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Junge Russen überrumpeln die Schweizer Eishockey-Nati in Luzern

Die Schweizer verpassen den Turniersieg am Lucerne Cup. Sie verlieren den Final gegen
ein läuferisch starkes Russland mit 1:5. Ob das Heimturnier in Luzern eine Zukunft hat, ist ungewiss.
Sven Aregger
Raphael Diaz und Torhüter Leonardo Genoni können das 4:1 von Aleksei Kruchinin nicht verhindern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 14. Dezember 2018))

Raphael Diaz und Torhüter Leonardo Genoni können das 4:1 von Aleksei Kruchinin nicht verhindern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 14. Dezember 2018))

Im Eiszentrum Luzern wurden Erinnerungen wach an die glorreichen Tage von Kopenhagen. Im Schweizer Aufgebot für den Lucerne Cup standen zwölf Spieler, die WM-Silber in Dänemark gewonnen hatten. Nationaltrainer Patrick Fischer bot die bestmögliche Mannschaft auf, das Heimturnier sollte ihm wichtige Erkenntnisse für die nächste WM 2019 liefern. Fischer wird zum Schluss kommen, dass sein Team von einem weiteren WM-Exploit noch ein gutes Stück entfernt ist. Die Schweizer konnten in den beiden Länderspielen nur bedingt überzeugen. Nach dem harzigen 3:1-Sieg am Donnerstag gegen Österreich verloren sie gestern den Final gegen Russland mit 1:5.

Das russische U25-Nationalteam (die A-Mannschaft steht beim Channel One Cup im Einsatz) erwies sich dabei als ganz anderes Kaliber als Österreich: passsicher, trickreich, läuferisch herausragend. Gegen eine ähnliche russische Auswahl hatte die Schweiz bereits den Final des Deutschland-Cups verloren.

Verband hält sich andere Spielorte offen

Gerade in der Anfangsphase liessen die Russen mit schnellem Umschaltspiel die Schweizer kaum Luft holen. Nach dem frühen 1:0 musste man Schlimmes für die Gastgeber befürchten. Ganz so dramatisch wurde es schliesslich nicht, weil die Schweizer fortan mehr Gegenwehr leisteten und zu insgesamt sieben Powerplay-Möglichkeiten kamen. Dennoch blieb Denis Hollensteins zwischenzeitlicher Ausgleich in doppelter Überzahl das einzig Zählbare. Im letzten Drittel rannten die Schweizer vergeblich dem 1:4-Rückstand hinterher. Bei zwei Gegentoren machte Lukas Frick eine unglückliche Figur. Vor dem 0:1 liess sich der Lausanne-Verteidiger zu leicht überlaufen, vor dem 1:3 verlor er die Scheibe in der Defensive.

Nach dem enttäuschenden Publikumsaufmarsch am Donnerstag (1923 Fans) ging das Finalspiel vor einigermassen würdiger Kulisse über die Bühne. 3119 Zuschauer kamen ins Eiszentrum Luzern. «Wir wissen, dass sich eine Veranstaltung an einem neuen Standort zuerst etablieren muss», sagte Janos Kick, Kommunikationschef von Swiss Ice Hockey (SIHF). «Mit der Infrastruktur, der Zusammenarbeit mit den Partnern und mit den Transportwegen für die Mannschaften sind wir zufrieden.» Luzern Tourismus als Veranstaltungspartner möchte das Turnier regelmässig in Luzern durchführen, um national und international mehr Aufmerksamkeit zu generieren und die Attraktivität im Wintertourismus zu steigern.

Überhaupt sehen die Touristiker grosses Potenzial im Sport: 2021 findet in Luzern und Umgebung die Winter-Universiade statt. Aber ob der Lucerne Cup eine Zukunft hat, hängt auch von der wirtschaftlichen Bilanz ab. Das zeigt sich am Beispiel der Arosa Challenge: Das Turnier war für die SIHF ein Verlustgeschäft und wurde ab 2015 nicht mehr durchgeführt. «Das wirtschaftliche Abschneiden ist ein Faktor, aber nicht der einzige», so Kick. «Wir halten uns andere Standorte für die Dezember-Länderspiele offen. Das heisst aber nicht, dass der Lucerne Cup nicht mehr stattfinden wird.» Die SIHF und ihre Veranstaltungspartner treffen sich in den kommenden Tagen zu einer Nachbesprechung.

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