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JUBILÄUM: Als die Polizei den Segen erteilte

Vom Rand her mitten in die Stadt – so kann es im Lauf der Zeit gehen. Wie der Luzerner Sportclub den Stadtlauf gründete.
Bruno Affentranger
Die Jubiläumsvertretung des Luzerner SC: 50 Läufer bilden die Hundertfüssler. (Bild: Roger Zbinden)

Die Jubiläumsvertretung des Luzerner SC: 50 Läufer bilden die Hundertfüssler. (Bild: Roger Zbinden)

Bruno Affentranger

sport@luzernerzeitung.ch

Wer schon einmal einen kleineren öffentlichen Anlass organisiert hat, der weiss, um was es hier geht: Eigentlich ist es verrückt und heute wahrscheinlich so nicht mehr machbar. Schon aufgrund der strengen Regeln für den öffentlichen Raum nicht. Innerhalb von nur vier Wochen haben vor 41 Jahren drei Männer den Musegglauf gegründet, geplant und zusammen mit der damaligen Verkehrspolizei umgesetzt. Heute heisst der Anlass Stadtlauf, führt mitten durch Luzern und ist fest etabliert.

Dass es diesen sportlichen Event überhaupt gibt, ist zu einem grossen Teil die Schuld des Luzerner Sportclubs, der dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. Am Stadtlauf am Samstag hat eine grosse Gruppe aus diesem bedeutenden, polysportiven Stadtverein deshalb nicht fehlen dürfen: Hundert Beine hatte der Tatzelwurm, den die LSC-Sportler bildeten. Ein Bein für jedes Vereinsjahr.

Am Anfang vor 41 Jahren stand eine Idee. Das Organisationskomitee der 800-Jahr-Feier der Stadt Luzern suchte 1978 nach Anlässen und Feiermöglichkeiten und forderte Vereine wie den Luzerner Sportclub auf, sich mit eigenen Ansinnen einzugeben. Gesagt, getan. Der damalige Präsident der LSC-Leichtathleten und ehemalige Grossstadtrat, Roman Bussmann, sowie der LSC-Leichtathletiktrainer Urs Grüter traten mit einem Schülerwettkampf auf der ­Hubelmatt an. Dort, auf der Allmend, wo der Luzerner SC zu Hause war, sollten junge Menschen an einem Samstagnachmittag um die Wette laufen.

So weit alles klar. Als es um die Finanzierung und die Werbemassnahmen ging, sprang der Funke über. Edwin Rudolf, späterer Sporthilfe-Direktor, legendärer Journalist und Anreisser diverser (Sport-)Anlässe, war damals Verlagsleiter in den «Luzerner Neusten Nachrichten». Der Macher erkannte sofort das Potenzial und überzeugte Bussmann und Grüter davon, dass man einen Lauf weg von der Hubelmatt, dafür mitten durch die Stadt organisieren müsse. Maximale Aufmerksamkeit.

Premiere mit überwältigendem Erfolg

Vier Wochen vor dem Starttermin im Mai 1978 besuchten die drei die Verkehrspolizei und wollten die Bewilligungen einholen. Edwin Rudolf erinnert sich: «Wir standen vor einer riesigen Stadtkarte und zeigten, wo der Lauf durchführen sollte. Roman Bussmann wollte es quer durch die Stadt, der Polizeichef war geschockt.» Da zeigte Rudolf auf die Museggmauer und beruhigte die Situation. «In diesem Bereich störte der Lauf niemanden, und die Polizei hatte keine Sicherheitsbedenken und sagte sofort Hilfe zu.»

Der Erfolg des ersten Musegglaufs war überwältigend. 2000 Startnummern waren gedruckt, doch 3000 Interessenten kamen. Die OK-Mitglieder, zu denen inzwischen Medienchef Ottavio Bovo gehörte, mussten auf Papier tausend weitere Startnummern improvisieren. Die Nachfrage stieg von Jahr zu Jahr weiter – und der Musegglauf dislozierte immer mehr in die Stadtmitte und wurde zum heutigen Stadtlauf. Von der Hubelmatt-Idee des Jubilars Luzerner SC zum Stadt-Happening. Roman Bussmanns Traum wurde am Ende doch noch wahr.

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