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Jupp ist schuld

Sportredaktor Turi Bucher erklärt, warum Ex-Bayern-Trainer Jupp Heynckes verantwortlich ist für den Wechsel von Gerardo Seoane zu YB.
Turi Bucher
Turi Bucher, Sportredaktor

Turi Bucher, Sportredaktor

Klar, die Enttäuschung der FC-Luzern-Fans über den ... sagen wir mal: ziemlich spontanen Abgang von Trainer Gerardo Seoane ist nachvollziehbar. Denn die Fans bilden sich ja ein, «Verräter» Seoane hätte sich dem Verein und ihnen gegenüber solidarisch zeigen müssen.

Ich glaube nicht, dass Seoane auch nur einen Moment gezögert hat, weil er dachte, er sei es den FCL-Fans schuldig, zu bleiben. Ist er auch nicht. Trainer werden nicht und sind nicht Trainer wegen der Fans. Und Trainer werden von ihren Klubs mindestens ebenso schnell fallengelassen, wie Seoane nun die Akte FCL zugeschlagen hat. Wir erinnern uns an verunglückte Saisonstarts von zuvor erfolgreichen FCL-Trainern wie Murat Yakin oder Carlos Bernegger, welche dann im Verein und im Umfeld ziemlich schnell in Ungnade fielen. Weil: es nämlich so läuft im Fussballgeschäft.

Und deswegen ist Seoane kein Verräter. Der clevere und smarte Spanier hat innerhalb einer einzigen Fussballrückrunde eine kleine Karriere gemacht und erntet jetzt sogleich. Weil: es nämlich so läuft im Fussballgeschäft. Auch Seoane ist (als Spieler) beim FCL schon in Ungnade gefallen. Er hat daraus seine Lehren gezogen, fleissig und klug gearbeitet und wird nun bei Gelb-Schwarz (statt Blau-Weiss) innert drei Jahren zum Millionär. Wer diese Chance im Schweizer Fussball nicht packt – das könnte selbst ein FCL-Fan einsehen –, ist selber schuld, ist nicht smart, ist nicht clever.

Und überhaupt: Die Fans scheinen komplett zu übersehen, dass eigentlich Jupp Heynckes schuld ist am schnellen Abgang von Seoane. Wie bitte? Ja, Jupp, genau der, Heynckes, der zuletzt Trainer von Bayern München war. Siehe: Hätte Heynckes bei Bayern nicht aufgehört, dann hätte Nico Kovac Frankfurt nicht in Richtung München verlassen. Und dann hätte Adi Hütter auch nicht die Young Boys in Richtung Frankfurt verlassen und somit Seoane Luzern ebenfalls nicht in Richtung Bern.

Apropos «Bern». Die Trainerrochade von unten nach oben könnte noch weitergehen. Dann nämlich, wenn der FC Luzern sich in Kriens bedient und dort – Uefa-Pro-Lizenz hin oder her – den Erfolgstrainer Bruno Berner holt. Es würde ja irgendwie schon passen, wenn ein Berner in Luzern Trainer wird, nachdem jetzt der Luzerner in Bern Trainer ist. So richtig schliessen würde sich der Kreis dann allerdings erst, finde ich, wenn Jupp Heynckes nach Kriens kommt.

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