslicht.

Urs Hanhart
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Uri-Akteurin Anja Loretz (Mitte) behauptet den Ball.

Uri-Akteurin Anja Loretz (Mitte) behauptet den Ball.

Bild: Urs Hanhart (Amsteg, 24. September 2022)

Die Spielerinnen und der Staff von Floorball Uri, aber auch deren Fans waren nach dem Schlusspfiff völlig aus dem Häuschen. Der in der dritten Runde errungene erste Saisonsieg wurde ausgelassen gefeiert. Kein Wunder, denn es war ein Erfolg, der in die Vereinsannalen eingehen wird. Erstmals fuhr das Fanionteam nämlich in der im August offiziell eröffneten neuen Heimspielstätte in Amsteg, der Energie-Uri-Arena, drei Punkte ein – und dies erst noch auf überzeugende Art und Weise.

«In den ersten zwei Meisterschaftsspielen gegen Basel Regio und Lejon haben wir zwar stark gespielt, aber aufgrund der schwachen Chancenverwertung nichts Zählbares geholt. Deshalb bin ich sehr erleichtert, dass es gegen Yverdon nun endlich geklappt hat», freute sich Floorball Uris Headcoach Roman Imhof. Dann fügte er noch an: «Abgesehen von einer etwa zehnminütigen Phase ist es uns gelungen, überlegen zu agieren. Die Westschweizerinnen fanden kein Rezept gegen unser konsequentes Pressing.»

Blitzstart und völlig entfesselter Endspurt

Die Urnerinnen starteten ungemein fulminant und gingen bereits nach 16 Sekunden durch ein Blitztor von Sabrina Rüttimann-Bösch in Führung. Eine knappe Minute später legte Lena Meier einen weiteren Treffer zum 2:0 nach. Mitte des ersten Drittels konnten die Gäste verkürzen, aber kurz vor der ersten Pause stellte Lara Gnos den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Ihr 3:1 war eine Augenweide, schlenzte sie doch den von Laura Müller massgeschneidert zugespielten Ball ohne zu fackeln ins Netz. Zu Beginn des Mitteldrittels war der Schwung auf Seiten der Gastgeberinnen plötzlich weg. Yverdon gelang nach wenigen Sekunden der Anschlusstreffer und in der 28. Minute gar der 3:3-Ausgleich. Beiden Gegentoren gingen unnötige Ballverluste voraus. Immerhin erholten sich die Urnerinnen schnell von dieser kalten Dusche und übernahmen in der zweiten Drittelshälfte wieder das Zepter. Dank Toren von Meier und Jasmin Gnos konnten sie mit einem relativ beruhigenden 5:3-Zwischenstand ins zweite lange Break. Im letzten Abschnitt trumpften die Platzherrinnen dann so richtig auf, wobei Belinda Wüthrich und Luzia Kessler noch je zwei Mal skorten. Der einzige Gegentreffer fiel in Unterzahl. Kessler wurde nach diesem überzeugenden 9:4-Heimerfolg als Spielerin des Tages ausgezeichnet. Ein Abschied nach Mass für sie, bestritt doch letztmals eine Partie für Floorball Uri. Aus gesundheitlichen Gründen tritt sie nun zurück. «Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs hatten wir das Spiel eigentlich jederzeit im Griff. Wir haben uns durch das kurze Tief nicht aus der Ruhe bringen lassen, was sehr erfreulich ist», meinte Trainer Imhof. Durch diesen Vollerfolg ist Uri auf einen Schlag vom zehnten und letzten nach vorne auf den fünften Tabellenplatz gerückt. Allerdings ist die Rangliste nach erst drei Runden noch nicht allzu aussagekräftig.

Neue Halle soll zur Festung werden

In den letzten Jahren musste sich Floorball Uri jeweils mächtig strecken, um den Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse sicherzustellen. Meistens gelang dies erst auf den letzten Drücker. «Diesmal wollen wir nichts mehr mit der Abstiegsgefahr zu tun haben», betonte der Cheftrainer und ergänzte zum Saisonziel: «Wir möchten die Playoff-Qualifikation frühzeitig sicherstellen und uns vor allem schon in der Vorrunde ein gewisses Polster nach hinten erarbeiten. Ich hoffe, dass wir nach diesem ersten Erfolgserlebnis durchstarten können und die neue Halle zu einer Festung bezüglich Heimstärke wird.»