Jury wählt schönsten Bodybuilder der Schweiz

Am Wochenende haben die Nationalmeisterschaften im Natural Body Building stattgefunden. In Unterägeri kämpften 126 Athleten vor 900 Besuchern um den Titel. Der Zürcher Julian Strickler erzählt von den aufwändigen Vorbereitungen.

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Julian Strickler (links) trainiert seit zehn Jahren und wurde 2010 Weltmeister in der Amateur-Klasse. (Bild: Fabian Gubser / Neue ZZ)

Julian Strickler (links) trainiert seit zehn Jahren und wurde 2010 Weltmeister in der Amateur-Klasse. (Bild: Fabian Gubser / Neue ZZ)

Es ist so weit. Nur mit knappen Unterhosen bekleidet kommen die ersten Athleten auf die Bühne. Man traut seinen Augen kaum, so imposant wirken die Herkules-ähnlichen Gestalten. Sie werden auf Englisch, Italienisch und Deutsch vom Publikum angefeuert. Die Stimmung in der Ägerihalle ist aufgedreht. Jetzt muss die Jury ein Urteil fällen. Beim «Predjudging» beurteilt sie die verschiedenen Posen der Bodybuilder, bevor später das endgültige Resultat bekannt gegeben wird.

Die Favoriten Milan Panek (links) und Chris Nsubuga (rechts) der Profi-Kategorie zeigen ihre Muskeln. (Bild: Fabian Gubser)
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Jede Muskel der Athleten ist angespannt. (Bild: Fabian Gubser)
Die Athleten der Profi-Kategorie nehmen verschiede Posen ein, um die Jury zu überzeugen. (Bild: Fabian Gubser)
Die Athleten der Profi-Kategorie nehmen verschiede Posen ein, um die Jury zu überzeugen. (Bild: Fabian Gubser)
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))

Die Favoriten Milan Panek (links) und Chris Nsubuga (rechts) der Profi-Kategorie zeigen ihre Muskeln. (Bild: Fabian Gubser)

Abends Sportler, tagsüber Student

«Die Kunst ist es, die Posen möglichst locker aussehen zu lassen», erklärt Julian Strickler, der in der Profi-Kategorie antritt. Tatsächlich sei es extrem anstrengend, den ganzen Körper für längere Zeit anzuspannen. Der 25-jährige Student aus Richterswil nimmt seit 2010 an Wettkämpfen teil. 2014 wurde er Weltmeister der Kategorie «Amateur». Sein ruhiges und freundliches Auftreten steht in krassem Kontrast zu der martialischen Ausstrahlung seines Körpers.

«Ich gehe selten in den Ausgang oder auswärts fein essen», sagt der Sportler. Täglich isst er ungefähr die doppelte Anzahl an Kalorien eines durchschnittlichen Erwachsenen.  Er hält sich an einen strikten Ernährungsplan. Als nützliche Hilfe beim Planen erweist sich dabei sein Vater, der ebenfalls Wettkampferfahrung hat. Pro Woche trainiert Julian Strickler abends während elf Stunden mehrheitlich Kraft, aber auch Ausdauer.

Angefangen habe alles mit dem Wunsch nach einem Sixpack. «Heute trainiere ich aber in erster Linie für das gute Gefühl nach dem Training», sagt der 1.79 Meter grosse Sportler. Vor jedem Wettkampf verbrennt der angehende Wirtschaftsingenieur im Training viel Fett, dass seine Muskeln auf der Bühne richtig zur Geltung kommen. So verliert er bis zu zehn Kilogramm Gewicht. Damit sein Körper im Scheinwerferlicht überzeugt, cremt er sich vor jedem Auftritt mit einem Bräunungsmittel ein.

Bodybuilding boomt

«Die Mitgliederzahlen explodieren», freut sich Mitorganisator Christian Henseler. Die Swiss Natural Bodybuilding and Fitness Federation (SNBF) führte den Anlass 1998 zum ersten Mal durch. Zählte man anfangs noch 38 Athleten,  sind es dieses Jahr bereits 128.  Christian Henseler ist auch Vorsitzender der Dopingkommission und betont die strengen Regeln der Meisterschaften. Mit Urinproben und Lügendetektor stelle man sicher, dass nicht gedopt wird. Ganz natürlich geht es aber nicht: Als ungefährlich eingestufte Substanzen wie Multivitamine und Proteine sind erlaubt. Zurück zu Julian Strickler: Ob er sein Ziel, die Top fünf, erreicht hat, ist hier ersichtlich.

fg